Studie
Kurzmitteilungen: HIV Impfung, Herzinfarktrisiko Rauceh, Demenz und Pflege, Gentechnik
Knapp 7500 Menschen infizieren sich täglich mit HIV, dem Erreger von AIDS. Doch damit könnte bald Schluss sein: UNAIDS, ein Programm der UN, und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vermelden einen ersten großen Erfolg der Studie, die nun nachgewiesen habe, dass ein Impfstoff die Chancen einer Infektion bei Erwachsenen deutlich herabsetze. In Forschungsreihen mit 16.000 Probanden konnte die Infektionsrate um 31,2 % gesenkt werden – laut Hersteller Sanofi-Pasteur (Lyon). Eine Zulassung des Impfstoffs ist momentan noch nicht zu erreichen. Zunächst muss der Impfstoff noch optimiert werden und die Schutzmechanismen genauer entschlüsselt.
Eine Studie der American Heart Association bestätigt, was die Gesundheitsminister bei Einführung der Rauchverbote zum Besten gaben: Vor allem die Passivraucher werden hierdurch geschützt. Somit profitieren hiervon vorwiegend Frauen und junge Menschen, die den Großteil der Passivraucher ausmachen. Laut oben genannter Studie ging die Herzinfarktrate seit Einführung der Rauchverbote in Nordamerika und Europa um mehr als ein Drittel zurück. Die Universität von Kansas veröffentlichte eine Studie, die sogar eine Abnahme um mehr als ein Viertel bestätigt.
Selbst geringe Mengen eingeatmeten Rauchs erhöhen das Risiko für Herzinfarkte deutlich. Der Leiter der Kansas-Studie warnt hier vor den Konsequenzen des Passivrauchens. James Lightwood von der Universität von Kalifornien plädiert im Rahmen der ersten Studie für ein absolutes Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden und am Arbeitsplatz. So könne man kurz- bzw. mittelfristig die Zahl der Herzinfarkte senken.
In einer neu veröffentlichten Londoner Studie sprechen nun erstmals erschreckende Zahlen Bände: Bis zu 75% der Personen, die Demenzerkrankte pflegen und versorgen leiden selbst unter zu hoher psychischer Belastung. Die Konsequenzen einer Erkrankung seien für Patienten, Pfleger und das gesamte Gesundheitssystem unmöglich zu ertragen, dafür Forschung und Entwicklung, für Behandlung sowie Pflege viel zu geringe finanzielle Mittel bereitstünden, so ein britisches Wissenschaftler-Team. Desweiteren kündigt sich die Zukunft noch problematischer an: Gemäß der Studie wird sich die Zahl der Erkrankten im 20 Jahres-Rhythmus verdoppeln, da die Menschen immer älter und somit eine Erkrankung wahrscheinlicher wird.
Sommer 2007: Der Imker Michael Grolm sagt dem Genmais den Kampf an. Mit einigen anderen Gentechnik-Gegnern macht er sich bei Altreetz im Oderbruch daran, gentechnisch manipulierten Mais vom Feld aus der Erde zu reißen. Grolm wurde zu 1000 € Schadenersatz verurteilt, wahlweise konnte er sich auch dafür entscheiden, zwei Tage lang in Ersatzhaft zu gehen. Diese Möglichkeit wählte der Imker aus, konnte allerdings ohne Offenbarungseid die Haft nicht antreten. Daher wurde er schließlich im August 2009 vom Amtsgericht Weimar in Erzwingungshaft genommen.
Grolms Anwalt, Wolfram Leyrer, hat er es nun zu verdanken, dass er – vorerst – wieder auf freiem Fuße ist. Dieser beschwerte sich beim Bundesverfassungsgericht, dass die Erzwingungshaft zu lange andauere, und bekam Recht. Nun bleibt es den Verfassungsrichtern überlassen, wie es weitergeht: Entscheiden sie sich anders, könnte Grolm wieder in Erzwingungshaft genommen werden. In Weimar wird nun entschieden, ob Grolm ohne Offenbarungsbescheid die zwei Tage Ersatzhaft absitzen darf.
Bild: flickr / BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN / Gegen Gentechnik Plakat der Grünen.