Philipp Rösler
DPR: Die Politik „verschlafe“ den Pflegenotstand

Deutscher Pflegerat: Andreas Westerfellhaus
Den Vorwurf des „Verschlafens“ im Bereich der zunehmenden Personalknappheit in der Pflegebranche, musste die Politik durch den Deutschen Pflegerat (DPR) hinnehmen. Ärztemangel werde dagegen vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) thematisiert und wahrgenommen.
„Unbemerkt von der Öffentlichkeit und ignoriert von Politik und Trägern entstehe gerade eine riesige Lücke zwischen Angebot und Nachfrage an Pflegefachkräften.“ Nach und nach dränge sich „durch die bisherigen Verlautbarungen mehr und mehr der Eindruck auf“, dass entgegen der Aussage von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) zu seinem Amtsantritt, sich nur auf die Belange der Ärzteschaft konzentriert werde.
In Krankenhäusern sinke die Zahl der Pflegefachkräfte weiter und auch in der Altenpflege entwickle sich nicht alles analog zum steigenden Bedarf im Bereich der Versorgung. Stattdessen befasse sich das Bundesgesundheitsministerium nur mit Fragen zu besserer Bezahlung und Ausbildung der Mediziner sowie zusätzlichen Arztstellen. Ein Abbau an Ausbildungsstellen im Pflegebereich verschlimmere noch die ganze Situation. Für Westerfellhaus ist die Zögerung bei der Annahme des Förderprogramms für Pflegestellen in den Kliniken ein weiteres Indiz.
Der DPR fordere endlich Taten von der Politik anstatt Worte des Bedauerns für die Wertschätzung der Arbeit und die Lage der Pflegenden. Mittlerweile liege der Pflegepersonalschlüssel niedriger als 1969. Somit habe es noch nie so wenige Pflegefachkräfte pro Bewohner oder Patient gegeben, berücksichtigt man den gestiegenen Unterstützungsbedarf, so Westerfellhaus. Sehr wenige qualifizierte Pflegefachkräfte seien unter den aktuellen Bedingungen bereit zu arbeiten. Zurzeit gäbe es zwar noch keinen Mangel an Fachkräften, aber trotzdem sind die Bundes- sowie jede einzelne Landesregierung dazu aufgefordert, die Weichen in die richtige Richtung zu stellen um dem vorzubeugen. Dazu müsse in die Karrierechancen, die Arbeitsbedingungen, die Vergütung, die Personalausstattung, die Aufgabenzuweisung und die Ausbildung von Fachkräften investiert werden.