Montag, 13. Februar 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Krankenkassen

18.06.2009 | 19:41 Uhr

Das Gesundheitswesen: Aktueller Stand und Ausblick

Das Gesundheitswesen wird sich in den nächsten Jahren in vielerlei Hinsicht drastisch verändern müssen. Ein großes Problem, dass das bestehende Gesundheitswesen beeinflussen wird, ist die Vergreisung der Bevölkerung. Die Geburtsrate sinkt und die Anzahl der Menschen, die über 65 Jahre alt sind, steigt. Zudem leben die Menschen, auch dank der besseren medizinischen Versorgung, immer länger. Durch die alternde Bevölkerung steigt auch die Zahl der chronisch Kranken. Ebenso gibt es immer wenige Menschen die berufstätig sind. Dies wirkt sich auch negativ auf die Krankenversicherung aus, da diese zur Hälfte vom Arbeitnehmer und zur Hälfte vom Arbeitgeber finanziert wird.

Schon jetzt ist das Deutsche Gesundheitswesen derart teuer, dass Veränderungen eingeführt werden müssen. Eine Veränderung, die sich vor Jahren durchsetzte, war die Einführung der Praxisgebühr. Bei jedem ersten Arztbesuch in einem Quartal, muss der Kassenpatient nun 10 Euro Praxisgebühr zahlen. Diese wurde auch mit dem Hintergedanken eingeführt, dass unnötige Arztbesuche eingeschränkt werden könnten.

Auch hat Deutschland immer noch zu kämpfen mit der ungleichen Behandlung von Privatpatienten und Kassenpatienten. In der Politik wird seit Jahren diskutiert, ob es nicht zu einer Aufhebung dieser beiden Gruppen kommen sollte. Dass dies geht, zeigen uns die Niederlande, wo es seit dem Jahr 2006 keine private Krankenkassenversicherung mehr gibt.

Das Deutsche Gesundheitssystem zählt zu den besten und teuersten der Welt, dennoch sind nur etwa 90 Prozent der Bevölkerung versichert. Auch dies soll sich in Zukunft ändern.

Zunehmend wird die Gesundheitspolitik auch national beeinflusst, durch die Europäische Union (EU).
Seit dem 1. Januar 2009 ist eine wichtige Neuerung in Kraft getreten, der Gesundheitsfonds. Dieser Gesundheitsfonds beinhaltet, dass alle gesetzlichen Krankenkassen für gleiche Leistungen, gleiche Preise fordern müssen. Dadurch werden die einzelnen Krankenkassen nicht benachteiligt. Konkurrieren um Versicherte, können die Krankenkassen nun nur noch mit Hilfe von Zusatzversicherungen und Zusatztarifen, die Versicherte auf freiwillger Basis abschliessen können. Der Konkurrenzdruck der Krankenkassen wirkt sich positiv auf für den Versicherten, da er gute zusätzliche Leistungen seiner Krankenkasse erwarten kann.

Ein weiteres aktuelles Thema in der Gesundheitspolitik ist die Gesundheitsprävention. Zahlreiche Präventionsprogramme werden entwickelt, um die Bevölkerung, zum Beispiel, anzuregen, mit dem Rauchen aufzuhören. In derartige Präventionsprogramme fließt viel Geld. Dies ist auch wichtig und nötig, da viele Krankheiten durch einen gesunden Lebensstil verhindert werden können.

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

Kommentare

3 Kommentare zu “Das Gesundheitswesen: Aktueller Stand und Ausblick”
  1. Sascha sagt:

    Der Gesundheitsfond ist so wie er konzipiert wurde nicht überlebensfähig.
    Nehmen wir mal die PRäventionskurse. Wenn eine KK in der Vergangenheit den Betrag X dafür von den Beiträgen nehmen konnte, bekommt sie nun nichts mehr durch den Fond. Gesundheitsprävention, die ja auch Ullala Schmidt so gut findet, hat in diesem System keinen Platz mehr.
    Nur (chronisch) krank ist finanziell vorteilhaft.
    Über Kurz oder Lang werden wir alle in die GKV zurück führen müssen und die zusätzlichen “Wünsche” generell über private Zusatzversicherungen abdecken.

  2. RevengeofPKV sagt:

    Ich denke, dass es wie in der Rentenversicherung zu erwarten ist, bald nur noch eine Grundabsicherung im Gesundheitswesen geben wird, die über die Solidargemeinschaft finanziert wird. Der ganze Rest wird der privaten Vorsorge des Einzelnen überantwortet. Für diejenigen, die sich einen guten Zusatzschutz nicht leisten können, wird es dann schwierig werden. Vielleicht kann man in einigen Jahren die finanziellen Möglichkeiten eines Menschen an seinem Gesundheitszustand ablesen – kein schöner Gedanke.

  3. Sascha sagt:

    @revengeofPKV:
    Leider kann man das jetzt schon. besser situierte können sich Krebsvorsorge leisten und erkranken dementsprechend seltener bzw. werden öfter geheilt.
    Oder Zahnersatz, schau einen Menschen in den Mund und du weißt was er an Geld hat.
    Es ist jetzt schon nachgewiesen das es zwischen Lebenserwartung und Einkommen eine Verbindung gibt. Wir haben bald us-amreikanische Verhältnisse, ein echter Albtraum!

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