Universität Lübeck
Prof. Ernst Theodor Rietschel unterstützt Uni Lübeck

Blick über Lübeck
In St. Petri hat Prof. Ernst Theodor Rietschel vor 600 Zuhörern dazu aufgefordert, weiter für die Uni Lübeck zu kämpfen. Zugleich warnte er die Landesregierung vor den Folgen des Wegfalls des Medizinstudiums und hofft auf Hilfe durch die Bundesbildungsministerin.
Auf der Veranstaltung kam der CDU-Wissenschaftsminister nicht sonderlich gut weg. So wird er von Prof. Jürgen Westermann (Studiendekan) als „Amokläufer“ bezeichnet. Er betont zudem, dass es bislang nur zwei positive Stellungnahmen zu dem Vorhaben, das Medizinstudium auszusetzen, gäbe: „Von de Jager und dem Uni-Präsidenten in Kiel. Eine Stadt und eine Region werden platt gemacht.“ Zugleich kündigt er an, dass die Lübecker Studenten sich wehren werden. Am Mittwoch starten sie mit einer Großdemonstration.
Auch Pastor Bernd Schwarze von der St. Petri sichert sein Kommen zu. Er ist schockiert, dass aus der Uni-Kirche „eine Festung gegen politischen Irrsinn“ geworden sei. „So viel Böses, so viel Lüge und so viel Dummheit“ sei ihm noch nie zu Ohren gekommen. Er betont, dass die Uni Lübeck bleiben muss und auch die Uni-Kirche bleiben wird.
Rietschel meint zum Vorhaben des Wissenschaftsministers: „Ludwig der 14. hätte genauso entschieden. Das ist eine Entmündigung der Universität in eine Leibeigenschaft“. Er betont, dass diesem Beschluss jede Grundlage fehle. „Das zerstört das Vertrauen in das Land Schleswig-Holstein. Keine Forschungsgemeinschaft, kein Privater werde mehr in das Land investieren, wenn Entscheidungen hier so getroffen werden.“ Rietschel findet das Vorgehen ungeheuerlich und betont: „Es ist nicht zumutbar, dass der beste Studiengang im Land geschlossen wird. Das kann ich nicht hinnehmen. Wir verlangen ein Urteil nach Qualität von der Politik. Der Beschluss muss radikal aufgehoben werden.“
Sollte der Beschluss aufgehoben werden, können die Universitäten Lübeck und Kiel Sparvorschläge machen. Rietschel ist davon überzeugt, dass Schavan, die Bundesbildungsministerin, Lübeck hilfreich zur Seite stehen wolle. „Der Bund muss mit ins Boot – und private Investoren. Es gibt eine überragende Solidarität – wir haben die besseren Argumente, die bessere Struktur und das bessere Ziel.“
Bild: flickr / hsivonen