Samstag, 04. Februar 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Alkoholforschung

28.07.2010 | 23:01 Uhr

Krebsrisiko steigt mit der Menge an getrunkenem Alkohol stark an

Krebsrisiko steigt mit der Menge an getrunkenem Alkohol stark an

Krebsrisiko steigt mit der Menge an getrunkenem Alkohol stark an

Laut Statistik werden pro Jahr zehn Liter reiner Alkohol von den Bundesbürgern konsumiert. Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) betont, dass diese Menge erheblich zu hoch sei.

So sei ein Pro-Kopf-Konsum von maximal drei Liter reinem Alkohol jährlich angeraten. Ein gesunder Mann dürfe demnach zwei kleine Bier täglich, eine gesunde Frau einen Achtelliter Wein täglich trinken. An mindestens zwei Tagen in der Woche sollte jedoch gar kein Alkohol konsumiert werden.

Der Leiter des Zentrums fĂĽr Alkoholforschung in Heidelberg, Helmut Seitz, sagt: “Epidemiologische Studien zeigen, dass jährlich die Krebserkrankungen von weltweit 390 000 Menschen auf chronischen Alkoholkonsum zurĂĽckzufĂĽhren sind”. So ist der hohe Alkoholkonsum nicht nur fĂĽr Leberschäden, sondern auch fĂĽr Krebserkrankungen verantwortlich. 3,6% aller Krebserkrankungen seien auf zu hohen Alkoholkonsum zurĂĽckzufĂĽhren. Dies betrifft vor allem Krebs der Zunge, des Rachens und Kehlkopfs sowie der Mundhöhle und Speiseröhre. Schon ein halber Liter Wein täglich lässt das Risiko, an Krebs zu erkranken, massiv ansteigen. Dem einem dreifach höheren Krebsrisiko bei dieser Weinmenge haben Frauen zusätzlich ein erhöhtes Brustkrebsrisiko.

Besonders erschreckend: “Das durchschnittliche Einstiegsalter fĂĽr Alkoholkonsum liegt bei 13,2 Jahren”, so GaĂźmann. Damit ist Alkohol das am weitesten verbreitete Suchtmittel bei Jugendlichen. Schockierende drei Viertel der Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren haben bereits Alkohol getrunken. Die DHS weist auf die etwa 3,3 Millionen Alkoholabhängigen in Deutschland und den durch sie verursachten volkswirtschaftlichen Schaden, der durch die notwendige medizinische Versorgung bei etwa 26 Milliarden Euro jährlich liegt.

Bild: flickr / clspeace

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

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