Studie
IKK Bundesverband löst sich auf – Was macht das Konjunkturpaket?
Die Gesundheitsreform kann auch als der “Wegrationalisierer” bezeichnet werden. Jetzt wird es mal wieder Zeit, dass eine nächste Organisation gibt. Diesesmal trifft es den IKK Bundesverband.
Der IKK Bundesverband, der in Köln sitzt, soll aufgelöst werden. Grund dafĂĽr ist die Gesundheitsreform, durch die die Spitzenverbände in der “alten Form” aufgehoben wurden. 100 Angestellte des Bundesverbandes konnten in EDV-Holdings untergebracht werden. 80 Angestellte konnten eine andere Arbeitsstelle finden. Die restlichen 80 Angestellten hatten hierbei nicht soviel GlĂĽck.
Lt. dpa hat der Gesetzgeber festgelegt, dass bis 2012 keine betriebsbedingten KĂĽndigungen ausgesprochen werden dĂĽrfen. Deshalb sollen die 80 Angestellten andersweitig vermittelt werden. Der Betriebsrat hat die Gesellschafter zu Sozialverhandlungen aufgefordert.
Also falls einer der 80 Ex-angestellten des IKK Bundesverbandes sich zu Wort melden will, dann kann er mal erzählen wie diese Sozialpläne aussehen. Denn ich glaube nicht, dass es die letzten Angestellten sind, welche durch die Gesundheitsreform auf der StraĂźe sitzen. Zudem weiĂź ich auch wie aufbauend das Arbeitsamt in solchen Situationen ist. Ich habe ja 3 Monate (nach Zivi – bevor Studienende Studium 1) das gleiche Problem gehabt. Aussage Arbeitsamt: Sie haben keine Chance in der privaten Wirtschaft. Jajaja.
Nicht unterkriegen lassen, das klappt zurzeit noch.
Problematisch wird es dann, wenn die Krankenkasse in der mitte/ende des Jahres merken, dass sie zu wenig einnehmen und an den Verwaltungskosten stark sparen mĂĽssen (auch wenn SteuerzuschĂĽsse flieĂźen). Denn das Konjunkturpaket kann auch nicht zaubern. Was die Krankenkassen jetzt weniger einnnehmen, das nehmen sie sich nächstes Jahr durch einen Zusatzbeitrag. Denn eine Krankenkasse kann nicht ihre Strukturen wegzaubern, nur weil die Kanzlerin mal ein paar Aufbauende Worte loswerden will. Aber die Krankenkassen sind in einer ZwickmĂĽhle. Sie wollen nicht zuviel an Zusatzbeitrag fordern, denn sie stehen im Wettbewerb zu anderen Krankenkassen. Also mĂĽssen sie an Strukturen sparen – oft ist das dann der Angestellte.
Bringt uns somit das “Konjunkturpaket” nächstes Jahr eigentlich auf einen niedrigeren Stand? Denn die Krankenkassen werden versuchen ihre Verluste durch Zusatzbeiträge auszugleichen. Und woher nehmen die das Geld?
Gegenstimmen/Diskussionen gewĂĽnscht.
Ganz ehrlich: Gerade die großen Krankenkassen leiden unter einer Krankheit, die in den letzten Jahren immer schwieriger geworden ist: Ineffektivität. Die Verwaltungskosten werden immer höher weil zu viele Prozesse durch zu viele Mitarbeiter in die Länge gezogen werden. Wenn ich mir alleine anschaue, wie viele Mitarbeiter die AOK, Techniker oder DAK in ihren Hauptverwaltungen haben und das sie mit den horrenden Einnahmen noch immer nicht zurechtkommen.
Da muss natürlich gespart werden an den Mitarbeitern. Das ist vollkommen normal und ist in der offenen Wirtschaft nicht anders. Das Problem ist, dass diese Schwergewichte eine sehr starke Lobby haben und denen niemand so richtig in den Hintern getreten hat, damit sie endlich mal was ändern. Weniger Mitarbeiter, mehr Effektivität etc.
Aber bis das mal passiert wird noch einige Zeit vergehen. Die jetzige Lösung der Bundesregierung ist so ziemlich das Schwachsinnigste, was überhaupt hätte gemacht werden können.
