titandioxid
Lichtaktivierte Titandioxid-Teilchen töten Hirntumor Zellen bei Kontakt
Forscher der Argonne National Laboratory und der University of Chicago’s Brain Tumor Center haben eine Technik entwickelt, mit welcher Krebszellen im Gehirn gezielt angegriffen werden können. Dabei wird Titandioxid an Antikörper gebunden, wodurch diese das Titandioxid zu den Krebszellen führen. Sobald sie an die Krebszellen andocken wird das Titandioxid mit Licht aktiviert um freie Radikale freizusetzen, welche die Mitochondrien der Zellen behindern und diese dadurch töten.
Titandioxid, auch als Titan(IV)-oxid bekannt, kann an Biomoleküle gebunden werden. Wird es an Antikörper gebunden, so erkennen die Teilchen Krebszellen und binden an diese. Wird nun gezielt sichtbares Licht auf die entsprechende Region gestrahlt, reagiert das Titandioxid auf das Licht indem es freie Sauerstoffradikale erzeugt welche die Mitochondrien der Krebszellen beeinflussen. Die Mitochondrien kann man als Kraftwerke der Zellen bezeichnen, und die freien Radikale beeinflussen diese so, dass die Mitochondrien den Tod der Zelle verursachen.
Durch eine Röntgenfluoreszenz-Mikroskopie konnte außerdem festgestellt werden, dass die freien Radikale auch die Bereiche der Krebszellen angreifen, welche für das Befallen von umliegenden gesunden Zellen und deren Umwandlung in neue Krebszellen verantwortlich sind. Bisher wurden allerdings nur Versuche unter Laborbedienungen durchgeführt, aber in der nächsten Phase sind schon Tierversuche geplant. Die Laborergebnisse zeigen eine Giftigkeitsrate der Krebszellen von 100 Prozent nach Sechs Stunden Belichtung, und nur noch 80 Prozent nach 48 Stunden mit anschließenden Fünf Minuten gezielter Lichtbestrahlung.
Besondere Beachtung sollte der Tatsache geschenkt werden, dass die Antikörper nur Krebszellen angreifen, und umliegende gesunde Zellen nicht beeinflusst werden, im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden wie der Chemo- oder Röntgentherapie.
Bild: kuroda