Mittwoch, 22. Mai 2013 | Gesundheitswesen Magazin

Studie

28.05.2010 | 13:59 Uhr

Forscher erbringen Nachweis – Infektion verursacht nicht automatisch MS

mensch 99x300 Forscher erbringen Nachweis   Infektion verursacht nicht automatisch MS  BildMünchen – Bernhard Hemmer und sein Forscherteam erbrachten nun den Nachweis, dass das Epstein-Barr-Virus nicht der Verursacher von Antikörpern gegen das Myelin-Protein, ein im Gehirn vorkommendes Eiweiß, ist. Hemmer bestätigt: „Unser Verdacht, dass ein Zusammenhang zwischen einer durchgemachten EBV-Infektion und einer Antikörper-Antwort gegen das MOG-Protein bei Kindern mit entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems besteht, hat sich nicht erhärtet”.

Bislang hielt sich die Vermutung, dass das Epstein-Barr-Virus Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Multiple Sklerose auslösen kann. In der aktuellen Studie wurde dieser Vermutung nun erstmals widersprochen. Für die Studie wurden Blutproben von Kindern mit klinisch isoliertem Syndrom und akuter disseminierter Enzephalomyelitis (ADEM) untersucht. Diese Krankheiten entstehen durch eine akute Autoimmunreaktion im zentralen Nervensystem. Dabei wird die Myelinschicht angegriffen und die darin enthaltenen Proteine zerstört.

Unterschiedliche Wissenschaftlerteams kamen zu dem Ergebnis, dass zwar im Gegensatz zu gesunden Kindern eine deutlich höhere Konzentration von Antikörpern gegen das MOG-Protein im Blut nachgewiesen werden konnte, sich aber keine Hinweise ergeben haben, dass die EBV-Infektion ein höheres Risiko für Multiple Sklerose darstellt.

Hemmer erklärt: „Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass eine Infektion mit dem Epstein-Barr Virus nicht als alleiniger Entstehungsmechanismus für die Entwicklung entzündlicher Erkrankungen des Nervensystems bei Kindern, insbesondere nicht für die Entwicklung von Autoantikörpern gegen das MOG-Protein, herhalten kann”. Vielmehr zeigten die Ergebnisse, dass der Epstein-Barr-Virus nur bei einem Teil von Patienten eine Rolle spielt, wenn überhaupt.

Bild: flickr / perpetualplum

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

Teilen Sie Ihre Meinung