Montag, 13. Februar 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Allergie

7.06.2010 | 19:13 Uhr

Allergiereaktionen von Protein verhindert

Allergiereaktionen von Protein verhindert

Allergiereaktionen von Protein verhindert

Wissenschaftler entdeckten bei Mäusen ein bislang unbekanntes Protein. Dieses kann offenbar extreme allergische Reaktionen verhindern. Normalerweise reagiert der Körper bei einer Allergie sehr heftig auf Allergene. Gegen diese Eindringlinge bildet das Immunsystem in der Folge Antikörper, die sich an die Allergene heften und auf diese Weise für eine Erkennung durch die Mastzellen sorgen. Die Mastzellen reagieren mit der Ausschüttung von Histaminen und anderen Stoffen. Dabei dienen die Histamine zur Abwehr von Krankheitserregern. Wer unter einer Allergie leidet, bei dem lösen die Histamine allerdings eine Reizung der Schleimhäute von Nase, Augen, Darm oder Bronchien aus. In sehr schweren Fällen kann auch ein anaphylaktischen Schock ausgelöst werden, in dessen Folge der Kreislauf versagt.

Nun haben Wissenschaftler jedoch ein bislang unbekanntes Eiweiß-Molekül entdeckt, das die fehlgeleitete Immunreaktion bei Allergikern unterdrückt, weil es die Ausschüttung der Histamine und der anderen an einer Allergie beteiligten Stoffe unterdrückt. Die Forscher der Universität Tsukuba in Japan entdeckten das Protein namens Allergin-1 auf der Oberfläche der Mastzellen der untersuchten Mäuse. Wie die Wissenschaftler herausfanden, blockiert das Protein die Andockstellen für den Antikörper- und Allergen-Komplex. Damit ist eine Ausschüttung der Histamine nicht mehr möglich. Bei Mäusen, die kein solches Molekül aufwiesen, trat häufig ein anaphylaktischen Schock auf.

Die Wissenschaftler hoffen nun, dass durch das offensichtlich als Regulator fungierende Molekül künftig schwere Allergien bekämpft werden könnten. Das Allergin-1 wird nämlich auch vom menschlichen Organismus produziert. Damit kann höchstwahrscheinlich eine Therapie basierend auf der Deaktivierung der Antikörper- und Allergen-Andockstellen entwickelt werden. Zunächst untersuchen die Wissenschaftler jedoch weitere Eigenschaften des Allergin-1, um herauszufinden, wie dieser Mechanismus ausgelöst wird.

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

Teilen Sie Ihre Meinung