Deutscher Ring
Interview : “Strukturierter Verkauf von Krankenversicherungen”
Ein Vertreter vom Versicherungjournal hatte die Chance mit dem Vertriebsvorstand des Deutscher Ring Krankenversicherungs-Verein a.G., Jens O. Geldmacher, ein Interview zu führen, in dem er Details über das neue Vetriebskonzept gibt und sogar schon eine erste Bilanz zieht. Geldmacher äußert sich positiv über das neue Vertriebs-Konzept und gibt sich sehr zufrieden mit der Entwicklung ihrer Vertriebsservice-Gesellschaft Maklermanagement AG. Zu dem neuen Konzept „Check up 18 plus“ erklärt Geldmacher, dass es das Ziel sei, dass der Kunde so gut es geht beraten werden soll und nicht einfach nur Käufer eines Produktes ist.
Er wird von einem Vermittler Schritt für Schritt durch die einzelnen Punkte geführt um mögliche Risiken und Fragen zu klären. Dies sei vorteilhaft um Probleme mit unzufriedenen Kunden im Nachhinein, einfacher lösen zu können. Er weist seinem Interviewpartner drauf hin, dass man nicht über den Preis verkaufen will, sondern den Kunden mit seiner Qualität überzeugen will. Er will neue Maßstäbe setzen und neue Wege einschlagen in der Branche.
Die Barmer Ersatzkasse fordert für die nächste Wahlperiode ein Ende des bisherigen Systems aus gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Die private Krankenversicherung (PKV) solle künftig keine Vollversicherung mehr sein, sondern nur noch Zusatzleistungen anbieten – wie etwa Einbettzimmer im Krankenhaus oder Chefarztbehandlungen, verlangte Barmer-Chef Johannes Vöcking am Dienstag in Berlin. Die PKV sei „Kostentreiber Nummer Eins“, da sie alles bezahle, was an medizinischen Behandlungen möglich sei. Die Privatpatienten seien „Versuchskaninchen erster Klasse“, da sie oft Leistungen verordnet bekämen, die medizinisch gar nicht notwendig seien.
Ein Sprecher des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV) wies die Forderung als alten Hut im Wahlkampf zurück. Eine Abschaffung der PKV sei juristisch fragwürdig, zumal das Bundesverfassungsgericht vor einigen Monaten das bestehende duale System explizit gestärkt habe. Es sei keine nachhaltige Politik, ein zukunftsfestes System durch ein schlechteres zu ersetzen. Der Vorwurf, die Privatversicherten seien Versuchskaninchen, bezeichnete er als absurd. Bezahlt würden nur solche Leistungen, die medizinisch notwendig seien.
Vöcking forderte zugleich die künftige Bundesregierung auf, Zusatzbeiträge bei den Krankenkassen zu verhindern. Wenn der Staat in der Wirtschafts- und Finanzkrise Bereiche der Privatwirtschaft massiv finanziell unterstütze, dürfe der Gesundheitssektor nicht zu kurz kommen. Allein die Regelungen zum Einzug der Gelder seien ein bürokratisches Monster und koste den gesetzlichen Kassen zusammen in 2010 rund 450 Millionen Euro, sagte der Chef von Deutschlands zweitgrößter Kasse.
Vöcking warnte die nächste Regierung vor einer zunehmenden Privatisierung. Dagegen würden sich die Kassen mit aller Macht zur Wehr setzen. Für eine nachhaltige Finanzierung gelte es vor allem, bislang ungenutzte Finanzreserven zu heben. Dies gelte insbesondere bei Arznei- und Hilfsmitteln. Hier werde noch immer zu viel verordnet, „ohne dass wir genau wissen, was hinten rauskommt“. Notwendig sei eine stärkere Kosten-Nutzen-Bewertung