ĂĽber alkohol
Neue Erkenntnisse: Alkohol bald zur Medikation bei Hirnschäden einsetzbar?
Ali Salim vom Cedars Sinai Medical Center und seine Gruppe von Forschern aus Los Angeles haben bei einer groĂź angelegten Untersuchung der Patientendaten in circa 40.000 Fällen verblĂĽffende neue Ergebnisse erhalten: Die Chancen, eine Kopf- oder Hirnverletzung gut zu ĂĽberstehen, stehen deutlich besser, wenn sich im Blut der betroffenen Person Alkohol befindet. Die Patienten konnten in vielen Fällen frĂĽher entlassen werden und erholten sich schneller. Auf der “Glasgow Koma-Skala”, die den Grad einer Bewusstseinsstörung (von einer BewusstseinstrĂĽbung ĂĽber Bewusstlosigkeit bis hin zum Koma) angibt, war bei leicht alkoholisierten Patienten ein niedrigerer Wert zu verzeichnen. Auch eine kĂĽnstliche Beatmung war nicht so lange nötig wie im Normalfall zu erwarten.
Die Ăśberlebenschancen steigen somit durch Alkoholkonsum – allerdings gibt das Forscherteam keinesfalls grĂĽnes Licht fĂĽr “Komasaufen” oder Alkoholismus. Der Faktor des Ethanols, der den Schutz bewirkt, sei noch nicht geklärt, auĂźerdem gelte hier, dass die positive Wirkung nur bei mäßiger Ethanolmenge nachgewiesen sei. AuĂźerdem seien nach wie vor ein FĂĽnftel der Autounfälle auf alkoholisierte Verkehrsteilnehmer zurĂĽckzufĂĽhren.
Foto: LaertesCTB