Studie
AOK Studie: Einheitsbeitrag, Erreichbarkeit der Kassen, Leistungen
Eine kürzlich von der AOK durchgeführte Studie mit 3.000 befragten gesetzlich Versicherten ab 18 Jahren hat ergeben, dass viele Versicherte die gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr nur als Bindeglied zwischen Arzt und Rechnung sehen sondern sich viel mehr wünschen, dass die Kassen einen aktiveren Part im Gesundheitssystem einnehmen.
Unterstützung jeglicher Art sowie Transparenz sind genauso gefragt wie eine hochwertige Beratung und eine ausgebaute Versorgungsposition. An erster Stelle steht den Kassenpatienten die Möglichkeit, ihre Krankenkasse zu erreichen. 80% der Befragten wünschen sich einen persönlichen Ansprechpartner und sogar 90% legen Wert darauf, ihre Krankenkasse telefonisch zu erreichen. Die jüngeren Kunden schätzen eindeutig das Angebot und die Präsenz ihrer Krankenversicherungen im Internet (73,8%), wohingegen der ältere Teil der Kundschaft einen direkten Besuch in einer Geschäftsstelle bevorzugt.
Bei den besonderen Leistungen für bestimmte Patientengruppen stehen jene für Familien (79,9%) und für chronisch Kranke (84,9%) ganz vorne. Zusätzlich wünschen sich viele Zahnprophylaxe, Vorsorgeuntersuchungen für Kinder sowie moderne und neuartige Behandlungsmethoden neben Alternativ-Medizin, ausgebautem Auslandskrankenschutz und vorsorglichem Impfschutz.
Natürlich unterscheiden sich die jeweiligen Bevorzugungen je nach Alter und Geschlecht. Allgemein kann jedoch gesagt werden, dass der Versicherte seinen Versicherer mehr und mehr als Dienstleister sieht, der sich für seine Kunden einsetzt um ihnen im Krankheitsfall alles so reibungslos wie möglich zu gestalten. Dies kann z. B. die Organisation von Heimpflege (86,4%), eine zweite ärztliche Meinung (82,3%) oder die Empfehlung von Spezialisten (83%) beinhalten. Bei den Zeitplänen sehen die Befragten Verbesserungspotential. So wünscht sich mehr als die Hälfte, vor allem Berufstätige, einen Ausbau der Sprechstunden in den Abendstunden und am Wochenende.
Zusammenfassend haben die Krankenkassen ein zufriedenstellendes Urteil erhalten: 68,8% der Befragten beurteilten die Leistungen ihrer Versicherung mit “zufrieden” oder “sehr zufrieden”. Ein “unzufrieden” wurde nur von 5,7% der Umfrageteilnehmer ausgesprochen. Mehr als jeder Zweite ist dem neuen einheitlichen Beitragssatz nach wie vor skeptisch gegenüber, da der fast ausschließlich einen höheren Beitrag bedeutet. Die Mehrheit der Befragen (70,6%) rechnet nicht damit, dass dieses Jahr noch ein Zusatzbeitrag von ihren Krankenkassen erhoben wird. Gut zwei Drittel wünschen sich im Falle eines Überschusses an Beiträgen eine höhere Leistung der Kassen, wohingegen das verbleibende Drittel lieber eine Prämie entgegennehmen würde.
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