Montag, 13. Februar 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Forum » Ärzte

  1. steffen
    Key Master

    Der Vorteil der Kassenärztlichen Vereinigung ist einfach, dass ohne diese eine Monopolstellung für die Kassen bei der Abrechnung entstehen würde. ->Monopol = niemals gut - denn sonst hat eine Seite eine Kontrolle über die Vertragsverhandlungen.

    So treffen 2 "große" Parteien aufeinander und es läuft "fairer" ab.

    Interessant in dem Artikel finde ich mal wieder diese Aussage:

    Der Personalabbau soll in der Regel über Vereinbarungen zur Altersteilzeit erreicht werden. Allerdings seien auch Trennungen im gegenseitigen Einvernehmen und betriebsbedingte Kündigungen denkbar.

    Ich frage mich immer bei so einem drastischen Stellenabbau (ist ja rund 1/4) woher kamen diese ganzen Stellen? Waren es in der Vergangenheit soviel mehr Aufgaben? Wohin sind diese Aufgaben jetzt?

    Klar muss ich jemanden auch Recht geben (der das System eventuell nicht so gut kennt - wie fiebbra) denn als ersten sehe ich Einsparung von Kosten = niedrige Kosten im Gesundheitssystem = niedriger Beitragssatz -> so rechnen jedenfalls die meisten Mitmenschen.

    Ich habe mir auch mal die Pressemitteilung der kassenärztlichen Vereinigung Hessen (welche ja der Ursprung des Artikels war) angeschaut.

    Was für mich nicht passt ist eine Aussagen wie diese:

    Ein Hauptaugenmerk wird dabei darauf liegen, die KV Hessen durch konsequente Kostensenkung wettbewerbsfähiger zu machen. Um dies zu erreichen, werden wir auch Personal abbauen müssen. Dies wird allerdings so sozialverträglich wie möglich geschehen.

    in der von sozialverträglich Gesprochen wird, gefolgt wird von einer Aussage:

    Allerdings sind auch Trennungen im gegenseitigen Einvernehmen sowie betriebsbedingte Kündigungen denkbar.

    mit betriebsbedingten Kündigungen.

    Eines muss ich feststellen - wenn mir jemand sagt, dass er mit 700 Arbeitnehmer, die gleiche Effizienz aufrechterhalten will wie mit 900 Mitarbeitern - dann hätte ich mir im Interesse der Ärzte in Hessen ein bisschen mehr Fakten in der Pressemitteilung gewünscht.

    Und nicht Aussagen wie:

    Dort war eine unzureichende Professionalisierung des Managements identifiziert worden.... Beispielsweise war uns schon bei unserem Amtsantritt im Jahr 2005 bewusst, dass der Abrechnungsbereich dringend reformbedürftig war.

    Warum hört man bei solchen Stellenabbau-Konzepten eigentlich immer - das alte Managements wars!?

    Wir haben deshalb vor, Personal und Öffentlichkeit regelmäßig und transparent über die jeweiligen Projektfortschritte zu informieren.

    Im Interesse der Ärzte wäre es vielleicht interessant gewesen, konkrete Aussagen gleich am Anfang zu machen?

    Posted 3 years ago #
  2. RevengeofPKV
    Inactive

    Ich glaube nicht, dass sich die Ärzte in Hessen für eine nähere Erläuterung der Gründe interessieren, die von der KV Hessen für den geplanten Stellenabbau gegeben wird. Die haben nämlich gar keine gute Meinung von ihrer Abrechnungsstelle. In der Pressemitteilung der KVH wird das ja in einem Nebensatz angedeutet, wenn davon die Rede ist, dass der Abrechnungsbereich "dringend reformbedürftig" gewesen sei.

    Wenn ich das aus der Presse richtig mitbekommen habe, dann haben die Ärzte in Hessen mehrere Quartale nur Abschlagszahlungen auf ihr endgültiges Horonar erhalten, weil die KVH eine korrekte Abrechnung nicht hinbekommen hat. Als die Defizite bei der KVH dann endlich beseitigt wurden, mussten Ärzte große Teile ihrer Abschlagsbeträge zurückzahlen (d.h. es wurde mit laufenden Zahlungsansprüchen verrechnet). Welcher Freiberufler kann unter solch ungewissen Finanzierungsbedingungen seinen Praxisbetrieb aufrecht erhalten?

    Ich glaube eher, dass die Ärzte aus Hessen in Sorge sind, dass es durch den Personalabbau bei der KVH wieder zu Problemen bei der Auszahlung ihrer Honorare kommen kann.

    Posted 3 years ago #

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