Montag, 13. Februar 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Krankenhausaufenthalt

15.09.2008 | 9:37 Uhr

Alkohol Abhängigkeit Jugendlicher kostet Millionen?

Vor ein paar Monaten war ja in allen Zeitungen zu lesen, dass ein Junge aus Berlin sich zu Tode getrunken hat. Damals kam das Wort “Komasaufen” das erste mal auf.

Die Deutsche BKK hat jetzt berichtet, dass sie die Alkoholhersteller für die enstandenen Kosten des “Komasaufens” in Regress nehmen will. Durch den neuen Trend sind alleine bei der Deutschen BKK die Kosten für alkoholbedingte Klinikaufenthalte Jugendlicher um 28 Prozent gestiegen.

Alkohol Abhängigkeit Jugendlicher

Aber ist das nicht wieder eine heruntergerechnete Statistik die nichts aussagt?

Wenn ich mir betrachte, dass für 2008 alleine bei der Deutschen BKK 210 Komasäufer erwartet werden, von denen jeder pro Klinikaufenthalt 500 Euro verursacht, dann kommen auf alle Krankenkassen hochgerechnet schon eine Menge zusammen. Wenn ich betrachte, dass die Deutsche BKK ca. 1 Millionen Mitglieder hat und es ca. 82 Millionen Menschen in Deutschland gibt, dann ist 17 220 schon eine beachtliche Zahl. Bei dieser Zahl wären es ca. 8,6 Millionen Euro als Kosten für das Gesundheitswesen.

Natürlich ist das jetzt eine Milchmädchen-Rechnung und jeder Professor würde mich dafür zerreißen, aber es soll nur mal ein eventuelles Ausmaß darstellen. Nähere Statistiken habe ich jetzt leider nicht gefunden.

Man beachte: Die Kosten entstehen nur wegen der bewussten Alkohol Abhängigkeit der Jugendlichen. Es sind keine Krankheitskosten, sondern Kosten die direkt vermeidbar wären. Ich bin zwar auch ein Mensch der gerne mal ein Bier trinkt und evtl. auch gerne 2 :beer2: Aber wir sprechen ja hier nichtmehr vom betrinken sondern vom trinken-umfallen-trinken Prozess. Also bis kurz vorm Tod. :drunk:

Alkohol Abhängigkeit Jugendlicher – die Frage(n) zum kommentieren :dance10:

  1. Ich weiß, dass ich hier manchmal übertreibe (Selbsteinsicht ist ja bekanntlich der Weg zur Besserung :thinking4: ), aber was denkt ihr zu dem Thema? Soll die Versichertengemeinschaft Geld aufbringen für Menschen die sich bewußt zerstören wollen?
  2. Würdet ihr es eventuell doch als Krankheit ansehen? Weil eine Krankheit ist ja laut Definition eine Störung des Körper- bzw. Geisteszustandes (gekürzt). Wenn es eine Krankheit ist, müssten die Krankenkassen es ja auch erstatten oder?
  3. Müsste es Zwangsmaßnahmen nach einem Krankenhausaufenthalt geben? Denkbar wäre zum Beispiel eine Therapie – ähnlich wie beim Führerschein wenn er weggenommen wird – dann sind ja auch psychologische Sitzungen vorgeschrieben
  4. Sollte wie von der Deutschen BKK empfohlen pro verkauftem Alkoholischen Getränk ein gewisser Beitrag ins Geundheitswesen fließen?

via

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

Kommentare

3 Kommentare zu “Alkohol Abhängigkeit Jugendlicher kostet Millionen?”
  1. RevengeofPKV sagt:

    Hallo Steffen,

    Deine Rechnung ist gar nicht so verkehrt, wenn man dem Drogenbericht der Bundesregierung glauben schenkt:

    http://www.aerztezeitung.de/po.....sid=511693

    Danach sind es sogar 19.500 Jugendliche, die jährlich ins Krankenhaus kommen, weil sie zu viel getrunken haben!

    Zu den obligatorischen drei Fragen (wieso eigentlich sind es diesmal vier Fragen :thinking4: ):

    1. Die Krankenversicherung lebt vom Solidarprinzip, das grundsätzlich nicht danach fragt, wie eine Erkrankung hervorgerufen wurde. Es gibt zwar auch heute schon Ausnahmen bei selbstverschuldeter Behandlungsbedürftigkeit, aber die macht schon genug Abgrenzungsprobleme in der praktischen Umsetzung, das sollte man nicht unnötig weiter verkomplizieren.

