Donnerstag, 17. Mai 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Forum » Hilfe bei Krankenversicherung bzw. Krankenkassen

  1. steffen
    Key Master

    Da gebe ich dir Recht. Eigentlich sollten die Angebote in Richtung Kostensenkung gehen (für die Versicherten, die "wirklich" an der Krankheit leiden).

    In dem Beitrag vom ZDF ( Video zur Erklärung des Morbi RSA findet ihr hier ) hat die Siemens BKK aber auch gesagt, dass es möglich ist Versicherten einer Krankheit "zuzuordnen".

    Also müsste dein Beitrag revengeofpkv ergänzt werden durch: Richtig profitieren werden nur die Krankenkassen, die Versicherte melden können, die garkeine Ausgaben erzeugen :wink:

    Aber die Frage ist, ob das so einfach möglich ist wie die Siemens BKK es in dem Beitrag erklärt!?

    Denn da klingt es ja für mich eher nach: "Wir machen den Sack auf die anderen füllen ihn voll und wir holen gleich den nächsten" -> aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es so einfach ist..

    Das Interesse der Kassen müsste nach meinem Verständnis [:lol:] dann ja dahin gehen, die Behandlungskosten für diese Erkrankungen zu senken. Resultieren daraus dann nicht sogar Notwendigkeiten für besondere Versorgungsangebote, die bei der Kostensenkung helfen [:idea:]

    Hierzu müsstest du aber auch bedenken: Kostensenken ja! Kosten "entfernen" nein! Denn wenn ja keine Kosten mehr da sind, gibts kein Geld mehr!? Was dann wieder nicht zu "Gewinn" führen kann.

    Und dann entsteht auch das Problem mit den Versorgungsangeboten. Die führen ja meist zu einer gesundheitlichen Verbesserung und laut dem Beitrag vom ZDF gibt es ja bei keiner Krankheit, auch kein Geld. (ich meine jetzt ohne die Betrachtung der "illegalen" Zuordnung zu bestimmten Krankheiten)

    Also könnten die Krankenkassen auch nicht mit ihren Leistungen unter dem Durchschnitt der Kosten liegen und auch keinen "Gewinn" machen.

    Perfekt wären dann also Leistungen, die Kosten senken aber den Kranken auf keinen Fall gesund machen oder?

    Was für eine verrückte Welt - wenn man mahl bedenkt über was wir hier diskutieren :roll: (d.h. jetzt nich das ich die Diskussion für unwichtig finde! Das muss angesprochen werden! Sowas darf nicht in der Versenkung verschwinden!)

    Grüße an euch zwei -

    Posted 3 years ago #
  2. RevengeofPKV
    Inactive

    Hallo steffen,

    du hast mich glaube ich etwas mißverstanden (kann natürlich auch sein, dass ich mich mißverständlich ausgedrückt habe, schließlich diskutieren wir hier ein ziemliches Expertenthema :roll: ).

    Ich mache am besten mal ein Beispiel, vielleicht klärt es sich dann auf: Das Krankheitsbild des Diabetes mellitus (landläufig auch noch als "Zuckerkrankheit" bekannt) eignet sich hierfür meines Erachtens ganz gut. Im frühen Krankheitsstadium kann man den Diabetes mellitus des Typ 2 ohne Arzneimittel durch Verhaltensänderungen behandeln. Wer abnimmt, seine Ernährung umstellt und sich viel bewegt, kann damit seinen Blutzuckerspiegel so regulieren, dass er erst mal keine Medikamente benötigt. So spart die Kasse also langfristig Geld, obwohl sie einen Zuschlag aus dem Morbi-RSA erhält, der auf den bisherigen Durchschnittskosten für Diabetiker kalkuliert wurde, die zum ganz überwiegenden Teil noch konventionell, also mit der Verordnung von Arzneimitteln behandelt wurden.

