Mittwoch, 19. Juni 2013 | Gesundheitswesen Magazin

Studie

17.08.2009 | 16:37 Uhr

Studie: Sind Frauen tatsächlich wählerischer in ihrer Partnerwahl als Männer?

Eine der grundlegenden Prinzipien der Entwicklungspsychologie ist, dass Frauen in ihrer Partnerwahl viel wählerischer sind als Männer. Frauen wurden durch die Evolution so geprägt, dass sie vorsichtiger und wählerischer bei der Partnerwahl geworden sind als Männer. Demnach findet man die “schüchterne” Weibliche und den sexuell draufgängerischen Männlichen in jeder menschlichen Gesellschaft (genau wie bei jeder anderen Säugetierart ).

Eli J. Finkel und Paul Eastwick von der Northwestern University haben diese langanhaltende Übereinstimmung in der Entwicklungspsychologie umgestürzt und bewiesen, dass unter einigen Umständen Frauen genauso draufgängerisch und Männer genauso schüchtern bei ihrer Partnerwahl sein können.

Diese beiden “Attractionologists” benutzten das berühmte Speed-Dating für ihren Untersuchungen. Sie wussten, dass Männer bei diesen Speed-Datings weniger wählerisch bei ihrer Partnerwahl sind als Frauen. Nach dem Treffen all dieser möglichen Dates kreuzten Männer bei viel mehr Frauen “Ja” an (bezüglich ihres Verlangen Sie wiederzusehen) als Frauen bei Männern. Dies ist nicht gerade überraschend, da man in realen Datingsituationen oft erlebt, dass Männer Frauen viel offensichtlicher und draufgängerischer angraben als umgekehrt.

Die Idee um Finkel und Eastwick begann als Sie eine scheinbar belanglose Entdeckung machten. In all den Speed-Datings blieben die Frauen auf ihren Plätzen sitzen, während die Männer durch den Raum wanderten um die Frauen an ihren Tischen zu treffen. Gemäß eines Leiters des Speed-Dating Sevices ist dies eine “praktische” Angelegenheit, da Frauen weitaus mehr Sachen mit sich rumtragen (wie Handtasche und Kleidungstsücke) als Männer, deshalb ist für Männer einfacher und schneller den Raum zu durchqueren als für Frauen. Aus diesem Grund wurde diese Anordung für alle Speed-Datings verallgemeinert.

Finkel und Estwick fragten sich, was wohl passieren würde, wenn man die allgemeine Anordnung umkehrt und nun Frauen durch den Raum laufen müssten, während Männer an ihren Plätzen sitzen blieben. Sie leiteten 15 heterosexuelle Speed-Dating Veranstaltungen. In 8 von denen liefen Männer durch den Raum, während Frauen sitzen blieben (wie es bei Speed-Datings üblich ist) und in den anderen 7 wechselten Frauen die Männer, während die Männer sitzen blieben. Alles andere wurde beibehalten.

Was Sie herausfanden war wirklich erstaunlich. Bei der traditionellen “Männer wandern – Frauen bleiben sitzen”-Anordnung waren Männer weniger wählerisch und kreuzten bei einer größeren Anzahl von Frauen “Ja” an, als Frauen bei Männern. Diese Männer nahmen auch viel öfter eine größere sexuelle Anziehungskraft und die “passende Chemie” wahr als Frauen. Im Vergleich zeigte sich aber, dass Frauen bei der “Frauen wandern – Männer bleiben sitzen”-Anordnung genauso draufgängerisch und weniger wählerisch waren als Männer. Sie kreuzten genauso häufig “Ja” bei den Männern an, als es die Männer bei Ihnen taten. Dasselbe gilt auch für die wahrgenommene sexuelle Anziehungskraft und die übereinstimmende Chemie.

Finkel und Eastwick erklären dieses Verhalten mit der “leiblich verankerten Kognitions”-Hypothese. Der bloße Akt auf den vermeindlichen Partner zuzugehen (ein Verhalten, das typischer für Männer ist), macht die Person viel selbstsicherer und lässt sie attraktiver auf sein Gegenüber wirken. In anderen Worten: beim Verhalten wie ein Mann, denkt die Frau auch genauso wie ein Mann.
Zusätzlich zeigen Finkel und Eastwick, dass ganz gleich ob Mann oder Frau, die “Läufer”, welche auf den Partner zugehen, viel selbstsicherer sind als die “Sitzer”, auf die zugegangen wird. Dies hat auch Auswirkung auf ihre Wahl.

Dieses Experiment ist wirklich erstaunlich. Die gezielte Partnerwahl der Frauen hängt mit der sexuellen Ungleichmäßigkeit bei der Fortpflanzung zusammen. Kurz gesagt, Frauen sind deshalb wählerischer bei der Partnerwahl, weil Sie diejenigen sind, die schwanger werden und den Nachwuchs großziehen müssen.

via

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

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