Hallo Steffen,
vielen Dank für Deine Antwort.
m
Wenn nicht hier, wo dann? ;-)
Obwohl der Fall meine Freundin betrifft, finde ich es wirklich an der Zeit, derartige "Mißstände" aus der Sicht des Betroffenen öffentlich zu machen. Ihr selbst bleibt dafür leider kaum Zeit. Und so geht es sicherlich vielen anderen Berufstätigen auch.
Das besagte Formular ist tatsächlich gestern angekommen. Nun muß dieses aber noch vom Unfallarzt bearbeitet werden ... . D.h. ich habe es heute früh dort eingeworfen. Dann muß das Papier zurück nach München geschickt werden, wo es dann, so Gott will, bearbeitet wird. Ohne die gesetzlichen Neuregelungen, oder Verfahrensweisen näher zu kennen, stelle man sich alleine diesen Weg von Anfang bis Ende vor. Für den Versicherten ist das, nur rein zeitlich gesehen, völlig unzumutbar. Zuerst wird der Arbeitnehmer darüber nicht informiert. Dann, anhand seiner Gehaltszahlung weiß er, dass ETWAS(?) nicht stimmt. An seinem einzigen freien Tag telefoniert er mehr als einen halben Tag mit dem Personalbüro des Arbeitgebers und der KV. Dann kommt tatsächlich das besagte Papier, das jetzt noch vom Arzt bearbeitet werden muß.
Dieses bedeutet:
- Montag 29.09. -> freier Tag -> Teilbetrag des Arbeitgebers wird auf dem Konto gutgeschrieben -> Telefonorgie
- Dienstag 30.09. (Arbeitstag- 6:30h Aufbruch zur Arbeit, Rückkehr von Arbeit 19:30h) -> Formular ausfüllen
- Mittwoch 01.10. (Arbeitstag, s.o.) -> Arzt soll Formular bearbeiten und man soll es dann an die KV zurücksenden (ohne die Hilfe Dritter überhaupt nicht möglich, außer man erledigt es auf dem Postweg, damit wäre die Woche dann vorbei).
Wenn dann nicht noch das kleine Problemchen mit der Differenzzahlung des Gehalts wäre ... . In anderen Worten, das Geld fehlt. Die Versicherte muß sich irgendwo so ganz beiläufig auch noch Geld ausleihen, damit sie ihre mtl. Fahrkarte kaufen kann. Von anderen Aufwendungen ganz zu schweigen.
Selbst wenn sie das Bankkonto überziehen könnte, betrachte ich das Ganze an sich als gänzlich unzumutbar!
m
Das scheiterte schon während des telefonischen Versuchs. Die örtliche Niederlassung verwies strikt an die Niederlassung in München. Die Bearbeitung, sowie alle Zahlungen werden dort bearbeitet ..., so die örtliche Techniker Filiale.
Wie uns bekannt wurde, arbeiten andere KV's auch nach der beschriebenen Verfahrensweise. Eine Arbeitskollegin berichtete dasselbe von ihrer KV.
Man könnte meinen, die Mitarbeiter der KV's haben lange Weile und man hat für sie eine neue Beschäftigungstherapie entwickelt.
Mal im Ernst, lt. Basisinformationen der TK, hat diese zum Ende 2008 ca. 4,3 Millionen zahlende Mitglieder. Insgesamt sind bei der TK 6,3 Millionen Menschen versichert. Nimmt man nur die zahlenden Mitglieder und den durchschnittlichen jährlichen Krankenstand dieser Gruppe und multipliziert ihn mit dem aus der beschriebenen Verfahrensweise resultierenden Aufwand, kommt sicherlich alleine für die KV ein stattliches Sümmchen raus. Ganz zu schweigen von "besonderen" Geschäftsvorfällen in dem o.g. Zusammenhang. Wenn man dann noch den Aufwand der tatsächlich betroffenen Versicherten hinzurechnet, ist die Umsetzung der "neuen Regelungen" eine 100%ige Nullnummer, die jeden Beteiligten nur Geld und Zeit kostet. Ich lasse mich in dieser Sache gerne belehren, aber ich verfolge derzeitig kopfschüttelnd bereits 2 derartige Fälle.
Ich weiß zwar nicht warum man diese Regelungen getroffen hat, das spielt IMHO bei einer derartigen Umsetzung auch keine Rolle mehr! Man könnte ernsthaft glauben, dass die Vergangenheit keine sonderlichen Erfahrungen für manche Entscheidungsträger gebracht hat.
Hier Abhilfe zu schaffen, dürfte wohl für eine Organisation wirklich kein Problem darstellen. Und das Argument, bei großen Organisationen ist das nicht so einfach ..., betrachte ich heutzutage in diesem Zusammenhang als lächerlich. Über die praktikable Umsetung einer neuen Regelung sollte man sich eben vorher Gedanken machen. Im Übrigen hat es vor der Neuregelung doch auch jahrelang ohne diese wahnwitzigen Szenarien für die Versicherten funktioniert.
Und das Argument "Ausnahmesituation", für die 2 mir bekannten Fälle, bedeutet IMHO für das angewandte Verfahren -> Fehler im Controlling, oder sonstwo- letztlich für den Versicherten egal.
Schon der Ansatz dieser Verfahrensweise kann IMHO nicht richtig sein. Bei der Abhandlung gibt es viel zu viele unvorhersehbare Situationen, lange Wege und dadurch nicht kalkulierbare Vorfälle, die dann nur noch manuell mit extra besonderem Aufwand wieder aus der Welt geschafft werden können.
...
m
Das erübrigt sich wohl im Moment.
Wenn das Drama beendet ist, werde ich hier über den exakten Verlauf dieser Aktion berichten.
Sorry für den langen post, aber langsam sollten heutzutage gewisse Dinge mal auf den Tisch.
Viele Grüße
Hans