Die Böden im Gebiet um die Stadt Brjansk sind infolge des Unfalls von Tschernobyl im Jahr 1986 vergiftet. Der radioaktive Staub, der durch die Brände aufgewirbelt wird, sei hochgradig gesundheitsgefährdend. Greenpeace warf der russischen Regierung vor, die Bevölkerung ĂĽber die Gefahr im Unklaren zu lassen. Die Behörden hatten zwar am vergangenen Donnerstag noch gewarnt, die Brände könnten die verseuchte Region erreichen, hatten Brände in dem betroffenen Gebiet jedoch dementiert. Am Mittwoch räumte die Waldschutzbehörde nun ein, dass es bereits am vergangenen Freitag im Raum Brjansk gebrannt hatte. Auch in der Region Tscheljabinsk am Ural, in der es mehrere Atomanlagen gebe, habe es Brände gegeben. Dort sollen die Feuer inzwischen jedoch gelöscht worden sein. Nach Angaben der Behörde seien in Russland insgesamt 3.900 Hektar radioaktiv verseuchtes Land von den Bränden betroffen. Brände bedrohten zuvor auch das Atomforschungszentrum in Sarow und ein Nuklearzentrum in Sneschinsk. Nach Angaben der Behörden bestehe dennoch “kein Grund zur Panik”. Die schweren Brände wurden durch die schlimmste Hitzewelle seit Beginn der Wetteraufzeichnung vor 130 Jahren ausgelöst und fĂĽhrten zu mindestens 50 Todesfällen. 3.500 Einheimische sind infolge der Katastrophe obdachlos, ganze Dörfer zerstört. Die Regierung rief in mehreren betroffenen Regionen den Notstand aus und die Botschaften in Moskau evakuierten ihr Personal wegen der giftigen Rauchwolke ĂĽber der Hauptstadt. Mittlerweile habe sich die Lage dort aber entspannt und die internationale UnterstĂĽtzung sei angelaufen. Das Technische Hilfswerk (THW) schickte 120.000 Atemschutzmasken nach Moskau, die lettische Feuerwehr sandte am Dienstag mehrere Feuerlöschbrigaden, um die Bekämpfung der Feuer zu unterstĂĽtzen.
Bild: Reaktor Nummer 4 in Tschernobyl im Jahr 2007
Redaktion Gesundheitswesen Magazin