Pfleger
Österreich: Caritas will junge Männer mehr in Sozialberufe integrieren

Österreich braucht mehr männliche Pfleger
Unter dem Motto „Gesucht: Männlich, jung, sozial“ steht der erste Boys Day für Sozialberufe in Österreich, bei dem die Caritas und das Land Sozialberufe für junge Männer schmackhaft machen will.
Der österreichische Caritas-Direktor Markus Glatz-Schmallegger bestätigt, dass Pflegeberufe in weiblicher Hand sind. Innerhalb unserer Sozialeinrichtungen sind 99 Prozent der 500 Mitarbeiter weiblich. Dabei dürften junge Burschen bzw. Männer gerne einmal ihre Muskeln spielen lassen, wenn es um ältere Menschen und deren Pflege geht, so Glatz-Schmallegger.
Zwei Drittel aller Jugendlichen konzentrieren sich bei Ihrer Berufswahl auf zehn Berufsbilder, dabei stehen im Burgenland rund 160 unterschiedliche zur Auswahl, so Reter Rezar, Sozial-Landesrat (SPÖ). Auf Platz eins liegt für männliche Bewerber unangefochten die Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Rezar bestätigt: „Aufgrund traditioneller Rollenklischees kommen für viele nur bestimmte Berufe in Frage.“ Dabei sind gerade Sozialberufe wesentlich krisensicherer. Alleine in den letzten Jahren wurden 20 Pflegeheime eröffnet und weitere sind in der Planung. Personalbedarf ist immer vorhanden.
Seit 17 Jahren übt Andreas Ochs den Pflegeberuf mit Leib und Seele aus. Vor zwei Jahrzehnten, als Ochs seine Ausbildung abschloss, sorgte seine Berufswahl für Aufsehen. „In der heutigen Zeit gewöhnt man sich langsam an Männer in der Pflege“, erklärte Ochs.
Ein 24-jähriger Schüler der Krankenpflegeschule Oberwart berichtet, dass fast alle männlichen Patienten froh seien, von einem Geschlechtsgenossen gewaschen und gepflegt zu werden. Als einziges Manko betrachtet der Krankenpflegeschüler weibliche Patienten, welche sich nicht von einem Pfleger betreuen lassen möchten. Er unterstütze seine weiblichen Kollegen bei der Umbettung oder dem Heben von Patienten. Diese seien froh eine „starke Hand“ als Unterstützung zu haben. Der Pflegeberuf sei in Österreich gut bezahlt, so sieht es jedenfalls der 24-jährige Quereinsteiger. Als Nachteil betrachte er allerdings die Vergütung während der dreijährigen Ausbildung. Diese betrage nämlich nur 200 bis 300 Euro, so der Pflegeschüler.
Der am 22. April stattfindende Boys Day in Österreich, wurde von der Caritas organisiert um soziale Berufe für junge Männer interessanter zu machen. An diesem Tag wird im ganzen Land Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, sich über die Ausbildung zu informieren. An diversen Schulen laufen schon Workshops zu diesen Themen. Als Beispiel gab Toni Schuster, Projektleiter des Boys Day das Thema „Männlichkeit und Beruf“ an.