Studie
SBK: Ärtze in Bayern bald pleite?
Heute habe ich von der SBK einen Newsletter bekommen. Thema darin – die Honorierung der Ärzte in Bayern. Die SBK will auf die beschwerden der Ärzteschaft reagieren und dabei die “häufig plausibel wirkenden Aussagen” widerlegen bzw. Informationen liefern.
Da das Thema nicht nur für die SBK Versicherten interessant ist, wollte ich es auch hier mal zur Diskussion stellen. Die SBK bietet hier eine Auflistung der Fakten auf. Die SBK will, dass sich jeder seine eigene Meinung bildet.
Also hier eine Zusammenfassung der verlinkten Seiten der SBK.
Als erstes kann ich ja garnicht anfangen mir eine Meinung zu den Ärzten zu bilden, sondern zu den Informationen der SBK. Ich hätte mir eine knackige Einführung gewünscht. Das wichtigste aus den ganzen Beiträgen und nicht nur eine Querverlinkung. Ich habe eigentlich Informationen zu den Ärzte Honoraren erwartet. Warum bombadiert ihr mich dann mit “Auch die privaten Krankenversicherungen sind von der Gesundheitsreform betroffen”. Knackige Informationen und die Leser, wollen es dann auch lesen. Aber das soll genug sein, zur unübersichtlichen Auflistung. Ich wähle jetzt nur die Links, welche mir auch vielversprechend klingen.
Vorher: Feste Kopfpauschale wird pro Mitglied an die Kassenärztliche Vereinigung bezahlt. Unabhängig davon, wie oft ein Mitglied zum Arzt geht bzw. Leistungen beansprucht. Dieses Geld wird in einem großen Topf gesammelt. Die Ärzte sammeln für die Behandlung der Patienten Punkte. D.h. Pro Behandlung gibt es ein paar Punkte. Die Anzahl der Punkte unterscheidet sich von der Art der Behandlung. Die gesamten Punkte (pro Abrechnungszeitraum) meldet der Arzt an die Kassenärztliche Vereinigung und bekommt dafür Geld zugewiesen. Da das Geld in dem Topf aber begrenzt ist erhält der Arzt bei Mehrarbeit (viele kranke Menschen in einer Abrechnungsperiode d.h. viele Punkte) weniger – denn die Punkte werden einfach mit einer geringeren Bezahlung verrechnet.
Nachher: Der Bund legt einen Orientierungspunktewert fest. Das sind für 2009 3,5 Cent. Die Länder sollen dann landesspezifische Punktewerte festlegen. Dabei sollen regionale Besonderheiten (Bsp. Kostenstruktur Ost/West) berücksichtigt werden. Die einheitliche Bewertung sieht vor, dass gewisse Leistungen pauschal gezahlt und besonders förderungswürdige Leistungen (zum Beispiel Betreuung bei onkologischer Erkrankung) mit Zuschlägen vergütet werden.
Das war jetzt mal ein Teil der Informationen aus den Pressemitteilung. Wer will kann sich alle gerne (auch) durchlesen.
Gerade in dem Pressemitteilung wird ein Vergleich von Ärzten mit einem “normalen” Arbeitnehmer gezogen. Das finde ich persönlich nicht angebracht. So muss man berücksichtigen, dass der großteil der Ärzte gute 8-10 Jahre studiert hat. Während dieser Zeit verdient ein Student nichts, sondern häuft sich noch Schulden an.
So sind Ärzte, wenn sie fertig studiert sind meist über 30 Jahre. Ein Arbeitenehmer hat in dieser Zeit also 330 000€ verdient. Ich weiß, dass ist eine Milmädchen Rechnung, aber so macht die SBK ja auch. So sollte man Ärzte faireshalber nicht mit Arbeitnehmern vergleichen, sondern mit Geschäftsführern von kleineren Unternehmen.
Ich finde es ist ein relativ faires Gehalt. Natürlich wollen die Ärzte immer mehr und dir Krankenkassen immer weniger bezahlen.
Also zuerst einmal: Die Site der SBK beschäftigt sich mit allen Themen rund um die aktuelle Gesundheitsreform. Da dies ein sehr vielschichtiges Thema ist, das man halbwegs übersichtlich präsentieren wollte, halte ich die Übersicht mit den vertiefenden Links eigentlich für ganz gut.
