Montag, 13. Februar 2012 | Gesundheitswesen Magazin

Studie

14.08.2009 | 17:07 Uhr

Wer hat mehr Schlafstörungen – Männer oder Frauen?

Trotz wachsendem Fortschritt in Richtung Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz übernehmen viele Frauen weiterhin die Verantwortungsrolle in der Familie. Eine Last, die, laut einer wissenschaftlichen Studie, beweisen könnte, warum sich Frauen häufiger über Schlafstörungen beschweren als Männer.

Die Forschungsergebnisse von David Maume (Universität Cincinnati), Professor für Soziologie und Leiter des UC Kunz Zentrum für Forschung in der Arbeits-, Familien- und Geschlechterforschung, UC Doktorand Rachel A. Sebastian und Miami University (Ohio), Doktorand Anthony R. Bardo, wurden auf der 104. Jahrestagung der American Sociological Association (ASA) in San Francisco vorgestellt.

Gesundheitsforscher dominieren schon längst den Bereich der Schlafforschung. Die Prüfung biologischer Unterschiede und deren Auswirkungen auf die Schlafmuster sind hierbei erforderlich. Die UC Studie erforschte durch soziale Fragen, ob und wie Arbeit und familiäre Verpflichtungen Schlafstörungen auslösen könnten.

Die UC-Forscher führten eine telefonische Umfrage durch, an der 583 Gewerkschaftsarbeitnehmer der United Food and Commercial Workers (UFCW) teilnahmen. Die Umfrage fand zwischen Januar und April 2007 statt. 62 Prozent der Befragten waren Frauen.

Die Teilnehmer wurden nach der Anzahl der Stunden gefragt, die sie schliefen, aber auch nach Schlafstörungen im Zusammenhang mit gesundheitlichen Auswirkungen durch Schlafverlust, zum Beispiel:

“In den letzten drei Monaten, haben Sie nie, selten, manchmal oder oft … ”

  • Probleme beim Einschlafen gehabt?
  • Probleme durch früheres Aufwachen, als Sie es wollen gehabt?
  • ein entspanntes Gefühl nach dem Aufwachen gehabt?
  • eine ausreichende Menge an Schlaf gehabt?
  • Schlafstörungen aufgrund anderer Familienmitglieder gehabt?
  • ein Müdigkeitsgefühl verspürt, obwohl Sie nicht gearbeitet haben?
  • an berufsfreien Tagen mehr Schlaf gehabt?
  • Gedächtnisprobleme gehabt?
  • ein ausgelaugtes, träges Gefühl auf der Arbeit gehabt?
  • Probleme mit Einschlafen am Arbeitsplatz gehabt?

Die Forscher haben auch demografische Faktoren wie Alter, Geschlecht und Bildung sowie Gesundheitsprädiktoren wie Schmerzen, die den Schlaf beeinflussen und Body-Mass-Index (BMI) berücksichtigt.

Die Gesundheitsforscher fanden heraus, dass die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei einem erheblichen Teil (27 Prozent) entfielen, wobei Frauen eher von gesundheitlichen Auswirkungen berichteten. Frauen berichteten auch über Konflikte bei der Abwägung der Anforderungen ihrer Arbeit und der Verantwortung in der eigenen Familie.

“Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass geschlechtsspezifische Reaktionen auf Arbeits- und Familiensituationen bei mehr als der Hälfte auf Schlafstörungen zurückzuführen sind”, so die Autoren.

Die Soziologen kommen zu dem Schluss, dass die unterschiedlichen Schlafweisen weiterhin geprüft werden sollten. Auch im Hinblick auf Ungleichbehandlung von Männern und Frauen in unserer heutigen Gesellschaft.

Das Forschungsprojekt wurde unterstützt durch Zuschüsse der National Science Foundation und des Charles Phelps Taft Research Center an der University of Cincinnati.

via

Redaktion Gesundheitswesen Magazin

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