verdi
Die Folgen der AutoBKK: verdi trennt sich von der IG Metall
Wir haben hier ja schon öfters über die BKK FTE/Auto BKK berichtet. Die BKK FTE hat erst mit der Deutschen BKK fusioniert und sich dann mitte des Jahres wieder von dieser getrennt. Das ganze ist nicht ganz sauber abgelaufen. So wurden massiv Mitarbeiter der Deutschen BKK von der Auto BKK abgeworben. Das gleiche fand auch bei den Mitgliedern der Deutschen BKK statt. Das ganz könnt ihr in den Artikeln über die Auto BKK nochmal in Ruhe nachlesen. Dort haben sich auch viele Mitarbeiter von VW bzw. der Deutschen BKK geäußert.
Das war eben die eine Seite der Medaille. Die andere – noch schlimmere – ist, dass die IG Metall aktiv für die Auto BKK Mitglieder bei Volkswagen geworben hat. Eine Gewerkschaft sollte für die Mitglieder da sein und sich aus der Krankenkassenwahl komplett heraushalten. Da hat die nix – wirklich garnix – zu suchen.
Das hat auch Gottseidank die verdi Gewerkschaft erkannt und sich jetzt von der IG Metall getrennt.
Das hat die verdi jetzt verkündet. Hier könnt ihr euch die Schreiben mal anschauen. Da ich das super finde habe ich die Beitrittserklärung auch gleich mit online gestellt. Darin können die zur IGM gewechselten Mitglieder wieder zurückwechseln.
Danke an Pumudu der so nett war und mir die folgenden Schreiben weitergeleitet hat und mich darauf aufmerksam gemacht hat!
Das verdi Schreiben wegen der Auto BKK
zu 1: Nein, dermaßen massiv und in abgestimmter Weise, habe ich das noch nie erlebt. Ich glaube, das ist einmalig in der Krankenkassenwelt. Normalerweise sind es ja eher die Arbeitgeber, die ihre Beschäftigten in ein günstigere Kassen drängen, damit sie Beiträge sparen. Dass aber eigentlich die “Gegenseite” von einer Gewerkschaft mit dem Arbeitgeber gemeinsame Sache macht, ist neu. Eine solche Entwicklung halte ich für sehr bedenklich! Denkt man das zuende, dann haben wir bald keinen fairen Wettbewerb zwischen den Krankenkassen mehr, sondern wieder “Zuweisungen” von Beschäftigten an bestimmt Kassen; das wollten wir doch eigentlich nicht mehr – oder?
zu 2: Ich finde das eigentlich nur konsequent von ver.di. Man muss da noch eine Sache wissen: Die Tarifzuständigkeit der Einzelgewerkschaften im Deutschen Gewerkschaftsbund richtet sich grundsätzlich nach der Branche des jeweiligen Arbeitgebers. Daher ist z.B. für die metallverarbeitende Industrie die IG Metall tarifzuständig, während für den Bereich der öffentlichen Verwaltung die Tarifzuständigkeit bei ver.di liegt. Nach dieser Aufteilung gehören die Krankenkassen zum Bereich der öffentlichen Verwaltung, daher müsste eigentlich immer ver.di die Gewerkschaft sein, welche die Tarifverträge für die Beschäftigten der Krankenkassen abschließt. Eine Ausnahme machen hier aber die Betriebskrankenkassen (BKK). Hier wird aus historischen Gründen toleriert, dass sich die Tarifzuständigkeit für die BKK nach der Tarifzuständikeit des Trägerunternehmens richtet. Also ist bei einer Audi BKK nicht ver.di, sondern eben die IG Metall tarifzuständig. Problematisch wird es aber, wenn BKK von Arbeitgebern aus verschiedenen Branchen fusionieren. So geschehen bei der Deutschen BKK, wo die ehemalige BKK POST die Gewerkschaft ver.di (als Nachfolgeorganisation der Deutschen Postgewerkschaft) und die ehemalige Volkswagen BKK die Gewerkschaft IG Metall in die neue BKK eingebracht hat. So etwas birgt schon den Kern der jetzt auftretenden Probleme in sich. Solange sich alle einig sind, ist alles in Ordnung: Die beiden Gewerkschaften vertreten die Beschäftigten gegenüber dem Arbeitgeber “Deutsche BKK” gemeinsam. Jetzt aber, wo die Volkswagen AG neue, von der Deutschen BKK getrennte Wege gehen will, kommt es für die IG Metall zur Nagelprobe. Sie hat sich für die BKK FTE (Auto BKK – beantragt) entschieden und stellt sich damit gegen die Deutsche BKK. Da ist es von ver.di nur konsequent und richtig, die alleinige Tarifzuständigkeit für sich zu reklamieren.
Es wäre doch ein Unding, wenn die IG Metall einerseits der Deutschen BKK die Versicherten zur BKK FTE abwirbt und sie gleichzeitig die Arbeitsbedingungen und Tarifverträge der Deutschen BKK mitverhandeln würde! So etwas nenne ich einen Interessenskonflikt erster Güte! Hier gibt es nur eine Lösung: Raus mit der IG Metall aus der Deutschen BKK.
:wohoo2: Es ist hier verückt :ski: auf der einen Seite macht die IG-Metall(IGM) Werbung für die neue noch BKK FTE, auf der andern Seite wollen aber die Funktionäre der IGM im Verwaltungsrat der Deutschen BKK weiter verbleiben und auch weiter Mitglieder der Deutschen BKK bleiben.
Persönlich miterlebt habe ich diese Aussagen bei einer Betriebsversammlung der Deutschen BKK, wobei diese Funktionärin bestreitet das wäre Werbung, sondern nur Infoveranstaltungen der IGM.
Mir zu hoch, :doh: wo liegt da der Unterschied?
Zitat pumudu ↑:
Den Unterschied erkenne ich auch nicht wirklich. Das ist einfach mal wieder typisch. Warum kann man nicht einfach sagen:”Sorry wir haben einen Fehler gemacht und wir werden das nichtmehr machen! Wir sind auch nur Menschen und haben uns vielleicht in die Falsche Richtung beeinflussen lassen – Das war dumm von uns!”
Aber nein :no: keiner traut sich mal zu Fehlern zu stehen und darüber zu reden :huh3: