Montag, 13. Februar 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Gesundheit

12.08.2009 | 19:36 Uhr

Der erste Herzschrittmacher mit Funkübertragung aus den USA

Carol Kasyjanski war 20 Jahre lang auf einen herkömmlichen Herzschrittmacher angewiesen, bis sie als erste amerikanische Empfängerin einen Herzschrittmacher mit Funkfunktion eingepflanzt bekam, welcher es ihrem Arzt erlaubt, ihre Herzfunktionen über das Internet zu überwachen.

Wenn die Patientin Kasyjanski nun ins St. Francis Hospital in Roslyn, New York, zu einer Routineuntersuchung kommt, hat 90% der Behandlung bereits vorher stattgefunden, da ihr Arzt sich ihre Werte zur Herzfunktion schon über den Computer angeschaut hat. Der Schrittmacher, der ihr eingesetzt wurde, überträgt die Werte des Schrittmachers per Funk ins Internet, die der behandelnde Arzt dann abrufen kann. Handelt es sich nun um kritische Informationen, wird er bereits frühzeitig informiert und kann schneller eingreifen.

Die Patientin, die an einer schweren Herzkrankheit seit über 20 Jahren leidet, sagte nach den ersten Folgen mit ihrem Herzschrittmacher, dass es ihr erneute Zuversicht und neue Lebenszeit gegeben hat, da sie nun schnellere Hilfe bei einer Unterversorgung erreichen kann und so ihr Leben gerettet werden kann. Zudem kann man durch den neuen Schrittmacher schneller feststellen, wo das Problem liegt.

Dr. Steven Greenberg ist der Direktor des St. Francis Herzrrhythmusstörungs- und Herzschrittmacherzentrums. Er ist überzeugt, dass der neue Schrittmacher ihm hilft, seine Patienten fortan besser behandeln zu können und bald zum Standard zählen wird.

Der Herzschrittmacher und der Server des Computers stehen zumindest einmal am Tag in Kontakt, um alle wichtigen Informationen aufzuzeigen und den Doktor zu alarmieren, sollte etwas nicht in Ordnung sein. Der Arzt bekommt bei Unstimmigkeiten sofort einen Anruf. Für den Patienten bedeutet es ein Gefühl der Sicherheit, wie die Patientin Kasyjanski schilderte. Für sie ist mehr als nur Sicherheit, denn es ist auch ein Stück neu gewonnene Freiheit und Chance auf mehr Lebenszeit mit ihrer Familie.

Es gibt mittlerweile mehr als 3 Millionen Menschen mit Herzschrittmachern und mehr als 600.000 werden jedes Jahr implantiert.

Durch diesen neuen Schrittmacher wird es in der Zukunft vielleicht möglich, nicht nur schwachen Herzschlag zu überwachen, sondern auch Bluthochdruck, Glucosewerte und Herzinsuffizienz.

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

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