Krankenhaus
Die größte Geldverschwendung der Welt: Das amerikanische Gesundheitssystem
Ohne ein Fachmann fĂĽr das US-amerikanische Gesundheitssystem zu sein kann man es als einen der erfolgreichsten Geldvernichtungsprozesse in der ganzen Welt erkennen. Selbst das britische System mit seiner ineffizienten Nutzung staatlicher ZuschĂĽsse schneidet im direkten Vergleich besser ab.
Die amerikanischen Pro-Kopf-Ausgaben für das Gesundheitssystem liegen deutlich über denen anderer Länder. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2006 geben der Staat 7 % und die privaten Haushalte weitere 8,3 % für die Gesundheitspflege aus. Zum Vergleich: In der Schweiz, dem Zweitplatzierten in einer OECD-Vergleichstabelle, liegen die Quoten bei 6,8 % für den Staat und 4,5 % für die Privathaushalte.
Trotz dieser hohen Ausgaben sind die Lebenserwartung und -qualität jedoch nicht deutlich besser als in Ländern mit geringeren Gesundheitsausgaben. Ein US-Dollar verliert im Gesundheitssystem seinen Wert. Dieser Effekt ist kaum allein der beträchtlichen unversicherten Minderheit zuzuschreiben, die nur eine unterdurchschnittliche Gesundheitspflege erhält.
Vielmehr bereichern sich Pharmaindustrie und deren Zulieferer durch endlose Reihen von Sicherheitstest. Die meisten davon – ĂĽberwiegend unnötig und kostenintensiv – testen jede Eventualität. Die Rechnung dafĂĽr zahlen die Versicherungen – und letztendlich die Gesellschaft.
Ein persönliches Beispiel: Ein Brite musste nach einer Herzoperation aus beruflichen GrĂĽnden in die USA reisen. Hier erkrankte er – in Folge des Eingriffs – an einer Blutvergiftung. Nach nicht einmal einem Monat in einem amerikanischen Krankenhaus beliefen sich die Rechnungen auf 100.000 Pfund (ca. 115.000 Euro). Die Ă„rzte empfahlen ihm, sich der kompletten Operation noch einmal zu unterziehen. Eine RĂĽckreise nach GroĂźbritannien sei zu riskant.
Schnell entschied sich der Mann jedoch, dieses Risiko einzugehen, da er sich nicht nur die erneute Operation ersparen wollte, sondern auch die Kosten nicht tragen konnte. Schließlich wollte ihn keine Versicherung mit seiner Herzerkrankung absichern. Nachdem er die Rückreise überlebt und einen längeren Krankenhausaufenthalt mit der richtigen Medikamentation hinter sich gebracht hatte, erholte er sich letztendlich vollständig. Ein britischer Arzt hätte ihm wahrscheinlich niemals eine zweite Operation empfohlen, selbst wenn dies das unbedenklichste Vorgehen gewesen ist.
Natürlich sollte man nicht davon ausgehen, dass amerikanische Mediziner stets die teuersten Maßnahmen empfehlen, nur um mehr Geld zu verdienen. Vielmehr handelt es sich hier um eine „Geld spielt keine Rolle“-Mentalität, die gerade in Gesundheitsfragen durchaus nachvollziehbar ist. Allerdings liefert dies eben nur für diejenigen das beste Ergebnis, für die Geld wirklich keine Rolle spielt. Die gesamte amerikanische Gesellschaft wird sich diese Einstellung langfristig nicht erlauben können. In unserer globalisierten Ökonomie wird sich diese Mentalität letztendlich als Wettbewerbsnachteil herausstellen, von dem die Entwicklungsländer befreit sind.