Freitag, 25. Mai 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Politik

21.06.2010 | 7:26 Uhr

Wehrpflicht – Entscheidung erst am Ende des Jahres

Wehrpflicht Guttenberg

Wehrpflicht Guttenberg

Berlin – Guttenberg, Verteidigungsminister, will die Wehrpflicht aussetzen. Eine diesbezĂĽgliche Entscheidung soll jedoch erst am Ende des Jahres fallen. Auf den im Oktober und November geplanten Parteitagen der CDU und CSU soll geklärt werden, ob die Wehrpflicht ausgesetzt wird. Darauf einigten sich Angela Merkel und Horst Seehofer. Seehofer meint, es gehe hierbei um eine Identitätsfrage der Konservativen. Kanzlerin Merkel hat sich klar zur Wehrpflicht bekannt und Christian Wulff, Präsidentschaftskandidat, plädiert ebenfalls fĂĽr den Erhalt der Wehrpflicht.

Die Kanzlerin: “Wir halten die Wehrpflicht nicht aus haushaltpolitischen GrĂĽnden fĂĽr richtig, sondern wir glauben, dass dies die richtige Antwort auf die sicherheitspolitischen Notwendigkeiten ist”. So dĂĽrfe sich die Frage nach der Zukunft der Bundeswehr nicht an haushaltspolitischen Notwendigkeiten orientieren. Dies sei der Grund, warum keine Entscheidung auf der Haushaltsklausur gefallen sei.

Die von Guttenberg eingesetzte Strukturkommission soll nun Vorschläge liefern, ĂĽber die im Herbst debattiert werden wird. Merkel: “Ich sage Ihnen zu, dass diese Debatte auch in den Parteien gefĂĽhrt wird”. Ebenfalls berĂĽcksichtigt werde die Auswirkung auf den Zivildienst. Dies schulde man den freien Sozialträgern und Kommunen.

“Ich bezweifle, dass ein Wechsel des Systems zu Einsparungen fĂĽhrt, und war auch deshalb immer ein Anhänger der Wehrpflicht, weil eine solche Armee besser im Volk verankert ist”, sagt Wulff und verweist ebenfalls auf die Folgen fĂĽr den sozialen Bereich.

Guttenberg begrĂĽĂźt es, dass erst am Ende des Jahres eine solche Entscheidung fallen soll: “Das halte ich fĂĽr ein vernĂĽnftiges Vorgehen, weil die notwendige Zukunftsreform der Bundeswehr einer sorgfältigen Vorbereitung und Abwägung der unterschiedlichen Varianten bedarf”. Die CSU hatte bereits auf dem kleinen Parteitag am nächsten Samstag einen Pro-Wehrpflicht-Antrag verabschieden wollen. Auch Markus Söder hatte den Antrag unterstĂĽtzt.
Am Donnerstag war bereits die Kürzung des Wehr- und Zivildienstes beschlossen worden. So werden künftig nur noch sechs statt wie bisher neun Monate gefordert. Eine Aussetzung der Wehrpflicht hätte massive Auswirkungen auf das deutsche Gesundheitssystem und die Altenpflege, da auch der Zivildienst wegfallen würde.

Bild: Alexandra Bucurescu / pixelio.de

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

Kommentare

1 Kommentar zu “Wehrpflicht – Entscheidung erst am Ende des Jahres”
  1. Sam sagt:

    Man darf gespannt sein.

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