Montag, 13. Februar 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Medikamente

16.08.2009 | 19:46 Uhr

Die unendliche Geschichte der amerikanischen Gesundheitsreform

Die USA befinden sich aktuell in einer großen Auseinandersetzung über die Zukunft des amerikanischen Gesundheitssystems. Viel ist von den Medien über die Fachleute und Experten berichtet worden und auch über diejenigen, die am lautesten ihre Stimme erhoben haben. Aber die US – Bürger, die zu Millionen täglich arbeiten gehen und sich stets mit dem Gesundheitssystem herumärgern, wurden bisher nicht gehört. Und noch weniger jene Menschen, die eine umfassende Gesundheitsreform fordern, weil das jetzige System den Krankenversicherungen mehr dient als den zahllosen Versicherten.

Einer dieser Leute ist Lori Hitchcock, die sich in New Hamshire selbstständig gemacht hat und sich eine neue Existenz aufbauen wollte, da sie aber an Hepatitis C erkrankt ist, findet sie keine Krankenkasse, die sie versichern möchte. Und ohne eine gültige Krankenversicherung ist an eine geregelte Arbeit kaum zu denken. Bei Anderen wird nicht versichert, weil sie in der Kindheit Unfälle hatten, oder die Chemotherapy wird nicht bezahlt, weil Ärzte völlig ungefährliche Gallensteine entdeckt haben, nur um die Kosten zu sparen. Da daraufhin erst zu spät mit der Behandlung begonnen werden konnte, starben diese Menschen, obwohl man ihnen hätte helfen können.

An all diesen Beispielen sehen Sie, dass das jetzige Gesundheitssystem der USA dringend umfangreicher Reformen bedarf. 46 Millionen Amerikaner leben ohne Krankenversicherung, obwohl sie gerne eine abschließen würden. Im Unglücksfall ständen diese Menschen ohne Versicherungsschutz da und stehen vor dem finanziellen Ruin und den Scherben ihres Lebens.

4 Punkte Plan der Gesundheitsreform

Aus diesem Grund hat Präsident Barack Obama seine Pläne von einer Gesundheitsreform veröffentlicht, die jedem Amerikaner Sicherheit und Planungssicherheit geben soll und sich im Wesentlichen in 4 Punkten zusammenfassen lässt:

  1. Falls man noch keine Krankenversicherung hat, bekommt man die Wahl aus guten Angeboten sich und seine Familie zu versichern, die einen ein Leben lang begleitet, egal ob man wegzieht oder arbeitslos wird.
  2. Die Reform wird die explodierenden Kosten im Gesundheitssektor in den Griff bekommen. Viele Milliarden Dollar können eingespart werden und werden nicht mehr durch die ineffektive Verwaltung, teure staatliche Hilfsprogramme und die Profitsucht der Versicherungskonzerne verschleudert.
  3. Das neue Programm sorgt dafür, dass durch verbesserte staatliche Hilfen die Senioren besser versorgt werden können und weniger Dollar für ihre Medikamente ausgeben müssen. Dies kommt dann gleichzeitig wieder der jüngeren Generation zu Gute.
  4. Durch die Reform werden auch diejenigen Amerikaner, die an einer Vorschädigung wie einer Krankheit oder Behinderung leiden, einen Basis-Versicherungsschutz genießen und nicht mehr wie aktuell von den Versicherungen abgelehnt werden.

Doch die Pläne gehen weiter. So sollen die Krankenkassen verpflichtet werden, Vorsorgeuntersuchungen selbst zu tragen, wie zum Beispiel Mammographien, und sämtliche Krebsuntersuchungen. Das rettet nicht nur Leben, sondern spart auch das Geld für die teure Behandlung, falls man diese Krankheiten nicht frühzeitig erkennt.

Amerika steht so dicht vor einer neuen Gesundheitsreform wie nie zuvor. Natürlich gibt es noch Einiges vorab zu klären, was Finanzierung und Ausgestaltung betrifft, aber die es gibt weit mehr Verfechter dieser neuen Idee als Gegner. In der modernen Industrienation USA verlieren täglich 14.000 Menschen ihre Krankenversicherung. Das ist ein Armutszeugnis. Es ist genau der richtige Schritt, dass in den USA seit Wochen heftig darüber diskutiert wird, wie die neue Reform aussehen soll. In einem sind sich jedoch alle einig. Es muss etwas geschehen! Es geht in diesem Punkt nicht um die große Politik und Wahlversprechen, sondern um die Zukunft einer großen Nation.

Wenn wir eines Tages zurückschauen, werden wir erkennen, dass dies der Moment war, an dem wir die Weichen für eine bessere Zukunft für uns und unsere Kinder gestellt haben, so Obama. Amerika braucht die Gesundheitsreform so sehr, wie ein Ertrinkender den Rettungsring. Man kann nur hoffen, dass zumindest einige der guten Ideen schnell durchgesetzt werden.

via NY times

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

Kommentare

3 Kommentare zu “Die unendliche Geschichte der amerikanischen Gesundheitsreform”
  1. Ciceroowl sagt:

    Grins och das geht schon T.D. Roosvelts Zeiten so. Schaum wir mal

  2. Steffen sagt:

    Wenn das KvPortal in 10 Jahren noch da ist, dann habe ich wohl noch die gleichen Postins über die USA ;)

  3. juli sagt:

    Hii,

    ich hab da mal eine Frage:P, undzwar wundere ich mich warum so viele amerikanische Leute Angst vor dem “sozialismus” haben.
    Ich habe letztens gelesen dass schon viele amerikanische politiker, wie zum Beispiel Bill clinton, eine allgemeine Versicherung einführen wollte, jedoch nicht genügend Stimmen erziehlte aufgrund der Angst ein sozialstaat zu werden.
    Theoretisch wäre es ja die perfekte lösung, wie in Deutschland die allgemeine versicherung einzuführen.

    ich danke um Rückmeldung

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