Krankenkassen
SBK – Mitglieder werben Mitglieder
Gerade habe ich in dem Newsletter der Siemens BKK gelesen, dass es ein Programm Namens “SBK Vertrauenspartner” gibt. Das ganze klingt wie das Mitglieder werben Mitglieder Prinzip. Jedoch schreibt die SBK nicht, wie andere Krankenkasse, was das werbende Mitglied an Boni erhält. Die Betriebskrankenkasse ist dabei ein bißchen bedeckter:
SBK.org: Für die Vertrauenspartner hat die SBK ein spezielles Betreuungsprogramm entwickelt: Ihr persönlicher SBK-Berater unterstützt Sie mit guten Ideen, um neue Mitglieder anzusprechen. Als SBK-Vertrauenspartner genießen Sie außerdem einige Vorteile.
Was für ein spezielles Betreuungsprogramm soll das dann sein? Welche Vorteile?
Mehr wird auf der Seite der SBK nicht genannt. Einzig am Ende ein Verweis auf eine Kontaktperson.
Ich persönlich finde, dass solche Programme offen kommuniziert werden sollten. Ich will immerhin wissen, was mein Gegenüber bekommt, wenn er mich wirbt. Denn dann kann ich auch abschätzen, ob es wirklich sein Vertrauen in die BKK ist oder seine Begeisterung für die “Vorteile”.
Falls jemand weiß, was genau dahinter steckt, kann er es gerne in den Kommentaren hinterlassen. Spekulationen sind ebenso erwünscht.
Also, die scheinen das bei der BKN abgekupfert zu haben, die haben ja auch Ihre Vertrauensleute zur Mitgliederbetreuung. sowas wird meist eingesetzt um die Mitglieder zu halten. Bzw die SBK hat Ihre Vertrauensleute in den Betrieben von Siemens und Tochterunternehmen.
Siehe die entsprechende Fachliteratur dazu.
Hi Michel,
was meinst du mit entsprechender Fachliteratur?
Grüße
Steffen
Wassmann Marketing für Krankenkassen
Böcking Erfolgsfaktoren für die Mitgleidsentwicklung der gesetzlichen Krankenkassen
er Fuldaer Gesundheitsökonom Prof. Dr. Stefan Greß und die Dr. Simone Leiber und Maral Manouguian vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung Forscherinnen zeigen in einer jetzt veröffentlichten Studie, dass Deutschland mit seinem Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenvollversicherung in Europa mittlerweile eine Ausnahme ist. In den Niederlanden, dem letzten europäischen Land mit einer ähnlichen Aufteilung des Krankenversicherungsmarktes, wurden beide Versicherungssysteme im Jahr 2006 integriert. Unter den entwickelten Industriestaaten verfügen nur noch die USA über vollkommen unterschiedliche Versicherungssysteme für die Krankenvollversicherung.
Für eine Abkehr von der jetzt in Deutschland noch heftig verteidigten “dualen” Struktur gibt es nach Einschätzung der Forscher gute Gründe, weil sie die Effizienz und Gerechtigkeit im Krankenversicherungssystem nachhaltig schwächen:
• Es gibt Anreize zum Ausstieg aus dem Solidarsystem. Die für Versicherte mit hohem Einkommen, Selbstständige und Beamte bestehende Möglichkeit, aus der gesetzlichen (GKV) in die private Versicherung (PKV) zu wechseln, führt zu einer “negativen Auslese”. Insbesondere gesunde junge Singles mit hohen Einkommen entziehen sich dem gesetzlichen Solidarsystem. Personen mit mittleren oder unteren Einkommen, chronisch Kranke und Versicherte mit vielen Kindern bleiben in der GKV.
• Begünstigt wird eine “Zwei-Klassen-Medizin”: PKV-Versicherte genießen oft eine Vorzugsbehandlung: Sie kommen beim Arzt schneller dran und werden ausführlicher beraten, wie viele Studien zeigen. Mit Blick auf diese Unterschiede im Zugang zu Gesundheitsleistungen warnen die Experten: Es bestehe “die massive Gefahr von Unter- und Fehlversorgung, durch die vermeidbare gesundheitliche Schäden entstehen. Gleichzeitig besteht die Gefahr der Überversorgung von privat versicherten Patienten”. Die Ungleichbehandlung sei eine Folge der unterschiedlichen Abrechnungssysteme für ärztliche Leistungen: Mediziner verdienen an Privatpatienten, für die sie alle Einzelleistungen ohne Mengenbegrenzung abrechnen können, besser als an Kassenpatienten – ein Grund für das starke Ausgabenwachstum der PKV. Die Behandlung von Kassenpatienten wird mit einem Mix aus Fallpauschalen und gedeckelten Einzelvergütungen entlohnt.
Die technisch einfachste Möglichkeit, die Defizite des aktuellen Systems zu beheben, bestünde den Wissenschaftlern zufolge darin, alle Bürger zur Mitgliedschaft in der GKV zu verpflichten und privaten Anbietern nur das Feld der Zusatzversicherungen zu überlassen. Dies sei jedoch politisch wenig realistisch. Und es würde Unternehmen hart treffen, die ausschließlich diese Versicherungssparte betreiben und in der Vergangenheit wenig in den Markt für Zusatzversicherungen investiert haben. Für leichter umsetzbar halten die Wissenschaftler ein Modell, in dem für alle Krankenversicherungen die gleichen Regeln gelten. So gäbe es keine systematischen Wettbewerbsvor- oder -nachteile für einen bestimmten Versicherungstyp. Ein solches Modell wäre auch mit dem neu eingeführten Gesundheitsfond vereinbar.
Der Staat würde dann einen Mindestkatalog der von der Standardversicherung abzudeckenden medizinischen Leistungen vorgeben. Den Versicherungsträgern stünde es frei, ihren Mitgliedern weitere, extra zu bezahlende Leistungen anzubieten. Die Existenzberechtigung privater Krankenversicherer würde in diesem Modell nicht infrage gestellt, betonen die Wissenschaftler. Um diesen Ansatz zu verwirklichen, wären einige grundlegende Korrekturen am Geschäftsmodell der privaten Krankenversicherungen nötig:
• Privat Versicherte würden künftig einkommensabhängige Beiträge an den Gesundheitsfonds leisten.
• Auch die privaten Versicherungen bekämen Zahlungen für ihre Mitglieder aus dem Gesundheitsfonds.
• Das Abrechnungssystem für ärztliche Leistungen müsste vereinheitlicht werden – nach Möglichkeit aufkommensneutral.
• Abstract des Aufsatzes: Stefan Greß, Simone Leiber, Maral Manouguian: Integration von privater und gesetzlicher Krankenversicherung vor dem Hintergrund internationaler Erfahrungen
• Inhaltsverzeichnis WSI Mitteilungen 7/2009, Schwerpunktheft: “Zukunft der Sozialversicherung – Sozialversicherung der Zukunft”
• Pressemitteilung der Hans-Böckler-Stiftung: Gesundheitsforscher: Reformschritte für fairen Wettbewerb zwischen Krankenversicherungen
Gerd Marstedt, 20.7.09
Hört sich wie das altbekannte Repräsentantensystem bei Krankenkassen an. Man sucht sich Ansprechpartner an interessanten Stellen (Lohnbuchhalter in Betrieben, Steuerberater etc.) und vergütet deren Bemühungen im Rahmen der Mitgliedergewinnung bzw. -betreuung.
So ungefähr. Ist wie das System der Verwichertenältesten bei der RV als ansprechpartner, dient ungemein zur Bildung der Cooperate Identity, sehr kostengünstig, bindet den Kunden an die KK.