Wachstum
Wachstumstreiber Deutschland – Exporte dieses Jahr stärker
Berlin – Trotz Schuldenkrise erholt sich die Wirtschaft weiterhin. In diesem und im nächsten Jahr soll sie nach Ansicht der Regierung und der Bundesbank sogar weiter wachsen. Trifft diese Prognose zu, dann wächst Deutschland vermutlich stärker als vor der Finanzkrise und das trotz kĂĽrzlich beschlossenem Sparpaket.
Um etwa 1,9% soll die Wirtschaftsleistung laut Ökonomen dieses Jahr zunehmen. Für das kommende Jahr wird allerdings nur ein Zuwachs von etwa 1,4% erwartet. Dies liegt jedoch daran, dass die Ausgaben sinken, da die Konjunkturpakete auslaufen. Die bisherige Prognose der Bundesbank sprach von einem Zuwachs von 1,6% für das Jahr 2010 und 1,2% für das Jahr 2011. Da jedoch im zweiten Quartal die winterbedingte Schwächephase überwunden ist, fallen auch die Prognosen deutlich optimistischer aus. Insbesondere die Bauwirtschaft legt gerade kräftig zu, aber auch die Exportwirtschaft erholt sich.
So sollen dieses Jahr die Ausfuhren um rund 8,4% steigen und 2011 um 5,3%. Dennoch ist damit nicht das Exportniveau von 2008 erreicht. Jedoch ist der stärkste Einbruch in der Geschichte der BRD von 14,5% nicht mehr zu erwarten.
Andreas Dombret, Bundesbank-Vorstand, sagt: “Deutschland wird in der Tat zur Wachstumslokomotive in Europa – zumindest bis zum Ende des Jahres. Das Vorkrisenniveau wird trotz beträchtlicher konjunktureller Fortschritte noch nicht wieder erreicht“. Erst im Jahr 2012, spätestens 2013 soll das Vorkrisenniveau laut Axel Weber (Bundesbankchef) wieder erreicht werden.
Die Wachstumszahlen bedeuten jedoch auch gute Aussichten fĂĽr Arbeitnehmer. So soll der Arbeitsmarkt weiter sehr stabil bleiben. So könnte die Arbeitslosigkeit zwar etwas steigen, jedoch nicht in dem befĂĽrchteten AusmaĂźe. Im Dezember 2009 gingen die Banker von einer Arbeitslosenquote von 10% aus, dies wurde mittlerweile auf 8% revidiert. Ă–konomen schreiben: “Angesichts der erwarteten kräftigen Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft im Sommerhalbjahr 2010 ist nicht damit zu rechnen, dass die Unternehmen bis jetzt unterbliebene Entlassungen in groĂźem Umfang nachholen.”
Langfristig wird auch eine höhere Inflation von den Bundesbankern erwartet. So könnten innerhalb der nächsten Monate die Preise sinken, die jedoch voraussichtlich durch die Wirtschaftserholung wieder steigen werden.
Schäuble (Bundesfinanzminister) kommt ebenfalls zu einem positiveren Ergebnis: “Das Wachstum wird spĂĽrbar größer sein als geschätzt. Die Krise endet, das Sparen beginnt”.