    2. Das wird beim Rauchen gerade öffentlich diskutiert:

    http://www.sueddeutsche.de/,tt.....0135/text/

    Ich würde exzessiven Alkoholkonsum schon als Krankheit sehen.

    3. Zwangsmaßnahmen lehne ich ab, aber mehr Aufklärung zu den langfristigen Folgen starken Alkoholkonsums sollte es geben.

    4. So was ähnliches hatten wir ja schon mal: Die Einnahmen aus der Tabaksteuer wurden an die Krankenkassen zur Finanzierung der sog. versicherungsfremden Leistungen weitergeleitet. Die Politik hat dies leider wieder aufgehoben, um mit dieser Steuer die Haushaltslöcher zu stopfen. Mit Einführung des Gesundheitsfonds soll es jetzt ja wieder einen staatlichen Zuschuss aus Steuermitteln geben, so dass wir wieder am Anfang der Geschichte wären (es geht doch nichts über konsequent widerspruchsfreies Regierungshandeln :eyeroll: ).
    Ich finde, das ist grundsätzlich ein ganz sinnvoller Ansatz. Es wäre dann keine Bestrafung nur der behandlungsbedürftigen Alkoholiker, sondern eine Art “Solidarbeitrag” aller Alkoholkonsumenten – da wären wir dann wieder bei der Antwort zu Frage 1. und der Ring würde sich schließen (NEIN, nicht DER RING, der ist doch wieder eingeschmolzen worden …)!

  2. steffen sagt:

    Ich weiß nicht warum, aber irgendwie hat mein blog dein Kommentar in die Warteschlange genommen :thinking4: Wenn die Technik nicht immer spinnen würde, hätte ich vielmehr Zeit zum bloggen :fish:

    Ja, heute mal 4 Fragen :giggle: In letzter Zeit habe ich gemerkt, dass 3 Fragen zu manchen Themen echt zuviel sind :dull:

    Aber bei manchen Themen es einfach interessant ist mehr zu fragen :notme:

    Wie leicht man doch mit einfachen mitteln Statistiken hochrechnen kann :roll7: Danke für den Link.

    1. Klar in der Praxis ist es schwer abzugrenzen, aber theoretisch müsste es zugeordnet werden. Denn ein unterschied zwischen den 2 Sachverhalten sehe ich jetzt nicht oder? Aber praktisch ist das Geld natürlich Kleingeld und eine Prüfung würde wahrscheinlich mehr Kosten verursachen als Kosten zu sparen.

    2. Ja die Frage mit der Krankheit. Für mich ist eine Krankheit auch etwas was ich unbewusst mache. Aber das sind ja meist Menschen die bewusst das am Wochenende planen. Kann ich es dann noch als Krankheit sehen?

    3. Hast du schonmal versucht einem 14-16-jährigen ohne eine Zwangsmaßnahme aufzuklären? :laugh2: Meist ist das Problem ja auch, dass es die Eltern nicht wirklich interessiert. Wer soll dann aufklären?

    4. Jaja unsere Meinungsspringer – so sind sie halt – Nächstes Jahr dann wieder wahlen :2thumbs: Eigentlich dürfte man zu den Wahlen ja garnichtmehr gehen, da vorher ja eh nur Versprechungen gemacht werden, die dann nicht gehalten werden. Als Beispiel die Frau Ypsilanti (siehe Video http://www.kvportal.de/bbpress.....efon-video )

    Ich finde es auch einen guten Ansatz. Das Probleme sehe ich nur, dass eine Industrie dafür bestraft wird, dass manche Leute bewusst unsinn damit treiben. Ich meine jetzt nicht die Gesundheitskosten allgemein die durch Alkoholkonsum entstehen, sondern speziell die durch die “Komasäufer”.

    Bei allgemeiner Betrachtung müsste natürlich eine Steuer erhoben werden, welche direkt in den Gesundheitsfond fließt.

    Haha – oh du bist nicht nur SciFi Fan :roll7: jaja den hat Frodo in den Berg geworfen – ich glaube den Film habe ich auch 20 mal gesehen :laugh2:

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