Montag, 13. Februar 2012 | Gesundheitswesen Magazin

BKK

3.04.2009 | 12:56 Uhr

130 BKKen treffen Vorbereitungen für den Zusatzbeitrag

Keine BKK nimmt zurzeit das Wort Zusatzbeitrag auch nur ansatzweise in den Mund. Ich glaube das Wort Zusatz wurde erstmal aus dem Wortschatz der Pressesprecher verbannt. Die Erhebung des Zusatzbeitrags ist auch nicht kostenlos. Die Prozesskosten sollen lt. einer Analyse von Kander Consulting aus Düsseldorf pro 8 Euro Zusatzbeitrag ca. 2,5€ – 3,80€ sein.

130 BKKen rüsten sich für den Zusatzbeitrag

Obwohl keine BKK über den Zusatzbeitrag spricht, planen die Parteien sicherheitshalber trotzdem die Erhebung. Der Dienstleister Spectrum K, welcher ein Dienstleister für 130 BKKen ist, hat bereits einen Vertrag mit T-Systems geschlossen.

Ziel ist es die Prozesskosten für die Erhebung zu senken. So soll T-Systems das Dokumentenmanagement, Anschreiben der Versicherten inkl. Rechnung und Mahnung übernehmen und auch ein Callcenter für etwaige Fragen der Versicherten bereitstellen.

Ich bin mal gespannt, welche Krankenkasse die erste ist, die diesen Schritt gehen muss. Eines kann sicher sein, jede Krankenkasse wird versuchen diesen Schritt (als erste einen Zusatzbeitrag erheben) bestmöglich zu umgehen.

Denn die erste die ein paar Euro Zusatzbeitrag erhebt, bekommt nicht nur ein paar Euro Zusatzbeitrag, sondern auch noch schlechte Presse dazu.

via

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

Kommentare

2 Kommentare zu “130 BKKen treffen Vorbereitungen für den Zusatzbeitrag”
  1. Olesen sagt:

    Hallo,
    da inzwischen von allen fachkundigen Seiten und auch von der Politik bestätigt wird, dass dauerhaft keine Kasse ohne Zusatzbeitrag auskommen wird (Rückzahlung der Leistungen aus Steuermitteln in den Fonds ab 2011), ist auch klar, dass alle Kassen schon Szenarien entwickeln um zu gegebener Zeit handlungsfähig zu sein.
    Und nur bei den BKK gibt es Kassen, die so klein sind, dass sie solch einen Verwaltungsaufwand kaum leisten könnten und nur bei den BKK’en sind die Verwaltungskosten durchschnittlich so niedrig, dass für solche Aufwände keine Ressourcen vorgehalten werden.
    Die Orts- und Ersatzkassen, Knappschaft und die meisten IKK’en haben Pläne zur Organisation des Zusatzbeitrags in der Schublade. Die vielen kleine BKK’en organisieren hier halt ein Gemeinschaftsunternehmen, um im Fall des Falles nicht die Hälfte eines Zusatzbeitrags für Verwaltungsausgaben verpulvern zu müssen.
    Daraus zu schliessen, dass 130 BKK’en Zusatzbeiträge plannen ist freundlich ausgedrückt sehr simpel “gedacht”.
    Diese 130 Kassen haben Dienstleistungsverträge mit Spektrum K, aber keine Verträge zu Erhebung von Zusatzbeiträgen durch Spektrum K. Dazu müssten von jeder einzelnen Kassen separate Verträge mit Spektrum K geschlossen werden. Aber meines Wissens gibt es noch keinen einzigen solchen Vertrag!

  2. RevengeofPKV sagt:

    Der Zusatzbeitrag ist von der Politik ausdrücklich gewünscht, denn es handelt sich hierbei um die sog. “kleine Kopfpauschale”, an der der CDU so gelegen war. Bekanntlich wollte diese Partei die Kopfpauschale (verharmlosend auch “Gesundheitsprämie” genannt) einführen, um die Beitragsentwicklung zur GKV von derjenigen der Lohnkosten abzukoppeln. Dies ließ sich aber in der Großen Koalition nicht durchsetzen, daher der Kompromiss mit dem Zusatzbeitrag.

    Olesen hat recht: Aus der Tatsache, dass sich die BKK auf den Einzug eines erforderlichen Zusatzbeitrages vorbereiten, kann nicht geschlossen werden, dass die an der Spectrum |K GmbH beteiligten ca. 130 BKK alle einen solchen Zusatzbeitrag erheben müssen.

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