Samstag, 11. Februar 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Studie

5.03.2010 | 17:47 Uhr

Fragwürdige Mammografie

mrt 300x242 Fragwürdige Mammografie BildNach einem Bericht der Frankfurter Rundschau ergab eine neue Studie der Universitäten Bonn, Münster, Ulm und München unter der Leitung von Christiane Kuhl von der Radiologischen Klinik der Universität Bonn, dass bei Frauen, deren Brustkrebsrisiko erhöht ist, eine andere Methode der Früherkennung – die Kernspin- oder Magnetresonanztomografie (MRT) – der Röntgenuntersuchung deutlich überlegen ist.

Dabei wurde bei 687 Frauen zwischen 25 und 71 Jahren von 2002 bis Mitte 2007 jährlich eine MRT, eine Mammografie und eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen und unabhängig voneinander ausgewertet.

Bei 93 Prozent der Untersuchten waren die gefundenen Auffälligkeiten im Tomografen sichtbar. Der Ultraschall kam nur auf 37 Prozent, und die Mammografie sogar nur auf 33 Prozent.

Die Forschergruppe um Frau Dr. Kuhl will die Mammografie aber nicht grundsätzlich in Frage stellen, wohl aber ihren unkritischen Einsatz bei Frauen unter vierzig, da beide Krebsvorstufen bei älteren Frauen auftraten, und es sich bei beiden nur um sogenannte low-grade DCIS – also wenig aggressive Krebsvorstufen handelte, wogegen aber die aggressiven high-grade DCIS alle nur per MRT aufgespürt wurden.

Daraus folgerte die Medizinerin, dass sehr junge Frauen von der Mammografie gar keinen zusätzlichen Nutzen hätten, sondern sich der Strahlenbelastung wahrscheinlich nur unnötig aussetzten, da gerade bei ihnen das Brustgewebe besonders strahlenempfindlich ist.

Nicht auszuschließen sei es schließlich, dass eine Frau an Brustkrebs auch nur deshalb erkrankt, weil sie sich zu oft in ihrem Leben einer Mammografie unterzogen hat.

Viele Studien, auch aus anderen Ländern, haben gezeigt, dass sich mit einem solchen Programm die Todesrate um 30 Prozent senken lässt, was auch heißt, dass in Deutschland jährlich etwa 5000 Frauen gerettet werden könnten, wenn alle über fünfzig regelmäßig zur Mammografie gingen.

Bild: flickr / digital cat 

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

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