Mittwoch, 22. Mai 2013 | Gesundheitswesen Magazin

Krankenkassen

27.03.2009 | 10:53 Uhr

Ärzte sollen den Patienten Rechnungen stellen

Die letzten 2 Tage war es hier ein bißchen ruhiger. Leider musste ich für die Uni ein bißchen Stoff aufarbeiten. Jetzt muss ich gleich zu einem Umzug. Vorher aber noch ein paar Nachrichten.

Ärzte sollen den Patienten eine Rechnung stellen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung will  (lt. Aussage des Abendblatts) wegen den Aussagen, dass sie die Honorare der Mediziner falsch aufteilt, jetzt eine Abrechnung direkt über den Patienten. D.h. die Patienten sollen wohl eine Rechnung bekommen, welche sie dann direkt bei den Krankenkassen einreichen können.

“Super Idee”. Ich sehe nur gleich das Problem der Verwaltungskosten.

  1. Das sieht auch der Vorstand der KKH so. Er rechnet dann mit einer Abrechnungszeit von knapp 10-20 Min pro Rechnung. Darin nicht berücksichtigt die Zeit, welche die Ärzte für den Verwaltungsakt aufbringen müssen.
  2. Der Vorstand der Techniker will gleich direkt mit den Ärzten abrechnen und die KVen dabei raushalten.

Ich glaube, dass es früher statt später eine Abrechnung der Krankenkassen direkt mit den Ärzten gibt.

Was denkt ihr?

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

Kommentare

5 Kommentare zu “Ärzte sollen den Patienten Rechnungen stellen”
  1. Sascha sagt:

    Kaum ein Patient kann eine umfangreiche Behandlung im Voraus zahlen. Und wollen die Ärzte dann nach Kassensätzen abrechnen oder den 2,3fachen priv. Satz?
    Wie lange soll ein Rentner mit Existenzminimum dann auf die Erstattung warten?
    Was sinnvoll wäre: Der Patient bekommt eine Auflistung WAS der Arzt getan hat, wie viel es kostet (damit ein Patient dafür ein Gefühl bekommt) und kann bei Unklarheiten die Kasse kontaktieren.
    Würde vielen Abrechungsbetrügern das Handwerk legen, z.B. kostspielige Untersuchungen abrechnen die nie gemacht worden sind.

  2. Steffen sagt:

    Was sinnvoll wäre: Der Patient bekommt eine Auflistung WAS der Arzt getan hat,

    Die Frage ist, ob sich das ganze lohnt? Denn die Kosten für die Verwaltung müssen niedriger sein als der “Betrug”.

    Zwar ist dass eine Nulltoleranz Richtung und die hat ja auch schon bei der Kriminalität in New York geholfen :)

    via Wikipedia:

    Ein Beispiel hierfür ist die Anwendung der Broken-Windows-Theorie durch New Yorks Bürgermeister Rudolph Giuliani ab 1994. Die Polizei New Yorks konzentrierte sich auf die Bekämpfung scheinbarer Bagatellverbrechen, die aber die Lebensqualität der Einwohner New Yorks beeinträchtigten, um so Zeichen für “Null-Toleranz” zu setzen. Die Politik Giulianis führte zu einem erheblichen Rückgang der Verbrechen in New York. Den potentiellen Verbrechern in New York wurde deutlich gemacht, dass “Null-Toleranz” auch gegenüber kleinen Übertretungen herrschte, und diese Haltung wurde zum Tipping-Point in der Verbrechensstatistik New Yorks.

  3. RevengeofPKV sagt:

    Bei der Betrachtung der Kosten für die Rechnungsstellung fehlt mir ein Berechnungsposten, nämlich die Kosten für die Kassenärztlichen Vereinigungen. Die fallen dann ja weg. Vielleicht rechnet es sich dann doch?

  4. Hart aber fair:
    Solange TOTE abgerechnet werden, läd das System dazu ein! Das geht an die Adresse der Bundesminister – Schaden vom DEUTSCHEN VOLK zu nehmen:
    Kassen wollen mit Ärzten (TK) oder lieber nicht (KKH)direkt abrechnen?; man sieht die Kassen sind sich selbst noch nicht einig.
    Aber die Abrechnung, die ein Arzt mit der Kasse (besser ohne die Kassenärztliche Vereinigung macht, kann doch durch den Patienten (durch Unterschrift) legitimiert werden.

    So kommt Kontrolle ins System, damit “Tote nicht mehr bedient und abgerechnet” werden. Lachen Sie nicht, das kam schon mehrfach vor.

    Ärzte-TÜV und Verfahrens-TÜV: Wenn man jetzt noch per PC-Abrechnungsprogramm (automatisch) erfasst, was der Arzt konkret geleistet hat und dann den Patienten noch fragt, was hast davon gebabt (Therapie-Erfolg), dann kann man (zusammen mit dem Blutbild) eine Verlaufsdokumentation (Studie) über den Erfolg eines Arztes mit Bezug auf Diagnose- und Therapie-Verfahren machen und damit eine Hitliste erstellen: “Beste Ärzte” – “Beste Verfahren” usw..
    Also, es geht – wenn nur man will – Transparenz (in Kosten/Leistung) ins System zu bringen und Verfahren zu evaluieren.
    Das führt über Diagnose-Kompetenz(-Gesundheits-Zentren) zur besten Medizin für das “Betriebliche Gesundheitsmanagement” und damit zur nachhaltigen Mitarbeiter-Gesundheit – das braucht man dort.

    Das führt dann zwangsläufig zu Firmen-Sonderverträge mit den Krankenkassen; die ja auch zunehmend (durch Qualität in der Medizin) entlastet werden wollen, um nicht pleite zu gehen.
    Weil ja die beste Medizin (paradpoxer Weise bzw. nur für wenige ersichtlich) – die preiswerteste Medizin ist. Die BRD nicht eine Pleitestaat wird.
    Dieter Reiber, IbF-Institut

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