“Im Ergebnis sind wieder die Beitragszahler die Gebeutelten. Sie müssen erheblich mehr zahlen, um auch im nächsten Jahr wieder Honorar- und Einnahmenzuwächse für Ärzte, Krankenhäuser und die Pharmaindustrie zu finanzieren.”, sagte Pfeiffer. Die Gesundheitspolitiker von Union und FDP hatten vereinbart, dass Krankenhäuser im nächsten Jahr nach Angaben aus Kassenkreisen 1,5 Milliarden Euro mehr bekommen sollen, die Ärzte bis zu 1,2 Milliarden Euro. In Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sollen die Ärzte überproportional mehr bekommen, um Nachteile aus der jüngsten Honorarreform auszugleichen. Insgesamt soll für diesen Ausgleich mehr als eine halbe Milliarde Euro aufgewendet werden. Über die genauen Summen müssen Ärzte und Krankenkassen noch verhandeln. Nach neuen Berechnungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die der “Welt” vorliegen, haben Hausärzte im Jahr 2009 im Durchschnitt mehr verdient als Fachärzte. Ihr Honorar ist auch stärker gestiegen als das der Fachärzte. Den Zahlen der KBV zufolge erhielt ein einzelner Hausarzt im Jahr 2009 im Durchschnitt etwas mehr als 206.000 Euro Honorar. Das waren sieben Prozent mehr als noch 2008. Für den einzelnen Facharzt hat die KBV ein durchschnittliches Jahreshonorar von fast 203.000 Euro errechnet, das sind sechs Prozent mehr als 2008. Nach Abzug der Kosten für die Praxis verblieben dem Hausarzt deutlich mehr als 100.000 Euro Honorar, dem Facharzt dagegen weniger als 100.000 Euro. Dagegen befinden sich die Allgemeinmediziner nach Auffassung des Hausärzteverbands am unteren Ende der Vergütungsskala. Nicht zuletzt deshalb wollen die Hausärzte im September in einzelnen Bundesländern zum Teil ihre Praxen schließen. Sie protestieren damit gegen die Sparpläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP).
Bild: Grippeschutzimpfung, obs/Novartis Behring
Redaktion Gesundheitswesen Magazin
“Es ist unverständlich, dass in diesen schwierigen Zeiten die Einnahmen der Ärzte weiter steigen sollen”, sagte die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der Krankenkassen, Doris Pfeiffer, der “Welt”.
Diese Aussage ist schon sehr dreist! Was machen denn die Krankenkassen mit Ihren Beitragserhöhungen in den letzten Jahren? Jede Partei versucht die eigenen Einnahmen zu steigern, da ist es doch klar, dass Ärzte in diesen “schwierigen Zeiten” wegen dem Allgemeinwohl nicht auf mehr Geld verzichten werden. Da sollten die Krankenkassen mit gutem Vorbild vorangehen und selbst die Beiträge stabil halten.
Für mich sind solche Aussagen immer wieder unverständlich.