Montag, 13. Februar 2012 | Gesundheitswesen Magazin

PKV

19.08.2009 | 13:44 Uhr

Kurzmitteilungen: Arzt und Off Label Medikament, Schweizer Krankenkassen, Tschüss PKV, Schweinegrippe, Prof. Lauterbach kaufen

Arzt verordnet MS Patientin ein Off Label Medikament

Immer wieder machen Krankenkassen von sich reden, teils sind die Versicherten unsicher geworden, denn die Neuigkeiten die gesetzliche Krankenkassen oft betreffen, sind nicht immer nur positiv. Auch für Ärzte ist die Zeit nicht gerade einfach, denn wenn Ärzte ein Medikament außerhalb ihrer Zulassung verordnen, kann dies für den Arzt äußerst unangenehm werden. So hatte kürzlich ein Arzt einer Schwangeren die an MS erkrankt ist, ein Medikament außerhalb seiner Zulassung verschrieben. Jedoch fehlten für den OFF- Label- Use zwingende Voraussetzungen, zwar müsse die Krankenkasse die Kosten für die Patienten erstatten, die Kasse könnte aber den Arzt in Regress nehmen, wenn das Medikament nicht zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkasse zähle, so festgestellt durch das Landessozialgericht Berlin- Brandenburg. Der Vorstand der Medizinrechtsanwälte, Dr. Thomas Moritz hält alle Ärzte dazu an, im Zweifelsfall nur ein Privatrezept auszustellen, denn so sind die Ärzte sicher vor eventuellen Regressansprüchen. Wenn Ärzte und Patienten unsicher in Sachen Medizin- und Sozialrecht sind, können sie jederzeit unter der kostenfreien Rufnummer 0800/ 0732483 ein kostenloses juristisches Orientierungsgespräch, durch einen ausgewählten Vertrauensanwalt in Anspruch nehmen, Träger hierfür ist der Verein Medizinrechtsanwälte e.v.

Schweizer mögen ihr Krankenkassen

Trotz das gesetzliche Krankenkassen immer wieder in ein oft negatives Licht gerückt werden, ergab eine Umfrage in der Schweiz, dass rund neunzig Prozent aller Schweizer mit ihrer gesetzlichen Krankenkasse zufrieden seien, einige davon gaben sogar an, dass sie sehr zufrieden mit den Leistungen ihrer Kasse seien. So ergab eine Meinungsumfrage per Telefon durch das Marktforschungsinstitut Link im Auftrag des K- Tipp. Die Schweizer Krankenkassen, konnten anhand dieser Meinungsumfrage ihr Ergebniss aus dem Jahre 2005 mit derselbigen Umfrage noch einmal verbessern, und dies trotz stetig steigender Prämien. Bei der damaligen Umfrage 2005, waren nur knapp über die Hälfte der Befragten mit der Krankenkasse sehr zufrieden.

Barmer will die PKV abschaffen

Da bei uns jedoch die meisten mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse oft weniger zufrieden sind, wechseln viele nicht selten in eine private Krankenkasse, doch auch hier gibt es Streit. Den meisten gesetzlichen Krankenkassen gefällt das System der Privatkasse ganz und gar nicht, so fordert die Barmer Ersatzkasse das Ende des bisherigen Systems privater Kassen. Laut Barmer Ersatzkasse, seien in Deutschland die Privatpatienten lediglich “ Versuchskaninchen erster Klasse”. Grund für diese Anschuldigungen ist, dass private Kassen oft Leistungen verordnen, die medizinisch überhaupt nicht notwendig wären, so die Barmer. Die Barmer Ersatzkasse fordert daher das künftig die private Kasse nur noch Zusatzleistungen anbieten solle, keine Vollversicherung mehr darstellen solle. So zumindest verlangte es der Barmer Chef Johannes Vöcking am Dienstag, er bezeichnete die PKV als “ Kostentreiber Nummer Eins”, aufgrund der häufig nicht notwendigen medizinischen Leistungen, die dennoch verordnet würden. Ein Sprecher der PKV wies die Forderungen jedoch strikt zurück, es wäre ein alter Hut im Wahlkampf. Der Sprecher der PKV sehe die Forderungen als juristisch fragwürdig, zumal vor einigen Monaten das System des Privatkassen durch das Bundesverfassungsgericht gestärkt wurde. Der Chef der Barmer forderte die zukünftige Bundesregierung weiterhin dazu auf, Zusatzbeiträge bei den Krankenkassen zu verhindern, der Gesundheitssektor dürfe nicht zu kurz kommen. In Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise würden viele Bereiche der Privatwirtschaf durch den Staat unterstützt, daher sollen auch die Krankenkassen Unterstützung finden. Der Chef der zweitgrößten gesetzlichen Kasse in Deutschland, warnte die künftige Regierung vor einer zunehmenden Privatisierung, hier gegen würden sich die Kassen mit aller Macht hingegen setzen.

Schweinegrippe Impfungen starten

Im Kampf der Krankenkassen untereinander, interessieren den Versicherten zum jetzigen Zeitpunkt wohl aber eher Informationen über den bevorstehenden Impfplan gegen die Schweinegrippe. Am Mittwoch den 19. August, will die Bundesregierung alle Regeln im Detail beschließen. Ab Oktober 2009 wird es vermutlich den ersten Impfstoff gegen die Schweinegrippe geben, die Zulassung hierzu wird allerdings erst nach erfolgreichen Testimpfungen erfolgen. Etwa 22.5 Millionen besonders gefährdete Bürger, werden in Deutschland mit dem Impfstoff versorgt. Zu den besonders gefährdeten zählen Ärzte und medizinisches Personal, Feuerwehr, Polizei, Justizvollzugsangestellte, Schwangere, chronisch Kranke und Mitglieder des Bundeskabinetts. Erst später können sich alle anderen Bundesbürger gegen die Schweinegrippe impfen lassen, so das Bundesgesundheitsministerium, die Impfung sei allerdings freiwillig. Die Kosten der Impfung liegen bei Versicherten bei Null, hier übernehmen die Kassen die Impfung. Wenn mehr Menschen als geplant geimpft werden sollen, so werden die Kosten hierfür von Land und Bund übernommen. Wo sich die jeweiligen Impfstätten befinden werden ist bislang noch unklar, diese sollen von den Bundesländern festgelegt werden.

Kauf dir Prof. Lauterbach

Zum Schluss noch eine Neuigkeit, die etwas Spaß bietet und zudem noch der deutschen Krebshilfe zu Gute kommt. Auf Doccheck.com wird gerade eine Auktion angeboten, bis zum 26.08.2009 12Uhr kann hier Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach ersteigert werden. Der Professor wird am 01.09.2009 zusammen mit einem Kamerateam, in der Praxis des Höchstbietenden 4 Stunden anwesend sein. Diese Auktion soll zeigen, wie es in der Praxis oder Klinik wirklich läuft. Das letze Gebot der Versteigerung soll der Deutschen Krebshilfe zugute kommen.

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

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