Medikamente
Geschichte: Ärzte, Hebammen und Apotheker in der Nachkriegszeit
Die Geschichtswerkstatt der Volkshochschule in Lorch hat sich die Mühe gemacht, intensiv zu recherchieren und lud Ärzte und Hebammen der Nachkriegszeit zum zweiten Vortrag ein.
Manfred Schramm erklärte den zahlreichen Zuhörern die politische Situation von 1910 bis 1945. Angefangen vom Kaiserreich bis hin zum Nationalsozialismus. Er stellte die Bürgermeister der damaligen Zeit vor, unter anderem Wilhelm Scheufele, dem Vater der Ärztin Dr. Mletzko. Unter der Aufsicht der Amerikaner stehend, hatten die Bevölkerung und der Gemeinderat Angst, mit einer Lebensmittelknappheit rechnen zu müssen.
Über die ärztliche Versorgung in Lorch in der Nachkriegszeit berichtete Helga Spengler. In der Nachkriegszeit gab es dort vier Ärzte. Die Bezahlung vieler Ärzte viel zur damaligen Zeit meist in Naturalien aus, da die Bevölkerung so gut wie nichts hatte. Hausbesuche wurden mit dem Fahrrad getätigt bei Wind und Wetter, auch in umliegenden Gemeinden.
Dr. Knobloch war damals zuständig fürs Zähneziehen, Wunden nähen und leistet Geburtshilfe. Ein Arzt übernahm meist mehrere Gebiete der Medizin. Die Bedingungen waren im Allgemeinen chaotisch und man versuchte eben so gut es ging, alles zu organisieren. Eine Apothekerin zum Beispiel demonstrierte die Herstellung von Medikamenten und Tabletten mit uralten Geräten. Viele Fotos wurden gezeigt und alte Hausmittel erklärt.
An der Stelle muss man sich fragen, wie viele Ärzte heute noch mit dem Rad zum Patienten fahren!?