Krankenkassen
Finanzen, Gesundheitskarte, Krankenstand, Stiftung Warentest und BMG
Nach Einführung des Gesundheitsfonds durch die Bundesregierung erzielen die Krankenkassen einen Überschuss von 1,1 Mrd. Euro im 1. Quartal 2009. (Anmerkung: Dieser Überschuss, wurde nur durch den Steuerzuschuss erwirtschaftet. Ansonsten wäre ein Minus in der Bilanz – siehe Kommentar) Dieses Ergebnis zeigt, dass die Krankenkassen auf einem soliden finanziellen Fundament stehen. Bereits in der Vergangenheit konnte die Krankenkassen durch die Überschussentwicklung der letzten 5 Jahre Bruttoschulden von 8,3 Mrd. Euro in Finanzreserven von 4 Mrd. Euro umwandeln. Damit setzt sich die positive Entwicklung der Finanzierung der Krankenkassen fort.
Ab dem 01.10. 2009 erfolgt die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Als erstes wird der Nordrhein den Testbetrieb der elektronischen Gesundheitskarte aufnehmen. Die Krankenkassen erklärten, dass der Start am 01.10.2009 nichts mehr im Wege steht. Im Moment werden die mobilen und stationären Lesegeräte in den Krankenhäusern und Arztpraxen installiert. Ab 01.10.2009 erfolgt dann die Ausgabe der Gesundheitskarte an die Versicherten. Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte soll die Patientenversorgung verbessert werden und die Zeitabläufe werden sehr verkürzt. So brauchen die Ärzte untereinander keine Informationen mehr über die Post, Fax oder Mail austauschen, denn diese Daten sind dann auf der elektronischen Gesundheitskarte für sie ersichtlich. Diese Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist auch ein weiterer Schritt, um Kosten zu senken. Die Patienten können ebenfalls gespeicherte Daten lesen, vor allem wenn es um die Vorsorge für sie geht. So ist ein hohes Maß an Selbstverantwortung gegeben.
Die Krankenkassen ermitteln jeden Monat den aktuellen Krankenstand. Der Stichtag ist jeweils der erste des Monats. Wer an diesem Tag eine Krankmeldung abgegeben hat wird erfasst, unabhängig wie lange die Krankmeldung dauert. Der Krankenstand ist in den letzten Jahren sehr gesunken. In den 1980 er Jahren war der durchschnittliche Krankenstand zwischen 5,7 und 4,4 Prozent. Im Jahresdurchschnitt von 2008 betrug dieser 3,37 Prozent. Ein weiterer Rückgang der Krankmeldungen erfolgte ebenfalls in den ersten 5 Monaten in diesem Jahr.
Die Leistungen der über 100 gesetzlichen Krankenkassen hat die Stiftung Warentest auf den Prüfstand gestellt und in der aktuellen Ausgabe der “Finanztest” bekannt gegeben. Neben dem Leistungsangebot der Krankenkassen geht es auch um den Kundenservice und um ihre Informationspolitik. Somit kann der Kunde die Leistungen sowie Preise vergleichen und feststellen, welche Krankenkasse am Besten zu ihm passt.
Das Bundesgesundheitsministerium hat mit Unterstützung einiger Partner eine Informationskampagne für mehr Service der Krankenkassen ins Leben gerufen. Auf einer Postkarte sollen die Versicherten ihre Krankenkasse bewerten. Als Bewertungsgrundlage dienen die Serviceleistungen der Krankenkassen, die Erreichbarkeit, Kostenübernahme für Gesundheitskurse und wie ist die Vermittlung von Arztterminen. Für diese Aktion werden 9 Mill. Karten bundesweit verteilt.
Zum Thema: Finanzierung der Krankenkassen
Leider wurde hier die Lobesarie des BMG unkritisch nachgesungen.
Nach den offiziellen Zahlen aus dem Bundesgesundheitsministerium
erwirtschaftete die GKV 1,059 Milliarden Euro Überschuss im I. Quartal 2009. Aber: Der Bundeszuschuss – also die Steuergelder – die in den Gesundheitsfonds flossen, betrugen im ersten Quartal 2,575 Milliarden Euro. Berücksichtigt man diese Steuergelder, dann hat die GKV kein Plus erwirtschaftet, sondern 1,516 Milliarden Euro “Miese gemacht”.
Vielleicht lohnt sich zu den “Sonstigen Einnahmen” des Gesundheitsfonds
und den “Verwaltungsaufwendungen” von jeweils einer Milliarde die Recherche, ob uns der Gesundheitsfonds tatsächlich zusätzlich zu den normalen Verwaltungskosten der Krankenkassen eine Milliarde Euro pro Quartal kostet und woher dieses Geld stammt.
Hallo Herr Schieber,
Danke für die wirklich sinnvolle Ergänzung des Artikels! Hätte erwähnt werden sollen. Bearbeite gleich den Artikel und setze ein Hinweis auf Ihr Kommentar.
Grüße