Sonntag, 19. Mai 2013 | Gesundheitswesen Magazin

Blutdruckmittel

15.06.2010 | 18:08 Uhr

Erhöhtes Krebsrisiko durch Blutdruckmittel – Pharmafirma Boehringer Ingelheim verteidigt sein Medikament

Erhöhtes Krebsrisiko durch Blutdruckmittel

Erhöhtes Krebsrisiko durch Blutdruckmittel

Frankfurt – Eine Studie US-amerikanischer Forscher brachte das Resultat, dass blutdrucksenkende Mittel aus der Klasse der Sartane (Angiotensin-Rezeptor-Blocker) ein erhöhtes Krebsrisiko mit sich bringen.

Micardis, ein Boehringer-Ingelheim-Arzneimittel, gehört als eines der bekanntesten Medikamente dazu. 2009 brachte das Präparat dem Unternehmen 1,39 Milliarden Euro Umsatz ein. Weitere betroffene Arzneimittel sind Cozaar (Merck&Co), Diovan (Novartis), Avapro (Sanofi-Aventis, Bristol-Myers Squibb) und Benicar (Daiichi Sankyo).

Am Montag betonte das Pharma-Unternehmen Boehringer-Ingelheim, dass Micardis, sein Mittel, sicher sei. Dennoch sprechen die Autoren der Studie von einer Gefährdung durch solche blutdrucksenkenden Mittel. “Das höhere Risiko fĂĽr das Auftreten neuer Krebsfälle ist ĂĽberschaubar, aber signifikant”, sagen Mediziner der Case Western Reserve University (Cleveland). Zwar sei die Datenbasis nicht ausreichend gewesen, um einzelnen Präparaten bzw. der kompletten Medikamentenklasse ein besonderes Risiko zu bescheinigen, aber die PrĂĽfung durch die Behörden wird angeraten. Die Meta-Analyse beruhte auf der Auswertung von öffentlich zugänglichen Primärdaten anderer Studien.

Dagegen berichtet Boehringer Ingelheim von eigenen Sicherheitsdaten, die ausgewertet kein erhöhtes Krebsrisiko zeigten. Klinische Studien mit über 50.000 Patienten seinen dabei berücksichtig worden. In der Studie, die ein Krebsrisiko vermuten lässt, hatten die meisten Patienten Micardis genommen. Die Studie wertet Medikamententest mit Sartanen statistisch aus. Dabei kamen nur Daten zur Berücksichtigung, die vor dem November 2009 erhoben wurden. Den Ergebnissen zufolge, beziffern die Wissenschaftler bei diesen Patienten einer Erhöhung des Krebsrisikos auf 7,2%. Die Patientengruppe, die keine derartigen Medikamente nahm, hatte ein statistisches Krebsrisiko von 6%. Von den in den USA zugelassenen sieben Sartanen kamen drei in die Überprüfung. Daher ist das Krebsrisiko bei den anderen Sartanen unklar.

Bild: flickr / Rasmussen College – Green Bay

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

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