Dienstag, 22. Mai 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Studie

17.01.2009 | 14:08 Uhr

IKK Bundesverband löst sich auf – Was macht das Konjunkturpaket?

Die Gesundheitsreform kann auch als der “Wegrationalisierer” bezeichnet werden. Jetzt wird es mal wieder Zeit, dass eine nĂ€chste Organisation gibt. Diesesmal trifft es den IKK Bundesverband.

Ende des IKK Bundesverband besiegelt

Der IKK Bundesverband, der in Köln sitzt, soll aufgelöst werden. Grund dafĂŒr ist die Gesundheitsreform, durch die die SpitzenverbĂ€nde in der “alten Form” aufgehoben wurden. 100 Angestellte des Bundesverbandes konnten in EDV-Holdings untergebracht werden. 80 Angestellte konnten eine andere Arbeitsstelle finden. Die restlichen 80 Angestellten hatten hierbei nicht soviel GlĂŒck.

Lt. dpa hat der Gesetzgeber festgelegt, dass bis 2012 keine betriebsbedingten KĂŒndigungen ausgesprochen werden dĂŒrfen. Deshalb sollen die 80 Angestellten andersweitig vermittelt werden. Der Betriebsrat hat die Gesellschafter zu Sozialverhandlungen aufgefordert.

Also falls einer der 80 Ex-angestellten des IKK Bundesverbandes sich zu Wort melden will, dann kann er mal erzĂ€hlen wie diese SozialplĂ€ne aussehen. Denn ich glaube nicht, dass es die letzten Angestellten sind, welche durch die Gesundheitsreform auf der Straße sitzen. Zudem weiß ich auch wie aufbauend das Arbeitsamt in solchen Situationen ist. Ich habe ja 3 Monate (nach Zivi – bevor Studienende Studium 1)  das gleiche Problem gehabt. Aussage Arbeitsamt: Sie haben keine Chance in der privaten Wirtschaft. Jajaja.

Nicht unterkriegen lassen, das klappt zurzeit noch.

Problematisch wird es dann, wenn die Krankenkasse in der mitte/ende des Jahres merken, dass sie zu wenig einnehmen und an den Verwaltungskosten stark sparen mĂŒssen (auch wenn SteuerzuschĂŒsse fließen). Denn das Konjunkturpaket kann auch nicht zaubern. Was die Krankenkassen jetzt weniger einnnehmen, das nehmen sie sich nĂ€chstes Jahr durch einen Zusatzbeitrag. Denn eine Krankenkasse kann nicht ihre Strukturen wegzaubern, nur weil die Kanzlerin mal ein paar Aufbauende Worte loswerden will. Aber die Krankenkassen sind in einer ZwickmĂŒhle. Sie wollen nicht zuviel an Zusatzbeitrag fordern, denn sie stehen im Wettbewerb zu anderen Krankenkassen. Also mĂŒssen sie an Strukturen sparen – oft ist das dann der Angestellte.

Bringt uns somit das “Konjunkturpaket” nĂ€chstes Jahr eigentlich auf einen niedrigeren Stand? Denn die Krankenkassen werden versuchen ihre Verluste durch ZusatzbeitrĂ€ge auszugleichen. Und woher nehmen die das Geld?

Gegenstimmen/Diskussionen gewĂŒnscht.

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

Kommentare

5 Kommentare zu “IKK Bundesverband löst sich auf – Was macht das Konjunkturpaket?”
  1. Alper sagt:

    Ganz ehrlich: Gerade die großen Krankenkassen leiden unter einer Krankheit, die in den letzten Jahren immer schwieriger geworden ist: IneffektivitĂ€t. Die Verwaltungskosten werden immer höher weil zu viele Prozesse durch zu viele Mitarbeiter in die LĂ€nge gezogen werden. Wenn ich mir alleine anschaue, wie viele Mitarbeiter die AOK, Techniker oder DAK in ihren Hauptverwaltungen haben und das sie mit den horrenden Einnahmen noch immer nicht zurechtkommen.

    Da muss natĂŒrlich gespart werden an den Mitarbeitern. Das ist vollkommen normal und ist in der offenen Wirtschaft nicht anders. Das Problem ist, dass diese Schwergewichte eine sehr starke Lobby haben und denen niemand so richtig in den Hintern getreten hat, damit sie endlich mal was Ă€ndern. Weniger Mitarbeiter, mehr EffektivitĂ€t etc.

    Aber bis das mal passiert wird noch einige Zeit vergehen. Die jetzige Lösung der Bundesregierung ist so ziemlich das Schwachsinnigste, was ĂŒberhaupt hĂ€tte gemacht werden können.

