Montag, 13. Februar 2012 | Gesundheitswesen Magazin

PKV

12.02.2009 | 13:59 Uhr

FDP will die gesetzliche Krankenversicherung abschaffen

Seit ein paar Tagen geistert durch die Medien Deutschlands die Aussage der FDP, dass die Liberalen bei einer Regierungsbeteiligung die “gesetzliche Krankenkasse abschaffen wollen”.

Warum schreibe ich erst heute darüber, obwohl die FAZ schon am 9. Februar berichtet?

Ganz einfach. Ich glaube nicht, dass es die FDPler ernst meinen. Warum soll ich dann darüber berichten? Es ist für mich auf gut Deutsch: Schwachsinn. Aber nachdem ich heute gefragt wurde, warum ich nicht berichte, schreibe ich halt trotzdem 2-3 Zeilen.

In dem FAZ Artikel ist von einer “Abschaffung der umlagefinanzierten, solidarischen gesetzlichen Krankenversicherung” oder auch einer “Neuformulierung des Sozialgesetzbuch V” die Rede. Ich bin mal gespannt, wie lange die FDP an dieser Meinung fest hält.

Die Sozialversicherungspflicht soll in eine Versicherungspflicht umgewandelt werden und die (privaten) Versicherungsunternehmen sollen gezwungen werden alle Versicherte aufzunehmen.

Gut. Wenn der Gesundheitsfond dann weg ist, muss dann auch die Umverteilung neu überarbeitet werden, oder wie soll das mit einer privaten Krankenversicherung behandelt werden? Die PKV darf dann für einen Harzt4 Empfänger mit allen möglichen Krankheiten 1000€/Monat verlangen?

Am besten führen wir es noch ein, dass die Versicherungsunternehmen Mitglieder kündigen dürfen. Und noch besser, ab jetzt gibt es kein SGB V mehr, sondern die Krankenkassen legen in der Satzung fest, was sie bezahlen. Steigerung: Die Satzung ist dynamisch für jedes Mitglied von Fall zu Fall abänderbar.

Zum Ende will ich noch ein Kommentar aus der Welt zitieren, welches was sehr überhitzt ist, jedoch die Tatsachen für mich widerspiegelt:

amerikanisches System
wer nicht mehr bezahlen kann, kann auf der Straße verrecken

die Amis ändern es grade um, weil es Müll ist

Ich bin gespannt auf eure Stimmen.

Noch jemand da, der es als Zeichen “übrigens die FDP hat auch Ideen zur Krankenversicherung” einstuft?

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

Kommentare

4 Kommentare zu “FDP will die gesetzliche Krankenversicherung abschaffen”
  1. Klar Denker sagt:

    Die Forderung der FDP ist richtig, aber nicht richtig ist was die sich statt dessen vorstellt. Ihr Vorschlag wurde heute im Bundestag debattiert und durch Abstimmung weggewischt. Grundsätzlich, leider. Aus der Debatte ging klar hervor, niemand will sich bewegen, heißt Medizin finanzierbarer zu gestalten. Die einen lüstert es ein neues Money-Süppchen zu kochen, die anderen verteidigten die gegenwärtige Kakofonie des Gesundheits-un-wesens, von schwarz, rot, grün bis neorot. Wir haben ein System, in das das kranke Gesund..h..system von heute auf morgen überführt werden könnte/müsste, das staatliche System, dass der Öffentlichkeit vorenthalten wird, in dem aber die Diskutanten sich fürstlich wohl fühlen. Niemand zahlt einen Cent und bekommt aber seine Kosten bei Inanspruchnahme med. Leistungen wirtschaftlich angemessen erstattet, bis zu 100%. Warum das System nicht allgemein angewandt wird bleibt ein intellektuell, akademisches Geheimnis. Millionen Bürger tummeln sich darin, warum nicht alle? Ausgerechnet der MdB RA Lanfermann gewährte verbal einen kleinen Einblick in dieses. Journalisten ist es eine originäre Aufgabe darüber zu rechergieren, tun sie es, nein, die Gründe bleiben Spekulation.

  2. RevengeofPKV sagt:

    Die F.D.P. will sich m. E. nur mit pointierten Thesen in der Öffentlichkeit positionieren. Nach dem Erfolg in Bayern, wo sie jetzt mitregieren dürfen, hat sie halt der Größenwahn gepackt. Zwischenzeitlich sinken die Umfragewerte aber schon wieder, also musste was Provokatives her, das Aufmerksamkeit verspricht.

    Wenn alle Menschen in Deutschland in die PKV kämen, dann wären auch alle Risiken dort versammelt. Gleichzeitig können bestimmte Personengruppen, die heute in der GKV pflichtversichert sind, weil sie ein bestimmtes Einkommen haben, gar keine unendlich hohen Beiträge zahlen.

    Die PKV müsste also von irgenwo her einen Ausgleich erhalten, um diese Ausgaben- und Einnahmedifferenz auszugleichen. Woher aber nehmen? Aus dem bestehenden PKV-Versichertenbestand umschichten? Dann würden die Bestandskunden, die in der Vergangenheit mit günstigen Beiträgen angelockt wurden, aber schreien ob der Beitragserhöhungen! Aus Steuermitteln? Das müsste konsequenterweise von der F.D.P. ja wohl abgelehnt werden!

    Also für mich sieht ein wirklich durchdachtes Konzept irgendwie anders aus. Aber vielleicht überrascht uns die Spaßpartei des Guido W. ja noch mit einem solchen Konzept!

  3. Miriam sagt:

    Sie sagen, dass es eine “Pflicht” geben soll für PKVs Menschen aufzunehmen. Ich weiss nicht so recht wie das dann gehen soll….Jetzt sind sie an der Macht.

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