Dienstag, 22. Mai 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Werbung und Marketing

6.07.2009 | 13:38 Uhr

Krankenkassen Marketing – Wie funktionierts?

In einem Interview mit Pharma Marketing hat der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg Chrstopher Hermann folgende Aussage getroffen:

Zitat (via): Wenn die Finanzströme und die Leistungen weitestgehend vereinheitlicht sind, dann muss es doch in der Versorgungsoptimierung, im Service und in Versichertenprogrammen deutliche Unterschiede geben, um überhaupt dieses gesamte System zu rechtfertigen.

Die Aussage hat mich ein bißchen nachdenklich gestimmt. Eigentlich widerspiegelt sie das System ziemlich perfekt.

Ich muss sagen, dass ich diese Abgrenzungskriterien nicht für zukunftssicher halte. Ich frage mich gerade, ob eine so starke Vereinheitlichung überhaupt mehr als 15-20 Krankenkassen rechtfertigt?

Sind die Programme und der Service überhaupt noch ein Entscheidungskriterium? Immerhin finde ich, und ich habe schon Erfahrung mit einigen Krankenkassen, diese Kriterien nicht mehr besonders relevant, da sich die Krankenkassen in diesen Punkten schon sehr stark gleichen. Zudem werden erfolgreiche Programme sowieso von Konkurrenten schnell kopiert.

Wäre es nicht wichtiger, dass eine Krankenkasse innovativ ist?

Das wäre für mich ein sehr wichtiges Entscheidungskriterium. Ich will für meine Gesundheit, das neuste vom neusten z.B. in der Krebstherapie.

Meine Krankenkasse soll im Service neue Wege gehen z.B. online Chat wenn ich etwas klären will. Dann habe ich etwas schriftliches und kann es beim arbeiten nebenbei machen, ohne dass meine Kollegen hören, was ich da mit meiner Krankenkasse kläre z.B. wie bei meinem Hoster Hostloco.

Sozusagen sind mir die Programme eher unwichtiger, ich will, dass meine Krankenkasse neue Wege geht. Was meint ihr dazu?

Mich würde mal interessieren, wie innovativ die großen Krankenkassen wahrgenommen werden. Vielleicht mache ich dazu die nächste Umfrage hier.

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

Kommentare

3 Kommentare zu “Krankenkassen Marketing – Wie funktionierts?”
  1. Bundesmichel sagt:

    Guten Morgen,

    was heißt denn schon die großen Kassen wie die KKH, vile heiße Luft und nichts dahinter, da steht ja denn der Allianzkonzern dahinter.

    Die tK fällt nicht so besonders auf.

    Der Rest nuja,still ruht der See.

  2. RevengeofPKV sagt:

    Die Innovationsmöglichkeiten der Krankenkassen sind eingeschränkt, wenn alles, was sie leisten dürfen, vom Gesetzgeber geregelt ist. In unserem System ist dann nämlich oftmals alles, was nicht durch den Gesetzgeber geregelt ist, den Krankenkassen verboten.

    Somit bleibt für die Krankenkassen nur noch das Feld der “weichen” Differenzierungskriterien wie z.B. der Service (Erreichbarkeit, Geschäftsstellennetz usw.) oder ein paar mehr oder weniger exotische Randthemen (Gesundheitsassistenzprogramme, Coachingprogramme, elektronische Gesundheitsakte, Newsletter zu allgemeinen Gesundheitsthemen usw.). Ob das alleine den Versicherten ausreicht, sich für oder gegen eine bestimmte Krankenkasse zu entscheiden, darf auch meiner Meinung nach bezweifelt werden. Das Ganze kann man aber nicht den Krankenkassen anlasten. Ich bin sicher, die würden gerne mehr tun, wenn sie denn dürften. Nein, verantwortlich ist die Politik, die ihr Heil immer stärker in Reglementierung sucht. Ob das immer der richtige Weg ist, bezweifle ich.

    Andererseits sind die finanziellen Mittel dermaßen begrenzt, dass echte Innovationen – die eben Geld kosten – den Versicherten nicht vermittelbar sind. Was fehlt, ist eine offene Diskussion darüber, was uns Gesundheitsleistungen wert sind. Solange die Politiker immer nur bis zum nächsten Wahltermin schauen, wird diese Diskusssion wahrscheinlich nie geführt werden – schade.

  3. Healthy sagt:

    Wenn ich richtig informiert bin, spricht für die kleineresn Krankenkassen der niedrige Verwaltungskostenanteil.

    Was bei den großen, mitgliederstärkeren etablierten Krankenkassen-Unternehmen aufstößt, ist die unverholen ausgeübte Druck, mit dem sie sich gegen Kostenoptimierung stemmen.

    Werbekampagnen, Marketingmaßnahmen und “Wellness”-Lockaktionen der gesetzlichen Krankenversicherungen lehne ich ab. Die Zwangs-Versichertengelder gehören in eine sinnvolle Versorgung der Mitglieder.

    Unterscheidungsmerkmale wie sinnvollen Service und excellente Kundenbetreuung und -beratung machen sich bemerkbar. Dazu gehört auch ein informativ und einfach gestalteter Internetauftritt mit Zugang zum Sachbearbeiter.

    Bevor mir noch mehr einfällt: Transparenz ist angesagt.

Teilen Sie Ihre Meinung