Ja, die Effektivität der Krankenkassen läßt zu wünschen übrig. Allerdings ist dies nicht in erster Linie durch die Krankenkassen induziert, sondern durch die immer bürokratischeren Regelungen, die vom Gesetzgeber kommen. Diese führen zu ständig steigendem Bearbeitungsaufwand und damit zu hoher Personalintensität.
Was die Auflösung der Spitzenverbände betrifft, so findet hier eine Entwicklung statt, die politisch gewollt ist. Bislang hatte jede Kassenart ihren eigenen Spitzenverband. Da diese durch einen einheitlichen Spitzenverband ersetzt wurden, kommt es zwangsläufig zur Auflösung der bisherigen Verbände. Das ist zwar für die betroffenen Mitarbeiter hart, aber letztlich handelt es sich dabei ja um hochrangige Experten, die sicherlich bei den Krankenkassen unterkommen werden.
Vom Konjunkturpaket der Bundesregierung sollte man sich nicht zu viel versprechen. Schon vor der Einführung des Gesundheitsfonds wurde behauptet, dass der festgesetzte Einheitsbeitrag von 15,5% nicht ausreichen würde, um alle Ausgaben auf Dauer zu decken. Mit der Erhebung von Zusatzbeiträgen durch einzelne Krankenkassen im Verlauf des Jahres 2009 war schon damals gerechnet worden. Diese Tatsache ist durch die Entscheidung der Bundesregierung, den steuerfinanzierten Zuschuss zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu erhöhen und gleichzeit den Einheitsbeitragssatz abzusenken, nicht grundlegend geändert worden. Letztlich werden dadurch die Steuerzahler durch die steigende Neuverschuldung belastet und dafür die Beitragszahler in die Gesetzliche Krankenversicherung (Arbeitnehmer und Arbeitgeber) entlastet. In der augenblicklichen gesamtwirtschaftlichen Situation halte ich dies nicht von vornherein für falsch. Es löst allerdings nicht das grundsätzliche Finanzierungsproblem der GKV (sh. oben).
Ich stimme dir voll und ganz zu. In Phasen einer Rezession muss der Staat Gelder investieren um die Wirtschaft anzukurbeln, jedoch frage ich mich ob das geschickt ist, dies an den Krankenkassenbeiträgen zu machen!?
Um die Wirtschaft anzukurbeln, mĂĽssen nicht nur Gelder investiert werden, sondern auch die Menschen animiert werden Gelder zu investieren.
Bei der jetzigen Variante, sehe ich das Problem, dass die Bundesregierung seit einem guten 3/4 Jahr sagt, dass es mit diesem niedrigen Beitrag nicht machbar ist.
Jetzt wird der Beitrag doch gesenkt und der Bürger wundert sich. Viele denken, dass sie diese Beiträge dann nächstes Jahr nachzahlen müssen. Gefördert wird das ganze durch die komplette Umstellung des Systems. Viele verstehen es noch nicht ganz. Vielleicht sparen sie gerade jetzt, weil sie denken es kommt ein Zusatzbeitrag Ende des Jahres!?
Ich hätte es sinnvoller gefunden, den Zusatzbeitrag wegzustreichen und dafür weniger am Beitragssatz senken. So hätten die Menschen die Möglichkeit für die Zukunft zu planen. Was eher zu Investitionen führt. Glaube jedenfalls ich.
Gegenstimmen / Verbesserungen?
@RevengeofPKV
ja, Zitat “Das ist zwar fĂĽr die betroffenen Mitarbeiter hart, aber letztlich handelt es sich dabei ja um hochrangige Experten, die sicherlich bei den Krankenkassen unterkommen werden.” Nur ganz toll wenn das in MĂĽnchen, Hamburg oder Berlin gerade der Fall sein sollte und der jeweilige Mitarbeiter in Köln mit seiner Familie Wohnhaft ist.
Und soweit ich das mitbekommen habe, setzten außer der IKKn die anderen Kassenarten weiterhin uaf ihre alten Bundesverbände. Soll bedeuten, wir haben einen Spitzenverband Bund und zusätzlich die alten Bundesverbände. Was bitte wird denn hier eingespart.
Jdenfalls, herzlichen Dank an Ulla!
L.
Rechtschreibfehler sind bei der Uhrzeit inklusive!