  2. RevengeofPKV sagt:

    Ja, die EffektivitĂ€t der Krankenkassen lĂ€ĂŸt zu wĂŒnschen ĂŒbrig. Allerdings ist dies nicht in erster Linie durch die Krankenkassen induziert, sondern durch die immer bĂŒrokratischeren Regelungen, die vom Gesetzgeber kommen. Diese fĂŒhren zu stĂ€ndig steigendem Bearbeitungsaufwand und damit zu hoher PersonalintensitĂ€t.

    Was die Auflösung der SpitzenverbĂ€nde betrifft, so findet hier eine Entwicklung statt, die politisch gewollt ist. Bislang hatte jede Kassenart ihren eigenen Spitzenverband. Da diese durch einen einheitlichen Spitzenverband ersetzt wurden, kommt es zwangslĂ€ufig zur Auflösung der bisherigen VerbĂ€nde. Das ist zwar fĂŒr die betroffenen Mitarbeiter hart, aber letztlich handelt es sich dabei ja um hochrangige Experten, die sicherlich bei den Krankenkassen unterkommen werden.

    Vom Konjunkturpaket der Bundesregierung sollte man sich nicht zu viel versprechen. Schon vor der EinfĂŒhrung des Gesundheitsfonds wurde behauptet, dass der festgesetzte Einheitsbeitrag von 15,5% nicht ausreichen wĂŒrde, um alle Ausgaben auf Dauer zu decken. Mit der Erhebung von ZusatzbeitrĂ€gen durch einzelne Krankenkassen im Verlauf des Jahres 2009 war schon damals gerechnet worden. Diese Tatsache ist durch die Entscheidung der Bundesregierung, den steuerfinanzierten Zuschuss zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu erhöhen und gleichzeit den Einheitsbeitragssatz abzusenken, nicht grundlegend geĂ€ndert worden. Letztlich werden dadurch die Steuerzahler durch die steigende Neuverschuldung belastet und dafĂŒr die Beitragszahler in die Gesetzliche Krankenversicherung (Arbeitnehmer und Arbeitgeber) entlastet. In der augenblicklichen gesamtwirtschaftlichen Situation halte ich dies nicht von vornherein fĂŒr falsch. Es löst allerdings nicht das grundsĂ€tzliche Finanzierungsproblem der GKV (sh. oben).

  3. Steffen sagt:

    Ich stimme dir voll und ganz zu. In Phasen einer Rezession muss der Staat Gelder investieren um die Wirtschaft anzukurbeln, jedoch frage ich mich ob das geschickt ist, dies an den KrankenkassenbeitrÀgen zu machen!?

    Um die Wirtschaft anzukurbeln, mĂŒssen nicht nur Gelder investiert werden, sondern auch die Menschen animiert werden Gelder zu investieren.

    Bei der jetzigen Variante, sehe ich das Problem, dass die Bundesregierung seit einem guten 3/4 Jahr sagt, dass es mit diesem niedrigen Beitrag nicht machbar ist.

    Jetzt wird der Beitrag doch gesenkt und der BĂŒrger wundert sich. Viele denken, dass sie diese BeitrĂ€ge dann nĂ€chstes Jahr nachzahlen mĂŒssen. Gefördert wird das ganze durch die komplette Umstellung des Systems. Viele verstehen es noch nicht ganz. Vielleicht sparen sie gerade jetzt, weil sie denken es kommt ein Zusatzbeitrag Ende des Jahres!?

    Ich hĂ€tte es sinnvoller gefunden, den Zusatzbeitrag wegzustreichen und dafĂŒr weniger am Beitragssatz senken. So hĂ€tten die Menschen die Möglichkeit fĂŒr die Zukunft zu planen. Was eher zu Investitionen fĂŒhrt. Glaube jedenfalls ich.

    Gegenstimmen / Verbesserungen?

  4. luiszeifer sagt:

    @RevengeofPKV

    ja, Zitat “Das ist zwar fĂŒr die betroffenen Mitarbeiter hart, aber letztlich handelt es sich dabei ja um hochrangige Experten, die sicherlich bei den Krankenkassen unterkommen werden.” Nur ganz toll wenn das in MĂŒnchen, Hamburg oder Berlin gerade der Fall sein sollte und der jeweilige Mitarbeiter in Köln mit seiner Familie Wohnhaft ist.

    Und soweit ich das mitbekommen habe, setzten außer der IKKn die anderen Kassenarten weiterhin uaf ihre alten BundesverbĂ€nde. Soll bedeuten, wir haben einen Spitzenverband Bund und zusĂ€tzlich die alten BundesverbĂ€nde. Was bitte wird denn hier eingespart.

    Jdenfalls, herzlichen Dank an Ulla!

    L.

  5. luiszeifer sagt:

    Rechtschreibfehler sind bei der Uhrzeit inklusive!

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