Studie
Gesundheitssystem und der demografische Wandel
Das Fritz Beske Institut für Gesundheits-System-Forschung in Kiel eröffnete mit seiner neuen Studie, was schon lange geahnt wurde: Unser derzeitiges Gesundheitssystem ist überholt, zumindest im Bezug auf den demografischen Wandel, der sich zurzeit vollzieht. Bereits in einem Jahrzehnt wird unser Gesundheitswesen dem finanziellen Druck, den eine immer älter werdende Gesellschaft nach sich zieht, nicht mehr standhalten können.
Ein drastischer Geburtenrückgang ist zu verzeichnen. In einigen Jahren werden heutige Arbeitnehmer in Rente gehen, die Gesundheitsausgaben werden steigen und den immer weniger werdenden Nachkommen dagegen wird es schwer fallen, die ältere Bevölkerung finanziell zu tragen.
Hinzu kommt das erdrĂĽckende Ergebnis der “Morbiditätsprognose 2050″. HierfĂĽr haben Beske und seine Kollegen die Wahrscheinlichkeit berechnet, mit der Deutsche bis zum Jahr 2050 an 22 ausgewählten Erkrankungen leiden werden.
Das erschreckende Ergebnis: Aufgrund der derzeitigen Langlebigkeit werden die Erkrankungen mit steigender Wahrscheinlichkeit eintreten. Dies wird beispielsweise der Fall sein bei Lungenentzündung, Makuladegeneration, Demenz und weiteren altersbedingten Beschwerden. Die Leistungen unserer Krankenversicherungen werden immer häufiger in Anspruch genommen werden, wobei gleichzeitig immer weniger medizinisches Fachpersonal zur Verfügung stehen wird.
Wandlung ist laut Beske unerlässlich, besonders was unser aktuelles Gesundheitssystem betrifft. Doch zukünftige Probleme müssen bei der Neuplanung berücksichtigt werden.