Gesundheit
Suchmaschinen, Twitter, Facebook, ICQ, MSN – Wie gefährlich sind sie?
Suchmaschinen wird immer mehr Bedeutung zugesprochen. Wenn erst einmal das Gewünschte gefunden ist, wird schon wieder das nächste gesucht. Ein ergänzendes Grundbedürfnis entsteht? Gefahr für Menschen? Wir kümmern uns nicht darum. Wir suchen trotzdem immer weiter und schalten unseren gesunden Menschenverstand dabei aus. Man könnte sogar sagen, man wird davon süchtig und verbringt nicht nur Stunden sondern Tage dabei. Ein kleiner Kick wird im Gehirn ausgelöst, der dazu verführt, von diesem Verhalten nicht abzukommen und alles um sich herum zu vergessen.
Das Gefährliche dabei ist, dass alles Wichtige um einen Menschen herum völlig gleichgültig wird. Als würde ein Schalter umgelegt werden. Seien es Familie, Freunde, Verabredungen, Termine oder gar die eigene Hygiene. Es ist für diesen Menschen egal, was um ihn herum geschieht, er befindet sich gerade in seiner virtuellen Welt. Nichts kann für diesen Menschen, der gerade in seinem Suchwahn gefangen ist, wichtiger sein als dieser Kick, den er gerade erlebt. Die Euphorie hält den Menschen vor seiner Suchmaschine, es ist wie ein Exzess, der glücklich macht. Hat er es gefunden, reicht das Glücksgefühl nicht mehr aus und es muss nach etwas Neuem suchen.
Ein abgeschlossenes Erfolgserlebnis löst demnach also wiederum Unzufriedenheit aus. Durch diese neue Stimulation wird der Reiz ausgelöst unsere Zufriedenheit wieder herzustellen. Wieder kann sich nicht aus der eigenen Welt gelöst oder anderen Dingen gewidmet werden. Es ist ein emotionaler Vorgang in unserem Kopf. Verschiedene Signale, die der Körper sendet, wie Interesse, Gefühle, Voraussehen, Erwartung, Wissbegierde, Jagd, Verlangen lösen das Verhalten aus, wenn Menschen nach etwas Streben. Die Motivation ist es, die die Menschen zum Streben bringen oder sogar Risiken einzugehen.
Streben und Motivation ist menschlich aber nicht physikalisch notwendig. Das Streben, die Suche nach etwas, erfüllt nicht die menschlichen Grundbedürfnisse. Problematisch ist, dass Menschen auf abstrakte Belohnungen genauso stark reagieren können wie auf greifbare oder materielle Anerkennung. Die elektronische Welt besteht aus Ideenreichtum, vorherrschenden Meinungen, intellektuelle Verbindungen. Motivation und Streben lässt Menschen auf schnellem Wege in diese Kreise verfallen, ohne sich der Gefahr bewusst zu sein. Grund dafür ist die Risikobereitschaft, die Neugierde, all diese Signale, die das Streben und die Motivation auslöst.
Der konkrete Verursacher für dieses Verhalten ist das Neurotransmitter Dopamin. Im Volksmund auch Glückshormon genannt. Es wird ausgeschüttet, wenn man sehr intensive Glückserlebnisse hat, wenn man in einer Sache völlig aufgeht. Wie als wenn einem Menschen ein Rausch überfällt. Das befördert die Begierde und das Erreichen eines Ziels. Menschen lieben das Gefühl so sehr, dass alle anderen Aktivitäten einfach ausgeschaltet werden. Die Erregung hält das Gefühl stabil. Das ist das Fatale, wenn Menschen vor den elektronischen Suchmaschinen sitzen, Dopamin freigesetzt wird und Kontrolle einnimmt.
Der Rausch verführt zum Weitersuchen, um neue intensive Glücksgefühle zu bekommen. Ein Glücksgefühl löst das Nächste ab. Die Gehirne der Menschen lassen sich mehr stimulieren als zu befriedigen. Es ist gefährlich, aber die Natur des Menschen. Menschen sind Entdecker und Forscher. Die Gefahr liegt in irrationalen unkontrollierbaren Handlungen zur exzessiven Befriedigung des Strebens in der elektronischen Welt. Menschen wissen, dass die elektronischen Informationen über die Suchmaschinen nicht lebensnotwendig sind, aber sie streben trotzdem unaufhaltsam danach. Je mehr davon konsumiert wird, desto mehr steigt das Verlangen danach.
Unsere Welt existiert mehr und mehr aus elektronischen Kommunikationsmitteln. Suchmaschinen, das Versenden und Empfangen von E-Mails, Twittern, Texten, Facebook, ICQ, MSN haben alle etwas gemeinsam. Die unaufhörliche Suche nach Befriedigung und Glücksgefühl.