BKK Mobil Oil bezahlt die höchste Geldleistung!?
Auf meiner Tour durchs Web, bin ich bei der BKK Mobil Oil hängen geblieben. Ein kleiner Banner hat es mir angetan. Die Aussage: “Gut für ihre Gesundheit, gut für ihr Portemonnaie. Unser bis zu 1000 Euro Familien-Vorteil!” Da ist mein Auge erstmal hängen geblieben.
1000 Euro Bonus von der BKK Mobil Oil?
Ich war schon wirklich ein bißchen beeindruckt. 1000 Euro war bis jetzt das höchste, welches ich von einer gesetzlichen Krankenversicherung gesehen habe. Gerade in Zeiten der Finanzkrise, steigender Arbeitslosigkeit und Entlastung(en) durch die Bundesregierung ein interessantes Angebot.
Ein paar Infos zu der “1000 Euro Alternative” der Mobil Oil BKK:
Das Programm ist keine 1000 Euro sofort Erstattung, sondern ist zusammengesetz aus mehreren Komponenten.
- Bonus: Die ersten bis zu 300 Euro sind ein Bonus der für die Familie ausgezahlt wird. Er ist an den Nachweis von Vorsorgeprogrammen gebunden. Das wäre zum Beispiel Krebsvorsorge und Kinderuntersuchung. Das währen die ersten 300 Euro die es für die Familie pro Jahr geben kann.
- Prämie: Wenn ein Mitglied sich für einen Wahltarif der BKK Mobil Oil entscheidet, gibt es nochmal bis zu 200 Euro. Mitglieder, welche selber Beiträge übernehmen, erhalten dann diese bis zu 200 Euro pro Jahr.
- Vergünstigungen: An Präventionskursen beteiligt sich die Mobil Oil BKK nochmals mit bis zu 500 Euro pro Jahr.
Wer im Kopf mitgerechnet hat, kommt auf die bis zu 1000 Euro pro Familie im Jahr. Genaueres könnt ihr hier auf der Seite der BKK Mobil Oil nachlesen.
Durch diese Aufschlüsselung in Prämien, Bonus und Vergünstigungen war es wirklich schwer einen Titel für den Beitrag zu finden. Zusätzlich konnte ich nicht das Wort Rückzahlung verwenden, denn es gibt noch die Beitragsrückzahlung. Wollte ich nur erwähnen, für alle die sich über die Geldleistung Überschrift gewundert haben. Die Krankenkassen machen es also auch den Bloggern nicht so einfach.
Meinung Meinung zu den 1000 Euro der BKK Mobil Oil
Probleme für mich sind, dass die Wahltarife eine Bindefrist von 3 Jahren haben. Darauf hätte ich keine Lust. Zusätzlich bin ich auch nicht so der Fan von Präventionskursen. Deshalb würden mir die 500 Euro Vergünstigung nicht viel bringen.
Das einzige was für mich interessant ist, ist der Bonus. Dieser ist mit 300€ aber auch bei anderen Krankenkassen zu bekommen.
Aber das ist sehr subjektiv gesehen.






Februar 10th, 2009
Das ist meines Erachtens eine Milchmädchenrechnung mit jeder Menge “Sternchenzusätzen” nach dem Motto: “… unter der Bedingung, dass …”!
Zuerst ist darauf hinzuweisen, dass ein Betrag in Höhe von 1.000,- Euro pro Jahr nur für Familien zu erzielen ist. Dann noch die paar kleinen Bedingungen bei dem Wahltarif mit der 200-Euro-Prämie: Der setzt nämlich voraus, dass ich außer Vorsorge- und Präventionsleistungen keinerlei sonstige Leistungen im Jahr in Anspruch genommen habe! Wenn also die Grippewelle zuschlägt und ich Antibiotika brauche, ist die Prämie schon futsch (jaja, ich weiß: “Wer gesund lebt, der wird nicht krank!” – erzählt das mal den Viren!). Hinzu kommt noch die Bindefrist von drei Jahren. Was ist, wenn ich in 2010 eine Kasse finde, die eine Prämie ausschüttet? Von der BKK MobilOil komme ich ja nicht vor 2011 weg.
