Dienstag, 22. Mai 2012 | Gesundheitswesen Magazin

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18.09.2008 | 1:32 Uhr

Medizin Tourimus – Wollen wir das auch in Deutschland?

Was ist eigentlich Medizin Tourismus? In Deutschland ist diese Phänomen eigentlich weniger bekannt. Hier kommt es zwar auch teilweise zu Auslandreisen wegen Zahnersatz oder Schönheits-OPs, aber nicht in dem Ausmaß wie in anderen Ländern. Unter Medizin Tourismus würde ich die Reise ins Ausland wegen einer medizinischen Behandlung oder wegen Medikamenten verstehen. Gründe könnten einerseits die hohen Kosten im eigenen Land bzw. andererseits die weniger gute Qualität sein.

Die EU will den Patienten in der Europäischen Union mehr Rechte einräumen um Krankenversicherungsleistungen auch im Ausland in Anspruch zu nehmen und erstattet zu bekommen.

Aber ich ziele mit diesem Artikel ein anderes Phänomen. Dieses tritt zum Beispiel in den USA auf. In den USA ist eine groĂźe Anzahl an Menschen ohne Krankenversicherung unterwegs. Bei Umfragen wird deshalb das Krankenversicherungssystem auch regelmäßig als “beschissen” bewertet.

Gerade weil in den USA viele Menschen ohne Krankenversicherung unterwegs sind müssen diese ihre Krankenversicherung privat bezahlen. Für uns Deutsche ist das eigentlich total unverständlich wir regen uns schon über 10 Euro Praxisgebühr auf :thinking4:

Als Beispielszahl: 1 Tag im Krankehaus kostet 331,49 Euro in Deutschland (vgl.) Was würden wir machen wenn wir das selber zahlen müssten? Den anhaltenden Trend nach Polen zu fahren um Kleidung zu kaufen gibt es ja schon. Würden wir dann auch dahin fahren um im Krankehaus zu liegen!? Nein! Denn wenn ihr normalerweise im Krankenhaus seit könnt ihr nicht viel laufen :stretcher:

Das heißt ihr wärt nach dem Krankenhaus aufenthalt Pleite! Ja Pleite! Rechent euch mal 3 Wochen Krankenhaus hoch: 6921,29 Euro die ihr zahlen müsstet wenn es nicht eure Krankenkasse machen würde.

In Amerika ist das so. Dort gibt es den so genannten Medizin Tourismus. D.h. die Menschen fahren in andere Länder um sich behandeln zu lassen.

Hier ein schönes Video (leider in Englisch)

Es zeigt wie Amerikaner ins Ausland fahren um sich dort behandeln zu lassen. Beispielweise nach Indien. Viele fahren für Medikamente auch nach Kanada. Das ist natürlich nicht das einzige Video. Ich könnte euch jetzt hier die ganze Seite vollstellen, denn das Thema ist in Amerika nicht unwichtig.

Man muss sozusagen für jede größere Behandlung in anderen Ländern überprüfen, ob sie dort nicht billiger ist. Das gilt auch für Medikamente. Denn wir sprechen hier nicht von unterschieden wie 10 Euro Praxisgebühr, sondern von Behandlungen entweder für 100 000 Dollar in Amerika oder für 30 000 Dollar irgendwo im Ausland.

Viele Menschen beschweren sich immer über die Deutsche Krankenversicherung. Deshalb war das mal wieder ein Vergleich der euch ein bißchen zum Nachdenken anregen soll. Vieles ist nicht perfekt, aber zusammen können wir es verbessern. Unser System ist zwar teuer, aber besser als in vielen vielen anderen Ländern :2thumbs:

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

Kommentare

2 Kommentare zu “Medizin Tourimus – Wollen wir das auch in Deutschland?”
  1. Alper sagt:

    Ich gebe zu, dass ich auch zu den Leuten gehöre, die sich ĂĽber die Krankenversicherung ziemlich aufregen. Auf der einen Seite ist es ab sofort verpflichtend sich zu versichern (ich war sowieso schon immer versichert) und das nun ab sofort auch fĂĽr einen Mindestbetrag (bei den Gesetzlichen). Das werden auf jeden Fall so 400 Euro im Monat sein, die nur fĂĽr eine Eventualität weggehen. Klar, wenn man mal einen schweren Unfall hat, rentiert sich das sofort aber muss das wirklich so viel kosten? Ich bin ein junger Mensch – gehe 2mal im Jahr oder so zum Hausarzt und nur dann wenn es notwendig ist. Das nervt mich schon.

    Auf der anderen Seite ist mir ja auch klar, dass die Probleme mit 40 langsam anfangen werden. Dann werde ich sicher öfter zum Arzt als jetzt und bin froh, dass meine Beiträge dann nicht weiter explodieren wie in den privaten Kassen.

    Für Selbstständige wie mich ist das generell ein Greuel. Muss meine Versicherung selber bezahlen und das auch nicht zu knapp.

  2. steffen sagt:

    Zitat Alper ↑:

    Ich gebe zu, dass ich auch zu den Leuten gehöre, die sich über die Krankenversicherung ziemlich aufregen.

    Zu dem Thema gibt es noch ein paar Millionen mehr glaube ich :)

    Zitat Alper ↑:

    Klar, wenn man mal einen schweren Unfall hat, rentiert sich das sofort aber muss das wirklich so viel kosten?

    Nein kosten sollte es eigentlich nicht soviel, aber es sollte auch nicht total “verprivatlicht” werden. Denn dadurch sinken vielleicht die Kosten, aber dann haben wir das gleiche Problem wie in den USA. Und die Leute mĂĽssen ins Ausland um sich operieren zu lassen.

    Zitat Alper ↑:

    Auf der anderen Seite ist mir ja auch klar, dass die Probleme mit 40 langsam anfangen werden. Dann werde ich sicher öfter zum Arzt als jetzt und bin froh, dass meine Beiträge dann nicht weiter explodieren wie in den privaten Kassen.

    Ja gerade dann wird es erst richtig teuer. FĂĽr die hohen Beiträge gibt es ab 1.1.09 eine Möglichkeit in der privaten Krankenversicherung in den sogenannten Basistarif zu wechseln – der enthält Leistungen wie die gesetzliche – ist aber privat und soll weniger kosten als der “normale” privat Tarif

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