    Jetzt wissen wir alle, dass Verhaltensänderungen schwer herbeizuführen sind :mrgreen: . Insbesondere, wenn es um so was Schweres wie Abnehmen, Ernährungsumstellung und Bewegen geht. Aber hier wäre dann für die Kassen der Ansatzpunkt: Ein spezielles Programm zur Verhaltensänderung, z. B. durch einen Bonus für jedes abgespeckte Kilogramm :idea: könnte die Versicherten vielleicht entsprechend motivieren. Je mehr erfolgreich teilnehmen, um so stärker sinken die Kosten für die Kasse und um so größer ist der Morbi-RSA-Vorteil. Wäre ein solches Ergebnis für die Betroffenen wirklich so schlimm? Ich meine nicht.

    Man kann daran sehen, dass nicht unbedingt immer alles schlecht ist an Neuerungen.

    Eines muss ich zu meinem Beispiel aber noch ergänzend sagen: Man kann eine Diabeteserkrankung nicht heilen. Früher oder später wird es also bei jedem Diabetiker zu Kosten für die Kasse kommen und bei den anderen zuschlagsfähigen Erkrankungen ist das auch so. Es wird also nicht dazu kommen, dass wir alle Erkrankten durch besondere Versorgungsangebote heilen und dann keinen Mobi-RSA mehr brauchen, weil es keine Behandlungskosten mehr gibt. Aber wenn wir einem an einer nicht heilbaren chronischen Erkrankung leidenden Versicherten eine bessere Lebensqualität verschaffen können, indem wir den Zeitpunkt, ab dem er Arzneimittel nehmen muss, nach hinauszögern, ist das dann nicht ein Wert an sich, für den der Aufwand lohnt? Dabei geht es doch bei der Krankenversicherung auch und nicht nur um ökonomische Effekte und das Erzielen des bestmöglichen RSA-Ergebnisses. In der (ver-)öffentlichten Meinung der in der Regel interessegeleiteten Beteiligten bekommt man ja schon manchmal den Eindruck, das Gesundheitssystem ist nur Geld(um)verteilung und sonst nichts weiter.

    Posted 3 years ago #
  3. steffen
    Key Master

    Hallo Revengeofpkv,

    ja ich hatte wegen dem Expertenthema :roll: auch erst überlegt es in den Bereich Mitarbeiter von Krankenkassen zu verschieben.

    Aber es muss doch auch möglich sein, es "normalen" Menschen zu erklären die darin keine Experten sind ;) Gerade weil das Thema durch die Presse jagt und anscheinend keiner es von der Regierung erklären kann/will (sind wir wieder bei dem Punkt Wählerstimmen)

    Ich kann und werde deinem Beispiel nichts hinzufügen - denn aus meiner Sicht ist es wirklich perfekt.

    Nur man kann unsere zwei Ansätze eventuell so aufteilen.

    • meiner ist eher der "schlechte" Ansatz - welchen auch einzelne Krankenkassen versuchen werden (also das "vorteuschen" von Krankheiten) (vielleicht könnten wir dies als Nachteil erachten?)
    • deiner ist der perfekte Ansatz wie es eigentlich sein sollte und wie es glaube ich auch die Macher des Morbi RSA gedacht haben. (sozusagen der Vorteil?)

    Wie findest du diese Aufteilung? Ich hoffe, dass es im Ende auf deinen Ansatz hinaus läuft.

    Denn ich teile genauso deine Erkenntnis, dass es so klingt als wäre der Mensch nurnoch Geld und eigentlich sollte die Verbesserung der Gesundheit im Vordergrund stehen.

    Posted 3 years ago #
  4. RevengeofPKV
    Inactive

    Hallo Steffen,

    einverstanden, was Deine Einteilung betrifft. Das bedeutet also, dass Du DarthVader bist und ich Luke Skywalker bin, ja?

    Sicher weißt Du ja , wie diese Geschichte ausging :wink: . Daher habe ich für unser schönes Krankenversicherungssystem noch Hoffnung, die stirbt ja bekanntlich zuletzt. :D

    Posted 3 years ago #

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