Den Bonus für nachgewiesene Vorsorgeuntersuchungen finde ich o.k. – das reduziert das Risiko zu spät erkannter Erkrankungen und spart langfristig Geld. “Langfristige” Betrachtungen sind ja ohnehin nur bei Gesundheitsökonomen angesagt, unsere Gesundheitspolitiker schauen ja nur von Jahr zu Jahr (oder besser: von Wahltermin zu Wahltermin).
Aus dem gleichen Grund finde ich die Präventionsangebote im Prinzip gut. Allerdings ist die Grenze zu bloßen Wellness-Angeboten hierbei schnell erreicht und die gehören meiner Meinung nach nicht zum Leistungsangebot der GKV.
Insgesamt also sicherlich ein wenig marktschreierisch, die Nummer mit den 1.000,- Euro – die Kasse hat jedenfalls eine gute Marketingabteilung. Lieber wäre mir aber eine Beitragsausschüttung in Form einer Prämie an alle Versicherte, ohne Bedingungen – aber das werden sich wohl die wenigsten Kassen überhaupt leisten können.
Februar 10th, 2009
Gerade bei Familien seh ich den Knackpunkt. Ich als Student sitz die Grippe aus. Kauf mir einfach ein paar Tabletten ohne Rezept. Aber wenn ich Kinder habe, dann würde ich so nichtmehr vorgehen. Das ist dann wieder das “Problem” bei einer Familie.
Bei der Prävention stimme ich dir zu. Ich erachte die Krebsvorsorge schon für wichtig, denn wir hatten selber Krebsfälle in der Familie. Sowas kommt schneller als man denkt.
Aber ob ich deswegen zum Präventionsjunkie werden soll!? Ich weiß nicht. Wenn ich mir das Präventionsblättchen als anschaue, welches die Krankenkasse mir zusendet, dann finde ich die meisten schon übertrieben.
Wenn ich die 500€ rausholen will, dann kann ich meine Freizeit mit Präventionskursen verbringen und das ist ja auch nicht das sinnvollste.
Februar 10th, 2009
@RevengeofPKV deine Antwort hat bei mir eine Frage aufgeworfen. Passt nicht ganz zu der News, deshalb habe ich diese im Forum abgeladen und zur Diskussion eröffnet.
http://www.kvportal.de/bbpress.....#post-1593
Februar 24th, 2009
Als Mitarbeiter der BKK MO möchte ich mal ein wenig Licht ins Dunkel bringen:
Die Bindung für drei Jahre ergibt sich nur aus der Wahl des Wahltarifs Prämienzahlung, die anderen Angebote sind ohne Bindungsfrist.
Die Prämienzahlung ist nur von Mitgliedern wählbar, die auch selbst Beiträge zahlen, Kinder (bis 18) sind also ausgeschlossen. Deshalb wären nur die Erwachsenen von der Wahl betroffen evt. “nicht zum Arzt zu gehen”. Wenn ich mir die Einstellung von Männern zu Ärzten anschaue… kleiner Spaß. Wer aber z.B. eine Untersuchung wg. Grippe auf Privatrechnung laufen lässt (die keine 200 Euro kostet) würde immer noch ein Plus machen. Zudem ist in diesem Fall keine Praxisgebühr fällig. Sollte wg. schwerer Erkrankung doch eine längere, teure Behandlung notwenig sein, geht allenfalls die Prämie flöten und man ist in der Bindungsfrist drin.
Die Prämien für Präventionsprogramme beziehen sich nicht nur auf die “herkömmlichen” Angebote wie z.B. bei der VHS, wo man jede Woche hindackelt. Vielmehr bieten wir in Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern super attraktive Kurzreisen an (und das finde ich tatsächlich), auch speziell für junge Leute, die Präventionseinheiten beinhalten. Bucht man so eine “Aktiv”Reise, übernimmt die BKK MO einen ziemlich hohen Anteil der Kosten für die Reise – Katalogbestellung über die INet-Seite möglich.
