Montag, 13. Februar 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Studie

2.09.2009 | 20:09 Uhr

Sollten Mediziner Interessenskonflikte gegenüber Teilnehmern klinischer Studien offenlegen?

Studien zeigen, dass Teilnehmer klinischer Versuchsreihen wissen möchten, ob ein Forscher von den Ergebnissen einer Studie profitiert.

Medizinische Forschung kann große Gewinne versprechen, indem die Ergebnisse in profitable Behandlungen verwandelt werden. Um dies zu erreichen, können Forscher Unternehmen gründen oder Finanzierungsverträge abschließen, auch bevor die Testreihen beendet sind. Haben also Teilnehmer klinischer Studien für neue Behandlungen ein Recht, über diese monetären Interessen aufgeklärt zu werden?

Rechtlich gesehen nein, allerdings geht die Tendenz dazu, die Teilnehmer aus ethischen Gründen vor Studienbeginn zu informieren. Eine Umfrage ergab folgende überraschende Ergebnisse: Wurden die Teilnehmer darüber informiert, dass die Forscher oder Institution von der Pharmafirma bezahlt wurden, welche die Medikamente herstellt, waren die meisten dazu bereit, weiterhin teilzunehmen. Bei einigen steigerte es sogar die Motivation. War der Forscher allerdings an dem investierenden Unternehmen beteiligt, fiel die Motiviation deutlich.

Die Information von Studienteilnehmern ist nicht ganz einfach. Einerseit kann die Menge der Informationen zu einem geringeren Interesse führen oder die rechtlichen Formulierungen verunsichern und verwirren die Probanden. Die eigentliche Herausforderung liegt möglicherweise nicht nur bei der umfassend informierenden Einwilligungserklärung. Vielmehr muss die öffentliche Wahrnehmung auf die durchführenden Personen und Institutionen gelenkt werden.

Für Patienten ist die Unterscheidung zwischen Arzt, der ihre Gesundheit fördern soll und einem Forscher, der an verallgemeinerbarem Wissen interessiert ist, verwirrend. Ärzte werden im allgemeinen als gut bezahlt angesehen, was sie theoretisch weniger anfällig für finanzielle Interessenskonflikte macht. Umfassende Information könnte dieses Vertrauen stärken oder aber die Bereitschaft der Forscher zu höhren Risiken, verbunden mit besseren finanziellen Versprechen, erhöhen.

Im Gegensatz zur öffentlichen Meinung über Universitäten und Forscher – objektiv und ehrenhaft – gibt es für Institutionen viele Anreize, sich wie Wirtschaftsunternehmen zu verhalten. Diese Wahrnehmung und die momentanen Vorschriften zu ändern, könnte eine generelle Überarbeitung notwendig machen.

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

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