Montag, 13. Februar 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Schweinegrippe

5.06.2010 | 12:25 Uhr

Pharma-Skandal: Wurde fĂĽr eine Schweinegrippe-Panik bezahlt?

schwein 300x225 Pharma Skandal: Wurde für eine Schweinegrippe Panik bezahlt?  BildBritische Journalisten entdeckten Autoren der WHO auf der Gehaltsliste von Pharma-Konzernen. Nun stellt sich die Frage, ob die Pharma-Industrie gezielt dafür bezahlt hat, eine Schweinegrippe-Panik auszulösen. So veröffentlichte die WHO 2004 Richtlinien zur Vorbeugung und zum Schutz der Länder vor einer Schweinegrippe-Pandemie. Daraufhin wurden Milliarden Steuergelder zur Bekämpfung der Schweinegrippe für Arzneimittel bereitgestellt.

Eine Untersuchung englischer Journalisten des „British Medical Journal“ und der englischen Journalisten-Initiative Bureau of Investigative Journalism hat zum Ergebnis, dass WHO-Autoren von der Pharma-Industrie bezahlt wurden. Dabei standen mindestens drei Wissenschaftler auf der Gehaltsliste von GlaxoSmithKline (GSK) und Roche, während sie gleichzeitig für die WHO als Autoren tätig waren. Die beiden Pharma-Hersteller profitierten erheblich von der Angst vor der Schweinegrippe und hatten hohe Verkaufszahlen für Ihre Arzneimittel Tamiflu und Relenza.

Etwa 1 Milliarde Euro Steuergelder wurden allein von deutschen Steuerzahlern beigesteuert. Dies ist die Einschätzung von Ulrich Keil (Epidemiologe). Die deutsche Regierung bestellte Imstoff-Dosen in Höhe von rund 50 Millionen Euro und konnte nur einen Bruchteil davon an die Patienten verteilen. Die britische Regierung gab sogar 1,2 Milliarden Euro für die Impfstoff-Dosen aus, obgleich es nie zu einer Pandemie kam. Länder wie Polen gingen weit klüger vor und bezeichneten diese Hamsterkäufe als reine Panikmache.

5,8 Milliarden Euro teure Medikamente wurden von der Pharma-Industrie im Auftrag der Regierungen reserviert. Diese fristen nun ein nutzloses Dasein in entsprechenden Depots. 18.000 Menschen starben am H1N1-Virus und nicht, wie zuvor behauptet, mit mehreren Millionen Opfern. Schon länger wird der WHO-Chefin Margaret Chan eine völlige Fehleinschätzung der Lage vorgeworfen.

Doch nicht nur finanzielle Einbußen gab es aufgrund der WHO-Warnungen. In Mexiko wurden beispielsweise alle Schulen in Mexiko-Stadt und dem Bundesstaat Mexiko geschlossen. Später betraf dies alle Schulen des Landes. Erwähnen die Behörden anfangs noch Dutzende Tote als Grund für diese Maßnahme, musste diese Zahl später auf sieben reduziert werden.

Bild: flickr.de / The Pug Father

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

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