Krankenkassen
SPD schafft die 5 Prozent HĂĽrde nicht
Die SPD ist zurzeit anscheinend im Umfragetief. Ob das an Ulla Schmidt liegt, bezweifel ich. Natürlich wurde erstmal eine Schuldige gesucht, aber Frau Schmidt hält zurzeit an ihrem alten Kurs bei. 30 bis 50 Krankenkassen soll es geben. Das sind dann also ungefähr 130-160 weniger als jetzt. Ich bin mal gespannt, wann dieses Ziel erreich ist. Außerdem hat sie bei einer Wahlkampfveranstaltung in schlesig-holsteinischen Brinkum für die Bürgerversicherung plädiert und Stipendien für Medizinstudenten gefordert, um damit die ärztliche Unterversorgung zu bekämpfen. Weiterhin wieß sie noch auf dem demografischen Wandel hin und den Bedarf für Millionen neue Pflegegräfte.  Also sozusagen ist Frau Schmidt zurück in ihrem täglichen Geschäft und das mit dem Dienstwagen ist eigentlich schon wieder vergessen.
Wer sich jetzt noch fragt, warum die SPD die 5 Prozent HĂĽrde nicht schafft, dem sei noch auf die Veranstaltung, welche gestern auf RTL gelaufen ist (Townhall-Meeting) denn da wurden nur magere 4 Prozent Einschaltquoten erreicht. Das entspricht knapp 810 000 Zuschauern. Im Vergleich hierzu hatte Frau Merkel 1,55 Millionen Zuschauer. Ich bin mal gespannt, wer jetzt der Schuldige sein soll!?
Vielleicht liegt es auch an den leicht wässrigen Aussagen von unserem Kanzlerkandidat, denn diese waren nicht wirklich gekonnt.
Beispiele gefällig?
Zu einer Altenpflegerin: „Das ist körperliche Schwerstarbeit. Die Arbeit verdient anständige Bezahlung, deshalb treten wir ein für den Mindestlohn.”
Steinmeier zu einem arbeitslosen Hertie-Mitarbeiter: „Nicht den Kopf hängen lassen, da geht ja noch was. Rücken Sie den Mitarbeitern der Arbeitsagenturen richtig auf die Pelle.“
Eure Meinungen dazu?
Die Aussagen von Herrn Steinmeier zu den Studiogästen zeugen davon, dass er einfach kein Mensch ist, der seine Mitmenschen emotional erreichen kann. Er ist mehr ein Verwalter von Politik und kann sich und seine politischen Ansichten nur schwer verkaufen. Ich habe immer den Eindruck, dass er gradezu gezwungen werden muss, auch mal was Emotionales zu den Menschen zu sagen, ohne gleich das Parteiprogramm zu rezitieren. So wird er es schwer haben.
Also die 5%-Hürde wird sicherlich kein Problem für die SPD werden, aber ob sie am 28.9.2009 immer noch als Volkspartei anzusehen sein wird, die eine signifikante Menge von Wählern hinter sich gebracht hat, da kann man so langsam seine Zweifel bekommen.
Das ErschĂĽttendste an diesem Befund ist aber, dass CDU/CSU und FDP gar keinen richtigen Wahlkampf machen brauchen. Die SPD ist zur Zeit so im Umfragetief, da brauchen die Parteien des bĂĽrgerlich-liberalen Lagers gar nicht groĂź dagegen zu halten.