Medikamente
Mit der Spiegeltherapie gegen Phantomschmerzen
Rund 75 Prozent der deutschen Amputationspatienten leiden an sogenannte Phantomschmerzen; an Schmerzen in einem Körperteil, das nicht mehr vorhanden ist. Diese konnten bisher nur mit starken Beruhigungsmittel behandelt werden. Alternativ dazu bekommen jedoch 80-90 % der Patienten ihre Schmerzen noch mit herkömmlichen Prothesen In den Griff, obwohl viele davon trotzdem noch teils starke Medikamenten nehmen müssen.
2005 begannen deshalb Bochumer Ergotherapeuten mit der sogenannten Spiegeltherapie, diese Schmerzen medikamentenfrei zu behandeln. Dabei werden Übungen vor einem Spiegel ausgeführt, bei denen der Patient nur die Körperhälfte mit den noch vorhandenen Gliedmaßen sieht, mit der Illusion, die amputierten Körperteile seien wieder vorhanden.
Und bis jetzt konnten sie damit 150 Erfolgsfälle verzeichnen. Allerdings müssen die Patienten langsam an das Verfahren herangeführt werden, da die Behandlung starke emotionale Reaktionen auslösen kann; im Notfall muß die Therapie sogar abgebrochen werden.
Laut Aussage der Klinik ist diese Methode direkt nach der Amputation am Wirksamsten, aber auch bei rund 60% der Patienten, die erst Jahre später damit begannen, verbuchte die Klinik noch dauerhafte Erfolge.
Quelle: Aachener Zeitung
Bild: flickr / moriza
Interessanter Ansatz. Die Frage ist nur an der Stelle wird es von der Krankenkasse übernommen?
Gute Frage. Ehrlich gesagt.. keine Ahnung. Schätze aber schon.
Ich bin seit 25.01.2011 Unterschenkelamputiert. Bei mir wurde die Spiegeltherapie ab dem 5. Tag durchgefürht. Ich habe seit dieser Therapie deutlich schwächere Phantomschmerzen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen auch die Kosten dafür.