Krankenkassen
Made in USA: Medizin Toursimus
“Das hier sieht nicht gerade nach einem Klinik aus”, sagt Ruben Toral, während er Greg Lindsay rumführt. Es ähnelt eher einem Hotel oder einem gehobenem Einkaufszentrum. Wenn man die Empfangshalle des “Bumrungrad International” kurz betrachtet, stimmt man ohne Einwand zu.
Obwohl wir uns in einer Klinik in Bangkok befinden, duftet es hier vo rallem nach Espressos vom Starbucks. Torals Aufgabe besteht darin internationale Patienten hierher zu locken. Sei es ein Knieersatz, Bypass oder nur eine ärztliche Untersuchung. Bevor im Jahr 2001 die internationale Klinik in Thailand ihren Erfolg landete, war dies zuvor nur eine thailändische Kranken- und Kuranstalt.
Heute steigen Patienten aus aller Welt in den Flieger nur um sich in einer Klinik behandeln zu lasse, deren Namen sie nicht einmal aussprechen können. Der Begriff “medzinischer Tourismus” ist daher entstanden, dass Leute kurz vor ihrem Urlaub einen Abstecher in die Klinik machten, um nur eine Kleinigkeit an sich “zu verbessern”. Jedoch stimmt dieses Image nicht mit dem Heutigem überein.
In den letzten Jahren nahmen die Kosten für Operationen in den USA rapide zu. Amerikanische Patienten lassen sich deshalb in Bangkok unters Messer legen, nur um einem System zu entfliehen, dass sich kaum noch jemand leisten kann. “In den Vereinigten Staaten zahlen Sie bis zu 50.000-60.000 $ für ihre OP. Hier sind es nur 8.000 $”, sagt Tolar, ein Amerikaner der in North Carolina aufwuchs.
“Das ist der entscheidende Unterschied, ob man es bloß auf die Rechnung schreibt oder Bankrott geht.” So hat sich diese weltklasse Klinik zu einer Weltberühmten gemausert. Es fanden Unmengen an Verbesserungen und Neuerungen statt. Doch der medizinischer Tourismus soll erst der Anfang sein. Der nächste Schritt wäre eine globale Medizin, in der Millionen von versicherten Patienten in den Vereinigten Staaten verbunden wären mit Klinken in Bangkok, Singapur und Indien.