Studie
Was uns Britney Spears über die Alzheimer-Krankheit verrät
Eine der vielen Tragödien der Alzheimer-Krankheit ist, dass Patienten nicht wissen, dass sie betroffen sind, bis es zu spät ist. Wenn erste Zeichen von Vergesslichkeit und Verwirrtheit einsetzen, hat die Krankheit Experten zufolge das Gehirn bereits mehr als 10 Jahre geschädigt und irreversiblen Schaden verursacht.
Doch möglicherweise haben Forscher der Cleveland Klinik einen Weg gefunden, die Menschen mit hohem Krankheitsrisiko zu identifizieren, lange bevor sich erste Symptome zeigen – einfach indem diese gefragt werden, ob sie Berühmtheiten wie Britney Spears erkennen.
Es stellte sich nämlich heraus, dass das Gehirn von Menschen mit hohem Krankheitsrisiko sehr viel anders reagiert, wenn sie versuchen sich an Namen von berühmten Personen zu erinnern, als die Gehirne von gesunden Menschen. Zur Erkennung dieses Unterschiedes kann die Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzt werden.
Bei Menschen mit hohem Krankheitsrisiko werden die Gehirnregionen, die für das Gedächtnis verantwortlich sind, bei der Nennung von Namen berühmter Personen stark stimuliert. Möglicherweise ist dies ein Anzeichen für die Kompensation von bereits geschädigten oder abgestorbenen Gehirnzellen des Gedächtnisbereichs. Bei gesunden Menschen dagegen werden diese Gehirnbereiche bei der Nennung von unbekannten Namen stimuliert.
Dies wiederum bedeutet, dass Fehlfunktionen des Gehirns vor dem Auftreten erster klinischer Symptome erkannt werden müssen, da sich bereits weit im Vorfeld metabolische Veränderungen aufgrund der Krankheit einstellen.
Bisher ist es möglich, Alzheimerrisiko mittels eines Gentests festzustellen, welcher allerdings aufgrund mangelnder Zuverlässigkeit nicht flächendeckend eingesetzt wird. Familiär vorbelastete Personen können mit dem genanntnen MRT-Test besser betreut werden.
Nicht nur um Alzheimer früher zu erkennen, sondern auch, damit diese Gruppen eventuell an klinischen Studien zur Entwicklung von Medikamenten teilnehmen können, die Symptome der Krankheit verschieben oder reduzieren. Eine Verschiebung von 5 Jahren könnte die Häufigkeit halbieren, bei einer Verschiebung von 10 Jahren würden die Patienten vor Krankheitsausbruch häufig an einer anderen Erkrankung versterben.