Insgesamt muss man sagen, dass die 1000 Euro sicher nur bei einer präventionsaktiven Familie zusammen kommen. Sieht man aber die einzelnen Blocks für sich, so hat auch jeder Single Vorteile. Allein durch das “Gesundheits-Extra” (Bonus) kann man ein paar Euro durch Vorsorgeuntersuchungen, Sport, gesunde Ernährung rausholen. Und das ist doch effektiv ein gutes Angebot, bei dem man nur das tut, was man ohnehin schon macht. Dazu noch ein 4-7tägiger Aktivurlaub… also ich finde, das ist schon was.
Noch eine kurze Anmerkung zur Höhe der Prämienrückzahlung bei anderen Krankenkasse, wenn man nicht zum Arzt geht. Es gibt unschlagbare Prämienhöhen bei den verschiedenen KKn von teilweise bis zu 500 Euro. Der Haken an der Sache ist “bis zu”. Grundsätzlich dürften die Tarife nämlich so ausgestaltet sein: “Bis zu 500 Euro (…)” im Kleingedruckten “aber nicht mehr als 1/12 des Jahresbeitrages”. Sprich hier geht es um die Höhe eines Monatsbeitrages. Die 200 Euro bei der MO sind schon gut bemessen, wenn ich mir mein eigenes Gehalt anschaue und das ist nicht schlecht. Wer 300 Euro Bonus haben will, müsste über 4000 Euro brutto/mtl. verdienen. Also Augen auf bei der Prämienwahl und nicht zu schnell locken lassen… wie bei jeder anderen privaten Versicherung :o)
Februar 24th, 2009
Hi Mitarbeiter, danke für dein ausführliches Kommentar und Willkommen auf dem KvPortal.
Hab noch ein paar Fragen, wenn du vielleicht so nett wärst :-)
Andere Krankenkassen haben ein ähnliches Modell. Kann es bei euch auch sein, dass ich eine Nachzahlung leisten muss!?
Ok Interesse ist geweckt.
Schön beschrieben. Das Problem kenn ich auch. Denn bei manchen Krankenkassen ist es noch aufgesplittert in freiwillig Versicherte und Pflichtversicherte.
Insgesamt hört sich euer Angebot mittlerweile Interessant an – hätte ich am Anfang nicht gedacht.
Februar 24th, 2009
Gern, als Kunden- und serviceorientierter Mitarbeiter tut man doch sein Bestes ;o)
Eine Nachzahlung (dürfte) es nicht geben, auch wenn ich das nur zu 99,9 Prozent sicher sagen kann, weil es dazu keine definitive Aussage gibt. Ich ziehe mal den Umkehrschluss heran: Im Tarif heißt es, die Ausschüttung kommt nur zum Tragen, wenn man keine Leistungen in Anspruch nimmt. Nimmt man sie in Anspruch, fällt die Prämie weg – für den Rest hast du deine Beiträge gezahlt und damit den Anspruch auf ärztliche Versorgung.
“Aktiv”Reisen/Prävention: Für Singles gibt es hier bis zu 350,00 Euro. Hängt im Einzelnen von der Höhe der Kursgebühr und den Kosten der Reise ab. Nur hier auch meine persönliche Meinung: Ein Kurztrip, bei dem man was für sich tut und sich ein bisschen erholt und die Kasse zahlt noch was zu… nicht schlecht.
Die Gesamtprämienausschüttung für einen Single könnte um die 640 Euro betragen, voraussgesetzt man nimmt alles wahr und hat ein bestimmtes Alter, denn das braucht man für diverse Vorsorgeuntersuchungen.
