PKV
Aids: Wir investieren viel Geld in Aufklärung. In Vietnam wohl nicht.
Ein Artikel den ich gestern gelesen habe, hat mich persönlich sehr berührt. In Deutschland wird viel in Aufklärungsarbeit investiert. Ich schreibe ja nicht immer gutes über die PKV, aber der Verband der privaten Krankenversicherungen investiert seit 2005 jährlich 3,4 Millionen Euro in die Aids-Prävention. Dadurch wird das Geld, welches zur gesundheitlichen Aufklärung zur Verfügung steht erheblich aufgestockt. Sowas gibt es in Vietnam wohl nicht. Die Geschichte von ein paar Kindern die Aids haben und nur unterrichtet werden wollen ist schon schlimm.
Dabei sieht man mal wieder, wie gut wir es eigentlich haben.
Als die Schule am 17. August in Vietnam wieder anfing, waren wenige Schüler so aufgeregt wie eine Gruppe von 15 HIV-infizierten Kindern, denen nach 2 Jahren Anstrengung des Chi Minh Stadt-Waisenhauses schließlich die Erlaubnis erteilt wurde die Schule zu besuchen.
Der erste Schultag endete jedoch in Tränen, bevor er eigentlich begann: Eltern, die aus der Nachbarschaft erfahren hatten, dass ihre Sprösslinge zusammen mit HIV-infizierten Waisenhauskindern unterrichtet werden sollen, suchten schlagartig das Weite. Eine Großmutter wurde zitiert, dass Sie den französischen und amerikanischen Bombardements standgehalten haben und nun nicht langsam an AIDS sterben werden.
Die jüngeren der 6-15 Jahre alten Schüler waren noch zu klein die Umstände zu verstehen, sagt Schwester Nguyen Thi Bao, während die älteren Schüler bereits gut die ganze Missgunst verstanden: „Sie hassen uns. Aber wir haben die Krankheit von unseren Eltern und können nichts dafür!“ Schlussendlich kehrten die Kinder ins Mai Hoa Center zurück um weiter zu leben, statt sich weiter diskriminieren zu lassen. Das erste AIDS-Hospiz in Vietnam hat sich seit der Einführung der antiretroviralen Medizin zu einem Zentrum des (Weiter-) Lebens entwickelt. „Ich dachte es wird ein glücklicher Tag für uns alle,“, sagt Schwester Bao, „aber es wurde ein Tag der Traurigkeit.“
Während HIV/ AIDS-Diskriminierung nicht neu ist, liegt die Ironie in der Tatsache, dass Vietnam eine der weitest reichenden HIV/ AIDS-Gesetzmäßigkeiten überhaupt hat, erfahren wir von Jesper Morch, dem UNICEF-Vertreter in Vietnam. Kinder können demnach nicht der Schule ferngehalten werden, genau wie Ärzte oder Arbeitgeber niemanden wegen deren oder dem HIV-Status von Familienangehörigen ablehnen dürfen. Auch wenn die Anzahl der HIV-Positiven <1% beträgt und damit fernab des epidemischen Ausmaßes in Afrika, lässt sich die Meinung der Straße ohne Aufklärung nicht verdrängen.
Obwohl die 15 Kinder weiter im Waisenhaus unterrichtet werden entspricht doch nichts der Normalität, denn das Grundrecht an einer öffentlichen Schule unterrichtet zu werden, wurde ihnen versagt und bis dahin wird es noch ein langer Weg sein für Vietnam, vermutet Morch.