Auch der “Anreißer” des hier interessierenden Themas mit der Ärztevergütung der bayerischen Ärzte ist der SBK meines Erachtens ganz gut gelungen: Das Eingangsstatement, dass Arztpraxen wegen der künftigen Honorierung vor dem wirtschaftlichen Ruin stünden, hat zumindest mich neugierig gemacht.
Insofern verstehe ich die Kritik an der Aufmachung der Site nicht ganz. Vielleicht bezog sich die auch eher auf den Newsletter der SBK?
Inhaltlich bin ich auch der Meinung, dass der Vergleich mit dem Durchschnittsarbeitnehmer nicht sachgerecht ist. Die Tätigkeit eines freiberuflichen Arztes ist hiermit nicht vergleichbar, dies gilt sowohl im Hinblick auf die Verantwortung, als auch im Hinblick auf die Qualifikation. Da sollte seitens der SBK wohl eher Stimmung gemacht und der – in Deutschland ja besonders ausgeprägte – Neid des Durchschnittslesers geweckt werden. Finde ich stilistisch nicht gut und der Seriosität einer Krankenkasse abträglich – sowas kennt man eigentlich eher aus der Boulevardpresse.
Betrachtet man die wirtschaftliche Gesamtsituation eines Arztes (Preissteigerung bei Angestelltengehältern, bei Mieten, Nebenkosten usw.), so ist die Steigerung des Gesamthonorars der bayerischen Ärzte von 6% gegenüber 2007 meines Erachtens kein so großer Anstieg. Dass Ärzte in manchen anderen Bundesländern eine prozentual höhere Honorarsteigerung erhalten, liegt ja wohl eher daran, dass deren bisheriges Honorarniveau im Vergleich zu den süddeutschen Ländern geringer gewesen ist (gilt vor allem für die neuen Bundesländer). Auch hier wird meines Erachtens tendenziös mit dem Neidaspekt gearbeitet.
Dass die SBK als Krankenkasse jede Ausgabensteigerung verhindern möchte, ist nachvollziehbar. Dann aber bitte mit echten Argumenten und nicht mit solchen Zuspitzungen.
Ich hätte noch den Inhalt des Newsletter kopieren sollen. Darin ging es lediglich um die Ärzte.
So hätte ich es besser gefunden, wenn sich auch die Links nur um das Thema gedreht hätten. Mit zuvielen Daten kann man Leser schnell abschrecken bzw. noch verwirren.
Artensterben der Hausärzte,
Ärzte werden geknebelt, bis sie sich
als Pharma-Marionette outen u. gängeln lassen,
in Anstellung in einem MVZ oder eine Klinik.
Der Freie Allgemeinmediziner, so wie er in allen
Ländern der Erde als der kompetene Allround-Mann,
hochgeschätzt wird, u. der Traumberuf wahrhaftig ist,
wird schon seit fast 15 Jahren zum Aussterben
gedrängt.
Recht so denkt sich die Obeschicht der Funktionäre,
halte das Volk dumm u. arm,
lass sie in der Gosse vergammeln,
so wie man mit dem niedrigen Volk dem Pöbel
umzugehen hat.
Wenn wir in Rente gehen, dann können wir uns wegen
der Niedrigrenten auch kein Auto u. keine langen
Touren zum Arztzentrum dem MVZ leisten,
kein Hausarzt kommt mehr zur Oma
oder zur notleidenen Familie.
Lass das Volk verkommen,
nur die stärksten werden es überleben,
ohne Nächstenliebe u. ohne Barmherzigkeit
zeigen sich jetzt schon die nächsten Jahre,
so wie man den Hausarzt ärmlichst aussterben lässt,
u. keiner diesen Omega-Job ausüben will,
so sind wir nur den unerreichbaren MVZ´s
ausgeliefert.
Gut so liebe Politiker,
wir wählen blad neue,
denn es bald welche mit mehr Hirn u. mehr Herz,
die Not macht dann erfinderisch
u. erübrigt die arogante Oberschicht.
Gott segne unser Land u. rette es vor
der Ego-Aroganz.