Ein Splitting nach pflicht- u. freiwillig Versicherten ist mir noch nicht zu Ohren gekommen? Wie ist da die Abgrenzung? Freiwillig versicherte Arbeitnehmer, freiwillig versicherte Hausfrauen? Grundsätzlich halte ich nichts von zu hoch angesetzten Prämien. Zum einen werden weniger zum Arzt gehen, wo es wirklich notwendig wäre, wenn die Prämie enorm verlockend ist, was die Kosten für nachgehende, tatsächlich notwendige Behandlung in die Höhe treiben könnte, zum anderen möchte ich mir gar nicht vorstellen, wie hoch ein Zusatzbeitrag wäre, wenn eine Kasse tatsächlich viele dieser hohen Prämien ausschütten müsste. Das geht dann zu lasten aller. Also lieber ein kleines aber feines Angebot mit den geringstmöglichen negativen für die Versichertengemeinschaft. Eins ist klar: keine Kasse wird sich selbst über’s Ohr hauen.
Februar 24th, 2009
Ok. Gegenstimmen werden jetzt sagen, dass die Krankenkasse keine Reisen bezahlen soll. Ich persönlich finde das aber gut. Denn ich als Student kann mir keine Reise zur Erholung gönnen. Wenn ich dabei noch etwas gesundes machen kann, dann ist es schon was ganz anderes als die Rückenkurse der VHS. Super!
Schau mal hier KKH: http://www.focus.de/finanzen/v.....o_id=98472 kann aber nicht sagen ob es noch aktuell ist. Zu meiner Zeit (2006) gab es bei einzelnen Krankenkassen spezielle Programme für freiwillig Versicherte. Soweit ich weiß, hatte man als “freiwillige Hausfrau” auch Anspruch darauf, jedoch hat keine Krankenkasse jemals dafür Werbung gemacht :-)
Ich weiß nocht, dass es bei manchen Krankenkassen (ich sag jetz nich welche), es verboten war diesen Tarif abzuschließen. Diese Bonusprogramme mussten vom höchsten Chef genehmigt werden. Und natürlich gab es für diese Programme dann auch nachfragen, warum man es abgeschloßen hat.
Februar 24th, 2009
Hmm, wenn ich mir die Höhe der Prämien im Vergleich zur Auswahl “alle Versicherte” und “freiwillige Versicherte” anschaue, fällt mir nur auf: Je mehr Beitrag ich zahle, je mehr Bonus bekomme ich. Ein simpler Gedanke – auch der, warum dies für freiwillig versicherte Hausfrauen nicht beworben wird, die zahlt nämlich nur den Mindestbeitrag. Na ja, über Zielgruppen muss man nicht reden.
Soweit ich weiß gibt es bei verschiedenen Kassen Leckerli-Programme/Angebote für “besondere” Mitglieder. Klar, dass die nicht offen kommuniziert werden :o)
Also, wir bieten für jeden was und wir kommunizieren es. Wer nicht hinschaut und sich später beschwert… nun ja. Und vielleicht bringt eine Investion in die Gesundheit nachhaltig ja doch messbare Auswirkungen?!
Zum Thema KK zahlt Urlaub: Mit dem von der KK gezahlten Anteil werden größtenteils die Kosten für’s sportive gedeckt – also ist es im Rahmen denke ich. Das zusammen mit der Vergünstigung des Anbieters bei Unterkunft/Verpflegung funktioniert vermutlich auch nur nach dem rein wirtschaftlichen höheren Auslastungsprinzip des jeweiligen Domizils. Warum also nicht nutzen?!
Februar 24th, 2009
Halt, noch vergessen: Die auf deinem Link dargestellten Programme könnten noch folgenden Zusammenhang zw. Pflichtmitgliedern und freiwilligen Mitgliedern haben: Vor ein paar Jahren, wenn ich mich recht erinnere, wurden im Kampf GKV-PKV beschlossen, dass auch die GKV einen “Selbstbehalttarif” für (ausdrücklich) freiwillige Mitglieder anbieten darf. Die Tabelle scheint eine Mischung als diesen alten Tarifen und möglicherweise neueren Produkten zu sein.